Feuerwerk am Kap: Bis ans Ende der Welt

Am Kap Arkona wird zu Silvester traditionelles Höhenfeuerwerk gezündet

Als Christoph Kolumbus ins Unbekannte aufbrach, da musste er noch davon ausgehen, dass die Erde eine Scheibe ist und man hinunter fällt, wenn man den Horizont erreicht. Er hat es dennoch gewagt und ist damit zum Vorbild für alle geworden, die sich trauen Neuland zu entdecken. Ganz so viel Mut braucht man nicht, um an das Kap Arkona zu fahren, doch dieser Faszination, ein Ende zu erreichen und nur noch die dunkle schwere See vor sich zu haben, kann man auch auf Rügen erleben.
Die Magie des Ortes hat einst auch die Slawen bewegt, am Kap Arkona ihre Tempelburg zu erbauen. Das Heiligtum war dem Gott Svantevit gewidmet und sollte sicher auch eine feste Bastion gegen Feinde darstellen. Svantevit konnte in alle Himmelsrichtungen schauen und war als Holzfigur im Inneren der Tempelanlage präsent. Hier wurden ihm gehuldigt, bis im 13. Jahrhundert die Dänen das Heiligtum zerstörten. Sie waren schon eher zum Christentum übergelaufen – doch nun sollten auch die heidnischen Ranen in den Schoss der Kirche geholt werden. Weil der Ranenfürst ein kluger Mann war, hat er bereitwillig sein Schicksal akzeptiert. So gab es kein Blutvergießen und die eigenen Rituale konnten unter der Hand fortgeführt werden.
Kulturen werden durch diese Art der Vermischung reich und vielgestaltig. So war es auch auf Rügen. Die Tempelburg selber ist heute nur noch in Resten erhalten, einen Großteil hat die Ostsee über die Jahrhunderte abgetragen. Doch noch immer wird gegraben, denn die Insel Rügen ist interessant für die Weltgeschichte, weil hier schon immer viele unterschiedliche Völker vorbeikamen oder sich angesiedelt haben. Doch eben weil sich hier eine überregional wirkende Kultstätte befunden hat, ist Kap Arkona von besonderer Bedeutung. Viele Menschen auf Rügen feiern noch heute die Sommersonnenwende und auch am Kap Arkona haben heidnische Bräuche überlebt.
Das Steilufer, der Wind und die Schiffe auf See, die von den diversen Leuchttürmen am Kap sicher geleitet werden, bleiben bis heute faszinierend. Der Untergrund birgt zudem archäologische Artefakte und Bunkeranlagen aus den Zeiten des Kalten Krieges der 1980er Jahre. Alljährlich am 31. Dezember treffen sich Tausende hier am Kap Arkona. Gemeinsam nehmen sie Abschied vom alten Jahr und begrüßen das neue mit einem Feuerwerk vor der Ostseekulisse. Schon der gemeinsame Marsch nach Norden, vom zentralen Parkplatz in Putgarten aus, schweißt zusammen. Oben angekommen wärmt man sich mit einem Glühwein oder Apfelpunsch, stärkt sich mit einer Bratwurst vom Grill und trifft alte Freunde.
Zu diesem Anlass werden auch einige Kunsthandwerker und Ladenbesitzer vom Rügenhof ihre mobilen Stände am Kap errichten. Wer sie an ihrem Domizil in Putgarten besuchen möchte, der kann das von 11 bis 16 Uhr tun. Denn die Läden und Werkstätten auf dem Rügenhof Kap Arkona sind am 31. Dezember geöffnet und auch das Café erwartet seine Besucher. Da lohnt es sich, ein wenig früher in den Norden zu fahren. Sanddorn und Seifen, Mode und Kerzen, Schmuck und Rügener Kreidemännchen werden hier in schöner Atmosphäre präsentiert. Viele Rüganer nutzen daher die Gelegenheit, dem Kap einmal wieder einen Besuch abzustatten. Um 16.30 Uhr wird es dann oben am Kap feierlich, wenn der Schinkelturm festlich illuminiert wird. Bei stimmungsvoller Musik wird um 17 Uhr das traditionelle Höhenfeuerwerk gezündet.

Weitere Informationen:
www.kap-arkona.de

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