Klinikumskirche Stralsund Kunst und Musik – Förderverein engagiert sich für lebendiges Gedenken | Foto: Förderverein Klinikumskirche e. V.

Mit Kultur gegen die leidvolle Geschichte

Klinikumskirche Stralsund ist Ort der Begegnung, des Gedenkens und der Musik

Das heutige Krankenhaus „West“ in Stralsund wurde als Heilanstalt, wie psychiatrische Kliniken damals hießen, gebaut und 1912 eröffnet. Zu der Anlage gehörte selbstverständlich auch eine Kirche, die für Patienten und Personal Gottesdienste veranstaltete. Heute ist die Kirche zu einem äußerst lebendigen Kulturort geworden – doch sie ist auch ein Symbol des schrecklichen Schicksals, das psychisch kranke Menschen besonders unter dem Nationalsozialismus in Deutschland erleiden mussten. Bereits kurz nach der Machtübernahme begann die Propagandakampagne gegen die Patienten. Sie wurden als erbkrank stigmatisiert und zwangssterilisiert – auch in Stralsund. Zudem war die Stralsunder Anstalt die erste, die ihre Patienten in den Osten deportierten. 1162 Menschen wurden 1939 auf pommersche Anstalten verteilt, 300 von Ihnen wurden erschossen, alle anderen wurden im Rahmen der Aktion „T42“ bis zum Jahre 1941 ermordet. Die Anstalt in Stralsund wurde zur SS-Kaserne, die Kirche wurde entweiht, verfiel und ihre Glocken wurden zu Hitlers Geburtstag eingeschmolzen.
Der Förderverein Klinikumskirche Stralsund fand einen guten Weg, mit diesem düsteren Erbe umzugehen, indem sie die Kirche zu einem Ort der Begegnung und der Kultur machte. Der Verein gründete sich 1992 und sorgte für die Instandsetzung des Gebäudes aber organisierte aber auch Gottesdienste für Patienten, Konzerte und Gedenkveranstaltungen an diesem symbolträchtigen Ort. 2012 konnte der Verein nicht nur das 100-jährige Jubiläum der der Kirche feiern, sondern auch das 20-jährige Bestehen des Fördervereins. Besonders belebend für die gesamte Region ist die unter der Regie des Fördervereins etablierte Konzertreihe „Kammerkonzerte Klinikumskirche“. Ins Leben gerufen wurde sie, damals noch unter dem Titel „Das besondere Konzert“, von dem inzwischen weltweit als Solist gefeierten Cellisten Jan Vogler und der Cellistin Friederike Fechner. Seit nunmehr zwei Jahrzehnten trägt sie die Verantwortung für das anspruchsvolle Programm.
Im Jahr 1996 wurde zum Gedenken an die Opfer der NS-„Euthanasie“ der Torso „Fragment“ von der Bildhauerin Magret Middell in der Klinikumskirche des Krankenhauses West aufgestellt. Damit ist die Kirche zu einem Raum der Erinnerung geworden. Dabei hat es sich in den Jahren zur Tradition entwickelt, dass zu den Gottesdiensten eine Kerze zum Gedenken an die „Euthanasie“-Opfer entzündet wird.
Das nächste Konzert in der Klinikumskirche Stralsund findet am 7. Januar um 17.30 Uhr statt. Dann treten die Cellistin Anna Carewe und der Vibraphonist Oli Bott im Duo auf.
Mit Cello und Vibraphon gehen sie auf eine Zeitreise von alter Musik zu neuer Musik mit Ausflügen in den Jazz und in die Improvisation. Zu hören sind Kompositionen von
Ciconia, Ortiz, Bach, Vivaldi, Grieg, Satie, Britten, Ellington und Piazzolla. Ein weiteres Konzert erwartet die Zuhörer am 9. März um 20 Uhr mit einem Liederabend zum Thema „TROST“, gestaltet von der Sopranistin Sibylla Rubens.
Karten zu den Konzerten gibt es bei Juwelier STABENOW in der Badenstraße 1, in Stralsund, in der Tourismuszentrale am Alten Markt und an der Abendkasse. Interessierte können einen Newsletter abonnieren, der sie pünktlich über alle Aktivitäten informiert.

Weitere Informationen:
www.klinikumskirche.de

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