Kap Arkona: Strandspaziergang im Norden

Steiluferstrände am Kap Arkona sind wild-romantische Ausflugsziele

Darf man es verraten? Der schönste Strand auf Rügen befindet sich westlich vom Kap Arkona. Wir dürfen dies, weil die Badesaison vorbei ist und nur die wirklich harten Naturfreunde sich zu einer Strandwanderung bei Sturm aufmachen. Und um diese geht es hier. Klar, im Sommer ist der Nordstrand Ziel von Insidern, die sich hier schon zu DDR-Zeiten wie die Hippies auf Goa gefühlt haben. Dort und weiter westlich fühlen sich auch die Kiter und Windsurfer wohl, manche von Ihnen campen gleich über Tage dort oben. Doch wir laden nun ein zu einem Spaziergang. Der Strand liegt am Nordufer Wittow westlich des Kap Arkonas. Die nördlichste Treppe befindet sich beim Naturschutzgebiet Gellort und führt hinab zum Siebenschneiderstein, einem großen Findling von 165 Tonnen Gewicht. Direkt am Hochufer an der Treppe zum Nordstrand liegt außerdem ein Parkplatz für PKWs. Doch man kann auch mit der Buslinie 11 bis Varnkevitz fahren, dann zu Fuß entlang des Hochuferweges bis zur Treppe laufen. Oder man bleibt bis Putgarten im Bus sitzen und läuft vom Kap Arkona aus unten am Strand entlang bis zum Nordstrand. Beeindruckend ist auch eine Sturmwanderung am Strand rund um das Kap Arkona. Dazu kann man in Vitt starten und immer weiter gen Norden laufen. Am Kap Arkona lohnen sich ein Aufstieg in den ehemaligen Peilturm, der denkmalsgetreu restauriert wurde, ein Besuch des viereckigen Schinkelturmes und der Ausblick vom so genannten „Neuen Leuchtturm“. Vom Kap Arkona aus führt die Königstreppe über 42 Meter und 230 Stufen zum Strand hinab. 1833 ließ der preußische König Friedrich Wilhelm diese für den Empfang des Dampfbootes Hercules mit einer kaiserlich-russischen Expedition errichten. Sie wurde 1995 nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Unterhalb des slawischen Burgwalls der Jaromarsburg führt die Veilchentreppe zum Strand. Auch hier liegt ein Findling im Wasser, der Kosegartenstein.
In jedem Fall sollten Strandspaziergänger besonders im Herbst und im Winter und an den Hochuferstränden die Warnhinweise ernstnehmen und sich nicht zu nah am Steilufer bewegen. Immer wieder passieren Unglücke, weil Menschen sich verantwortungslos verhalten und vergessen, dass die Natur auf Rügen so schön ist, weil sie ungestört ihre Kräfte entfalten darf. Dieser Kraft sollten sich auch Spaziergänger unterordnen – und im Zweifel lieber einen Waldspaziergang planen.

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