Abtauchen im geheimnisvollen H.M.S. OTUS
Englisches U-Boot liegt als Attraktion im Sassnitzer Stadthafen

Das ehemalige U-Boot der Royal Navy ist heute Museum und kann komplett besichtigt werden
„Denn nach Rügen reisen heißt, nach Sassnitz reisen.“ Diesen Satz ließ Theodor Fontane in „Effi Briest“ durch seine Hauptfigur ausrufen. Der Kur- und Erholungsort Sassnitz ist idyllisch an der Ostsee gelegen und von den größten zusammenhängenden Buchenwäldern Norddeutschlands umgeben. Im Fischerei- und Stadthafen am Molenfuß, der mit 1.440 Metern längsten Außenmole Europas, kann jeder Besucher interessante und erholsame Stunden verleben. Immer einen Besuch wert ist das imposante und geheimnisvolle englische U-Boot H.M.S. OTUS der britischen Oberon-class, welches neben dem alten Fähranlieger seine vorerst letzte Ruhestätte hat. Her Majesty’s Submarine OTUS war im Auftrag der Queen mit 68 Mann Besatzung vor allem vor den Falkland Inseln und im Persischen Golf im Einsatz. 1991 wurde OTUS nach 28 Dienstjahren bei der Royal Navy ausgemustert. Seinen Beinamen „Silent Hunter" – „Stiller Jäger" erhielt das Boot aufgrund seines sehr leisen Agierens, ermöglicht durch den Einsatz hochwertigen UKE-Stahls für den Druckkörper sowie der aus neu entwickelten, leichten Materialien hergestellten Außendecksverkleidung. Seit 1991 war die H.M.S. OTUS im Besitz eines Schrotthändlers im südenglischen Portmouth, bis sie vom Reederehepaar Slavka und Carsten Nöhren-Petan sozusagen wieder reaktiviert wurde. Mit Hilfe zweier Schlepper wurde die OTUS von Portmouth durch den Ärmel-Kanal und den Nord-Ostsee-Kanal nach Stralsund in die Volkswerft geschleppt, wo man Reparaturarbeiten vornahm. Am 12. Juli 2002 öffnete die OTUS das erste Mal die Luken für ihre Besucher. Besonders stolz ist die Geschäftsführung der Erlebniswelt U-Boot GmbH auf die fast vollständig erhaltene Einrichtung, welche die Arbeits- und Lebensbedingungen der ehemals sechs Offiziers- und 62 Mannschaftsgrade so bildhaft und detailgetreu nachvollziehen läßt. Auch wurde alles, vom Licht bis zur Farbe, letztere im ursprünglichen Ton aufgetragen, so original wie möglich belassen. Als besondere Highlights bietet H.M.S. OTUS die Kommandozentrale mit zwei funktionstüchtigen Periskopen, welche die Besucher bedienen können, sowie eine Audioanlage. In den einzelnen Sektionen des U-Bootes sind bspw. das Hämmern der Diesel- und Elektromotoren im Maschinenraum, das Klappern von Geschirr in der Kombüse, der Gefechtsalarm im Torpedoraum als typische U-Boot-Geräusche zu hören. Das 90 Meter breite und 8 Meter hohe U-Boot ist täglich ganzjährig ab 10 Uhr zu besichtigen.
Weitere Informationen: Telefon 038392 / 315, www.hms-otus.de
So wie Timmi das englische U-Boot im Ruhestand erkunden und in die Unterwasserwelt eintauchen
Foto: Erlebniswelt U-Boot GmbH
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