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Ausflugstipp: Putbus
Die von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus letzte planmäßig erbaute Residenzstadt und Modellstadt des Späten Klassizismus präsentiert sich als ein "italienischer Traum" mit Stuck, Säulen und Rosen. Zentrum ist der Circus, ein kreisrunder Platz mit einem 19 Meter hohen Obelisken im Zentrum um den sich 15 klassizistische Häuser gruppieren. Die weiße Stadt im grünen Herzen Rügens ist die Kulturhauptstadt der Insel

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Bunte Welt der Blechspielzeuge in Stralsund

Solide Handwerkskunst des 19. Jahrhunderts / Start der neuen Kino-Reihe FILM UND MEER

 

 

Kleine Wunderwerke der Technik, mit einem Schlüssel zum Leben erweckbar
                                                                                                                   Foto: Köpcke & Weinhold / Berlin

 

Bis einschließlich 5. März können Besucher des MEERESMUSEUMs auch einen Ausflug in die „Mechanische Tierwelt“ unternehmen. Diese Sonderausstellung von Sebastian Köpcke und Volker Weinhold aus Berlin besteht aus etwa 60 Bildern einer ganz besonderen Fotosafari. Die Aufnahmen entstanden allein mit inszenatorischen Mitteln vor der Kamera und nicht mit digitalen Effekten am Computer. Zudem werden etwa 200 originale Blechtiere sowie ein circa 15-minütiger Kurzfilm mit den markantesten Tieren in ihren charakteristischen Bewegungen präsentiert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten mechanischen Spielzeuge industriell gefertigt. Dabei entstanden kleine technische Wunderwerke, die sich mit Hilfe eines Schlüssels zum Leben erwecken ließen. In den Blechtieren fanden Neugier, Spieltrieb und Entdeckerfreude zueinander und paarten sich im besten Fall mit Erfindungsreichtum und solider Handwerkskunst. Deutschland war zweifellos die Hochburg der Blechspielwaren-Industrie. Für die beiden Ausstellungsmacher ist es das dritte gemeinsame Projekt dieser Art. Die Sonderausstellung ist täglich ab 10 Uhr zu sehen und sicher ein weiteres lohnendes Ziel für Groß und Klein im MEERESMUSEUM Stralsund. Neu in diesem Jahr startet die Reihe FILM UND MEER im OZEANEUM. In der Ausstellung „1:1 Riesen der Meere“ wird zum Kinoabend geladen. Premiere ist am 12. Februar um 20 Uhr mit „Tortuga – Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte“. Kaum an einem Strand in Florida geschlüpft, begibt sich die Unechte Karettschildkröte auf eine gefährliche und geheimnisvolle Reise, die erst nach 25 Jahren beendet sein wird. Seit über 200 Millionen Jahren ist es dieselbe Route, die schon ihre Vorfahren bewältigt haben. So macht auch sie sich auf die abenteuerliche Reise. Am 12. März um 20 Uhr können alle Kinofans auf den Film „Jagdzeit – den Walfängern auf der Spur“ gespannt sein. Dann geht es an Bord des Greenpeace-Schiffes „Esperanza“, mit dem sich 37 „Idealisten“ auf eine lange und gefährliche Reise ans südliche Ende der Welt machen. Sie wollen die japanische Walfangflotte in der Antarktis aufspüren. Japan plant, unter dem Deckmantel der Wissenschaft, über 1.000 Wale im Schutzgebiet im Südpolarmeer zu töten. Die Mannschaft der „Esperanza“ will das verhindern.

VERANSTALTUNGEN & AUSSTELLUNGEN

MEERESMUSEUM:
Do, 4.2., 19 Uhr: Die Ostsee-Pipeline, Jochen Lamp, Vortrag
So, 28.2., ab 14 Uhr: Eisbär, Pinguin & Co., Familiensonntag (red. Eintritt)
Do, 4.3., 19 Uhr: Tintenfische in der Nordsee, Daniel Oesterwind, Vortrag
bis Fr, 5.3., täglich ab 10 Uhr: Mechanische Tierwelt, Sonderausstellung
bis April, täglich ab 10 Uhr: Acropora – Expeditionen ans Rote Meer, Sonderausstellung

OZEANEUM:
Fr, 12.2., 20 Uhr: Tortuga – die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte, Kino
Fr, 26.2., 19.30 Uhr: Theaterschwärmerei und Mee(h)r, (mit Theater Vorpommern)
Fr, 5.3., 20 Uhr: Straußgala – Ein Abend im Dreivierteltakt (mit Theater Vorpommern)
Fr, 12.3., 20 Uhr: Jagdzeit – den Walfängern auf der Spur, Kino
bis Sommer, täglich ab 9.30 Uhr: SeAmore, Betty Schöner, Fotoausstellung
bis Sommer, täglich ab 9.30 Uhr: Kyma-Welle, Peter-Paul Reinmuth, Fotoausstellung

EXTRA:
8. bis 19.2., Montag bis Freitag ab 10 Uhr:
Ferienspaß „Biodiversität und Klima – was ist denn das?“

Alle weiteren Informationen:
Telefon 03831 / 26 50 210
www.meeresmuseum.de

 

 

Im Winter von den Tropen träumen

Sonderausstellung und die Bewohner der tropischen Aquarien
im Meeresmuseum Stralsund

 

Tropische Impressionen sind derzeit im MEERESMUSEUM Stralsund zu bewundern. Dort lädt die Sonderausstellung „ACROPORA – zwei Museumsexpeditionen ins Rote Meer“ ein. Vor dreißig Jahren wurden zwei für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Expeditionen des MEERESMUSEUMs abgeschlossen. Dabei konnten die sechs- bzw. fünfköpfigen Forschergruppen des Museums an 66 Tagen von morgens bis abends an den Riffen des Roten Meeres beobachten, erkunden, sammeln und fotografieren. Hauptergebnis der beiden Expeditionen ist ein naturgetreuer, fast fünf Meter hoher Riff-Ausschnitt als besonderer Anziehungspunkt im MEERESMUSEUM, der für den Schutz der bedrohten Korallenriffe sensibilisieren soll. Die aktuelle Sonderausstellung veranschaulicht mit originalen Ausrüstungsgegenständen der Expeditionen, informativen Tafeln und Filmmaterial den Verlauf, die Stationen, die Arbeiten unter Wasser sowie die Beobachtungs- und Sammelergebnisse dieser Reisen als wichtige Entwicklungsetappe des Deutschen Meeresmuseums. Auch die Aquarien des MEERESMUSEUMs entführen die Besucher in die Welt der Tropen und des Mittelmeeres. Gleich zu Beginn des Museumsrundgangs wecken vier tropische Becken die Neugier der Besucher und vermitteln u.a. Eindrücke von einem farbenfrohen Lagunenriff sowie Mangrovenwald. Der Großteil der Aquarien befindet sich jedoch im „Aquarienkeller“. Bei einer Wassertemperatur um die 18 °C fühlen sich hier u.a. geheimnisvolle Moränen, Langusten, Drachenköpfe und Brassen sichtlich wohl. Im größten Becken findet man sogar ein angedeutetes Schiffswrack inmitten einer Seegraswiese. Gleich nebenan tummeln sich Bewohner der Tropen bei durchschnittlich 25 °C Wassertemperatur. Hier fühlen sich diverse Korallenarten, Garnelen, Grundeln und Barsche ebenso heimisch wie Tiere mit außergewöhnlichen Namen: Schokoladen-Doktorfisch, Juwelen-Kammzähner oder Paletten-Leierfisch. Im 50.000-Liter-Haibecken leben Ammenhaie, Marderhaie und Braunbandbambushaie. In einem anderen Aquarium faszinieren giftige Meerestiere wie Rotfeuer- und Steinfisch. Außerdem begeistern Seepferdchen, ein Krake und die kleinen „Nemos“. Höhepunkt ist das 350.000-Liter-Becken der Meeresschildkröten. Durch ein 21 Zentimeter dickes und knapp 25 Quadratmeter großes „Schaufenster“ können die urzeitlich anmutenden Reptilien beobachtet werden. In die 36 Tropenaquarien des MEERESMUSEUMs kann man trockenen Fußes täglich ab 10 Uhr „abtauchen“.

 

Auch „Nemo“ tummelt sich in den tropischen Aquarien                                            Foto: J.-M. Schlorke

 

Weitere Informationen:
Telefon 03831 / 26 50-210,
http://www.meeresmseum.de/
Telefon 03831 / 26 50-610, www.ozeaneum.de

 

ÖFFNUNGSZEITEN:

MEERESMUSEUM Stralsund:
tgl. 10–17 Uhr
OZEANEUM
Stralsund:
tgl. 9.30–19 Uhr
NAUTINEUM
Dänholm Stralsund:
geschlossen (Winterpause bis einschl. April)
NATUREUM
Darßer Ort (Prerow):
Mittwoch bis Sonntag 11–16 Uhr, Mo + Di geschl.

 

 

Die Faszination des Bernsteins in Sellin

Zeitreise mit „Tränen der Götter“ – Privates Bernstein-Museum
seit zehn Jahren erfolgreich

 

Gegenstände aus Bernstein, wie sie vor hundert Jahren alltäglich waren

 

Im Dezember 2009 konnte das Bernstein-Museum in Sellin sein zehnjähriges Jubiläum feiern. Nach der Wende war der Goldschmied Jürgen Kintzel der Einzige auf Rügen, der Bernstein anbot. Heute kann man Bernsteinschmuck überall dort kaufen, wo etwas los ist. Mit dem wachsenden Angebot mehrten sich auch die Fragen der Kunden: „Wie erkenne ich echten Bernstein?“, „Was ist das Besondere am Baltischen Bernstein?“, „Was ist Bernstein eigentlich?“ So entstand bei dem gestandenen Handwerker die ungewöhnliche Idee, im Ostseebad Sellin ein Privat-Museum für den Bernstein zu eröffnen. Von Anfang an war ihm dabei wichtig, die Ausstellung auf fachlich solide Füße zu stellen. Daher hat er schon früh den Kontakt zu Wissenschaftlern gesucht und ist selbst ein begeisterter Bernstein-Spezialist geworden.

Skarabäus – Wie kommt der Laubwaldbewohner in das Nadelbaumharz?

 

Als er kürzlich einen ungewöhnlichen Bernstein mit gleich zwei Inklusen erhielt, sandte er sie zum „Arbeitskreis Bernstein“ an der Universität Hamburg. Dass es sich bei den Einschlüssen im Jahrmillionen alten Baumharz um einen Flohkrebs und einen Skarabäus handelte, hatte er schon selbst herausgefunden – der Umstand, wie der Skarabäus, der sich eigentlich nur in Laubwäldern heimisch fühlte, gemeinsam mit dem Flohkrebs in das Nadelholzharz kam, konnte auch in Hamburg nicht beantwortet werden. Es sind diese Fragen, die Jürgen Kintzel interessieren und deren Antworten er gern an seine Besucher weitergeben möchte. Nur ein kleiner Teil des weltweit gefundenen Bernsteins eignet sich für die Schmuckherstellung. Jüngerer Bernstein ist oft zu weich für die Bearbeitung – verbirgt aber häufig spannende Geschichten über die Entwicklung der Erde und deren Bewohner. Bis zu 14. 000 Besucher kommen jedes Jahr in das kleine Museum hinter Jürgen Kintzels Goldschmiedewerkstatt. Dort lernen sie bei einer Führung durch seine langjährige Mitarbeiterin Frau Eichstätt Rohbernstein aus aller Welt und allen Zeiten kennen. Aber auch die Entstehung einer Perle, Schmuck aus der ehemaligen Königsberger Schmuckmanufaktur, Objekte aus Pressbernstein und preiswerte Gießharzimitate sind im Bernstein-Museum zu sehen. Schautafeln und Vitrinen vermitteln fundiert und unterhaltsam Wissenswertes zum „Gold des Meeres“.

Das Selliner Bernstein-Museum in der Granitzer Straße 43 / Ecke Wilhelmstraße ist ganzjährig jeweils Montag bis Freitag von 10 bis12 und 14 bis 17 Uhr sowie Sonnabend von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Gruppen werden um telefonische Anmeldung unter 038303 / 8 72 79 gebeten. Weitere Informationen auch unter www.bernsteinmuseum-sellin.de.

 

 

Die Geschichte der Insel Rügen entdecken

Sammlungen von der Frühgeschichte bis zur Schwedenzeit
im Stadtmuseum Bergen auf dem Klosterhof

 

Eindrucksvolle Sammlung aus der
Stadt- und Inselgeschichte im ehemaligen Klostergebäude

 

Das Bergener Stadtmuseum im Klosterhof hinter der St. Marienkirche ist heute nicht mehr aus dem Rügener Kulturangebot wegzudenken. Hier können Besucher sich insbesondere einen Überblick zur Stadtgeschichte der Inselhauptstadt Bergen, aber ebenso zur Ur- und Frühgeschichte, Kulturgeschichte und Volkskunde der Insel Rügen verschaffen. Ein Hauptthema der Ausstellungen ist die Christianisierung der Rüganer im 12. Jahrhundert. Gäste erfahren viel Wissenswertes zu den slawischen Göttertempeln der vorchristlichen Zeit sowie zur Verehrung des viergesichtigen Svantevit auf Rügen. Mit Eroberung der Tempelburg Arkona durch die Dänen im Jahr 1168 wurden die hiesigen slawischen Tempelheiligtümer zerstört und die Inselbevölkerung im Zuge der neuen Feudalherrschaft zum christlichen Glauben bekehrt. Der Bau der Marienkirche und des dazugehörigen 1193 begründeten Zisterzienserklosters zementierte die Macht der Rügenfürsten im 12./13. Jahrhundert und bestimmte die Geschichte des Ortes Bergen bis zur Reformation. Der ehemalige Betsaal informiert anhand überlieferter Zeugnisse über die Klostergeschichte und das adlige Frauenstift. Erst 1613 – Bergen war längst zum Handelszentrum der Insel aufgestiegen – erkauften sich die Bergener Bürger von Pommernherzog Philipp Julius das Stadtrecht. 1648 wurde Rügen dem Königreich Schweden zugeteilt. Immer wieder hatte es unter den Kampfhandlungen der Anlieger des östlichen Ostseegebietes um die Vormacht über Sund und Belt als Zufahrt zur Ostsee zu leiden. Ein kleiner Ausstellungsbereich des Museums ist den besonderen Ereignissen während der Schwedenzeit bis 1815 gewidmet. Ebenso werden wichtige Persönlichkeiten Rügens vorgestellt und den Besucher des Stadtmuseums erwarten ständig wechselnde Sonderausstellungen und regelmäßige Vorträge zur Geschichte Rügens.

Das Stadtmuseum Bergen reiht sich in das Ensemble um St. Marien ein              Fotos: Stadt Bergen

 

Das Stadtmuseum Bergen in der Billrothstraße 20a ist bis einschließlich April jeweils dienstags bis freitags von 11 bis 15 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr göffnet. Gruppenführungen finden nach telefonischer Vereinbarung statt.

Weitere Informationen:
Telefon 03838 / 25 22 26
museum@stadt-bergen-auf-ruegen.de

 

 

Auf dem Jakobsweg – Dia-Show im Remter

Eine Pilgerreise nach Santiago de Compostella
mit Eindrücken von Henry Schober




Auf dem Camino wandern Pilger durch die einsamen Weiten Spaniens
                                                                                                           Foto: Hans-Jakob Weinz / PIXELIO

 

Seit dem Mittelalter pilgern Menschen zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostella. Dabei nehmen sie neben einer langen Fußwanderung auch erhebliche Entbehrungen und nicht wenige Gefahren auf sich. Diese alte Art des Reisens – voran zu kommen aus eigener Kraft – ist wieder in Mode gekommen. Heutzutage sind es gut 200.000 Wallfahrer aus aller Welt, die sich aus religiösen, spirituellen oder einfach sportlichen Gründen auf diesen inzwischen bestens ausgeschilderten Pilgerpfad begeben. Viele wirklich per Pedes, manche aber auch mit dem Fahrrad. Eine erhebliche Rolle für so eine Reise spielt natürlich ebenso kunstgeschichtliches Interesse, denn der lange Weg wird zum Teil von einzigartiger Architektur gesäumt. Der sich über 800 Kilometer erstreckende Camino führt die Pilger durch Landschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Von den Pyrenäen aus geht es über karge Hochebenen und durch fruchtbare Täler, kleine Dörfer und große Städte bis in den äußersten Nordwesten Spaniens. Der Fotograf Henry Schober wanderte diese Strecke im Jahr 2008 in 35 Tagen und hatte neben seiner gut 10 Kilogramm schweren Ausrüstung natürlich auch immer seine Digitalkamera dabei. Das Ergebnis dieser Reise ist eine faszinierende Dia-Show, die der Buxtehuder am 26. Februar um 19.30 Uhr im Remter des Stralsunder Kulturhistorischen Museums präsentiert.

Reservierungen und Karten unter Telefon 03831 / 28 79 16
oder an der Museums- bzw. Abendkasse.

 

 

Der Fotograf: „Das Feuer brennt noch ...“

Urstralsunder Harry Hardenberg zeigt im Katharinenkloster
Arbeiten aus drei Schaffensphasen


Harry Hardenberg möchte noch einige neue Fotografie-Projekte verwirklichen

 

Im August dieses Jahres feiert Harry Hardenberg einen halbrunden Geburtstag: Es ist der Fünfundsiebzigste. Ein guter Grund für den Urstralsunder, den „Versuch einer Werkschau“ zu wagen. Mit seinen Arbeiten war der diplomierte Fotografiker zwar schon öfter im Stralsunder Kulturhistorischen Museum zu Gast, doch in der am 7. März um 11 Uhr im Katharinenkloster eröffnenden Sonderausstellung bekommen die Besucher Ergebnisse aus mindestens drei seiner Schaffensperioden zu sehen. So wird neben einer Rückblende und Gegenwärtigem erstmals auch Hardenbergsche Gebrauchsgrafik gezeigt. Schaut man in die Vita von Harry Hardenberg, dann offenbart sich ein Lebensweg, der seit mehr als einem halben Jahrhundert durch die Liebe zur Fotografie geprägt wurde. Mancher Werftarbeiter wird sich vielleicht noch an den jungen Mann erinnern, der ihm des Öfteren mit Kamera und Stativ über den Weg lief. Was wäre die Werftzeitung ohne seine Bilder gewesen? Man kennt ihn als Pressefotograf ebenso wie aus unterschiedlichsten Buchprojekten über seine heimatliche Region. Seit 1984 freischaffend, war er 1990 Gründungsmitglied des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern und zwei Jahre später gehörte Hardenberg auch zu den Geburtshelfern des MV-Foto e.V. In die neunziger Jahre fallen sein Lehrauftrag an der Greifswalder Universität und ein vierwöchiger Studienaufenthalt in den USA. Und fragt man Harry Hardenberg nach der größten Herausforderung der jüngsten Zeit, zögert er nicht mit der Antwort: „Das Anfreunden mit der neuen Technik! Man muss sich offen halten für Technik, wie man seinen Blick offen hält für neue Bilder. Alles hat seine Zeit, so eben auch die Dunkelkammer.“

Weitere Informationen:
Telefon 03831 / 28 79 16

 

 

Den Kinderträumen von damals auf der Spur

Sonderausstellung im Stralsunder Kulturhistorischen Museum entführt ins DDR-Kinderzimmer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Püppchen zur Leipziger „Messe der Meister von Morgen Foto: KHM Stralsund

 

Erinnerungen an die eigene Kindheit sind oftmals Erinnerungen an ein bestimmtes Lieblingsspielzeug – die Puppe mit den kämmbaren Haaren, der Stabilbaukasten, der Kaufmannsladen ... So war die Vorweihnachtszeit nicht nur wegen der vielen kleinen Heimlichkeiten und Vorbereitungen auf die Festtage besonders schön, sondern es war eine Zeit, in der das geliebte Puppenhaus endlich wieder vom Boden geholt wurde und eine Ecke des Wohnzimmers bis in das neue Jahr hinein damit okkupierte. Bei Spielfreunden war es die Modelleisenbahn, die pünktlich zum 1. Advent aufgebaut wurde. Um so manche Erinnerung dreht es sich auch, wenn die Sonderausstellung „Pitti und Co. – Die Spielzeugwelt der DDR“ im Stralsunder Kulturhistorischen Museum eröffnet. Als Interieur dienen Kinderzimmermöbel der siebziger und achtziger Jahre. Das das Museum dabei auf einen kleinen Fundus zurückgreifen kann, ist der zahlreichen Unterstützung aus der Bevölkerung zu danken. Wie bunt es in so einem Zimmer – egal ob bei Mädchen oder Jungen – aussah, belegt die reiche Auswahl an Spielsachen für die unterschiedlichen Altersgruppen: Baukästen, Puppen, Plüschtiere, Figuren die aus Film und Fernsehen bekannt waren, Autos, Kinderbücher ... Dabei zeigt das Museum ausschließlich Spielzeug aus eigenem Bestand. Vieles kam als Schenkung ins Haus, nach dem zuvor zwei oder sogar noch mehr Generationen von Kindern damit gespielt hatten, oder wurde sogar gezielt für die Sammlung angekauft. Auch der wissenschaftlich-technische Fortschritt machte vor den Kinderzimmertüren der DDR nicht halt. Damals gab es zwar noch keinen Gameboy, dafür aber eine Orbitalstation zum Spielen. Ziel der Ausstellung ist es nicht, eine Bewertung der DDR-Spielzeug-Produktion vorzunehmen. Dafür möchte das Stralsunder Museum in seinem Jubiläumsjahr ein weiteres Mal durch die Präsentation von Stücken aus dem Magazin über seine Sammlungstätigkeit und damit über einen besonders schönen Bereich aus der Volkskundlichen Abteilung informieren.

Die Sonderausstellung ist bis zum 11. April 2010 im Museumsspeicher in der Böttcherstraße 23 zu sehen.

Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr. Weitere Informationen: Telefon 03831 / 28 79 16

 

 

Das OZEANEUM - Deutschlands größter
Museumsneubau ist eröffnet

Die Reise in die Unterwasserwelt der nördlichen Meere
in Stralsund hat begonnen

 

Die gelungene Integration des OZEANEUMs in die Stralsunder AltstadtsilhouetteAm 12. Juli 2008 um 9 Uhr öffneten sich erstmals die Türen des OZEANEUMs in Stralsund für die Besucher. Mehrere Tausend, überwiegend Urlauber aus den nahe gelegenen Ferienregionen, kamen bereits am Eröffnungswochenende, um als Erste die neue Meereserlebniswelt zu besichtigen. Da der Besucher-Service gut aufgestellt war, bildeten sich dennoch keine langen Schlangen. Auf Grund von technischen Problemen konnten leider noch nicht alle Bereiche des Museums geöffnet werden. Dennoch geben allein die große Ostseeausstellung und die dazugehörigen Aquarien bereits einen sehr guten Einblick, mit welcher Liebe zum Detail die Ausstellungen hier konzipiert wurden. Die Wale im Originalmaßstab, die entsprechenden Gesänge der Tiere und die Visualisierung der Wasseroberfläche an der Decke der 18 Meter hohen Ausstellungshalle „1:1 – Riesen der Meere“ erzeugen beim Besucher ein besonders eindrucksvolles Museumserlebnis. Museumsdirektor Dr. Harald Benke betonte bei der Eröffnung, dass „mit dem Neubau der Stiftung Deutsches Meeresmuseum der Sprung unter die Top 10 der Meeresmuseen in Europa, wenn nicht sogar der Welt geschafft wurde“. Er freut sich auf zahlreiche Besucher und warb um Verständnis dafür, dass bei diesem großen Projekt noch nicht alles auf den Punkt fertig gestellt werden konnte: „Ein Aquarium ist wie ein Garten, der erst im Laufe der Zeit immer schöner wird."

Roland Völcker

Die ganzjährigen Ausstellungen sind täglich von 9.30 bis 19 Uhr,
von Juni bis September sogar bis 21 Uhr zu besichtigen.

Weitere Informationen:
OZEANEUM Stralsund,
Hafenstraße 11, 18439 Hansestadt Stralsund
Telefon 0 38 31/26 50 677, http://www.ozeaneum.de/

  

 

Mönchguter Museumswinter bietet viel Wissen

Altes Kürschnerhandwerk, Führungen und „Lebendiges Museum“ auf DVD im Ostseebad Göhren

 

 

Heimatmuseum und Museumshof liegen inmitten des Ostseebads Göhren       Foto: Mönchguter Museen

 

Gerade in den Wintermonaten laden die Mönchguter Museen Gäste wie Rüganer zu einem gemütlichen Besuch ihrer umfangreichen Sammlungen in Göhren ein. Museumsschiff „Luise“ und „Rookhus“ befinden sich zwar in der Winterpause, doch im Heimatmuseum und auf dem Museumshof gibt es immer etwas zu entdecken: Anhand der detailgetreu eingerichteten Wohn-, Schlaf- und Arbeitsstube sowie der Mönchguter Trachten werden die Lebensumstände der hier ansässigen Fischerbauern-Familien um 1850 erläutert. Zudem zeigt Rügens größtes Freilichtmuseum originale landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, Maschinen, Kutschen und Wagen in einer noch original erhaltenen Hofanlage. Außerdem ist hier die 100 Jahre alte Handdruck-Feuerspritze der Göhrener Feuerwehr zu bestaunen.

Der Kürschner aus Jost Ammans Ständebuch, Holzschnitt von 1569

Foto: Mönchguter Museen

 

Das Mönchguter Heimatmuseum ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Hier ist noch bis zum 18. April die Sonderausstellung „625 Jahre Zunftprivilegium der Kürschner zu Bergen auf Rügen“ zu sehen. Von der Steinzeit bis in die Gegenwart spannt Kürschnermeister Uwe Hinz aus Bergen den zeitlichen Bogen und erzählt nicht nur aus der Geschichte seines Handwerks, sondern verdeutlicht diese auch anhand unzähliger Exponate wie Werkzeuge, Pelzkunde, Modezeitschriften, Schnitte und Modelle. Eine sehenswerte, interessante Ausstellung, die durch eine kleine Werkstatt komplettiert wird, ist hier entstanden. Auch 2010 bieten die Mönchguter Museen wieder kostenlose Führungen im Heimatmuseum an, die immer dienstags um 14 Uhr stattfinden (Eintritt wird erhoben, Anmeldung bitte unter Telefon 038308 / 21 75 oder 2 56 27). Der Museumshof ist im Februar und März montags bis freitags von 10 bis 16 geöffnet. Kostenlose Führungen werden jeden Mittwoch um 14 Uhr angeboten (Eintritt wird erhoben). In beiden Museen können Kinder und Erwachsene, ausgerüstet mit Stift und Museums-Quiz, außerdem bei der beliebten Museums-Entdeckungstour ihr Wissen testen und Antworten auf viele interessante Fragen suchen. Dem Gewinner winken kleine Preise! Die Museumsmitarbeiter geben gern Auskunft dazu. Interessant für viele Besucher ist auch die Kombikarte für Heimatmuseum und Museumshof. Unter dem Motto „Eintauchen in die Geschichte – Auftauchen im Inselparadies“ erhält der Gast dabei unter Vorlage der Museums-Eintrittskarte einen Rabatt von 10 Prozent im Selliner Freizeitbad „Inselparadies“. Ermäßigten Eintritt gibt es außerdem mit einem tagesaktuellen Fahrschein des RPNV sowie für alle Kurkarten-Inhaber aus den umliegenden Gemeinden und Ostseebädern. Zum Museumskomplex der Mönchguter Museen zählen auch das Museumsschiff „Luise“, das als solches seit 1982 genutzt wird, und das Rookhus, welches um 1700 erbaut wurde. Momentan befinden sich diese beiden Museen in der Winterpause. Wer sich dennoch über sie informieren möchte, erhält dazu selbstverständlich auch während der Schließzeiten Informationsmaterial von den Mitarbeitern des Heimatmuseums. Ein unterhaltsamer Begleiter durch die Museen ist ebenfalls die DVD „Mönchguter Geschichte entdecken und erleben“, die vom Team des regionalen Fernsehsenders rügencampus erstellt wurde. Neben den einzelnen Standorten der Museen im Ostseebad Göhren werden die Entwicklung der Mönchguter Kulturlandschaft, Anliegen und Arbeit des Fördervereins, museumspädagogische Aspekte und das Konzept „Lebendige Museen“ vorgestellt. Erhältlich ist der Film an der Museumskasse zu einem Preis von 10 Euro. Der Kauf dient außerdem einem guten Zweck: 5 Euro davon werden für die Unterstützung neuer Projekte und Vorhaben des Fördervereins zum Schutz, zur Pflege und weiteren Erhaltung der Mönchguter Museen aufgewendet.

Standorte: siehe Ortsplan Göhren
auf Seite 44 in dieser Ausgabe

Alle weiteren Informationen und Voranmeldung in der Verwaltung der museen im Ostseebad Göhren, Strandstraße 4, Telefon 038308 / 21 75 oder im Internet: www.moenchguter-museen-ruegen.de

 

Bernd Engler – Eine Retrospektive zum 50.

Werkschau der Kinetischen Kunst im Stralsunder Kulturhistorischen Museum ab 24. Oktober

 

Der Bewegungsausdruck als integraler ästhetischer Bestandteil des Objekts    Foto: KHM Stralsund

 

Die mechanische Bewegung als integraler ästhetischer Bestandteil des Kunstobjekts widerspiegelt sich als künstlerische Ausdrucksform unter dem Oberbegriff Kinetische Kunst. Als ihr Ursprung gelten sowohl die kunstgewerblichen mechanischen Apparate wie auch die ästhetischen Wasserspiele des Barock, während in der Moderne ihre Anfänge bei den Licht- und Bewegungsobjekten Marcel Duchamps und Man Rays sowie in den konstruktivistischen Maschinen von Künstlern wie Wladimir Tatlin oder Naum Gabo zu finden sind. Seit fast 20 Jahren widmet sich der in Ückeritz lebende Bernd Engler (Jahrgang 1959) ebenfalls dieser Kunstform. Nach seinem Studium der Malerei und Grafik in Halle/Burg Giebichenstein begann er 1986, freischaffend in Stralsund zu arbeiten. Bereits drei Jahre später entstehen seine ersten Installationen und Objekte. Engler erhält mehrere Arbeitsstipendien und übernimmt Lehraufträge am Caspar-David-Friedrich-Institut der Greifswalder Universität. Ein Reisestipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern führt ihn 2005 nach Padua und Mailand. Hier trifft er sich mit den Nestoren der Kinetischen Kunst – Alberto Biasi und Enzo Mari. Ein Jahr danach beginnt Bernd Engler, seine bewegten Installationen collageartig mit den neuen Medien zu verbinden – sein Ziel: Grenzen von Projektion und realem Gegenstand sollen ineinander überfließen. Er arbeitet dabei mit Sound, Interaktion, Kommunikation und beschäftigt sich mit Strukturphänomenen und deren implizitem Bewegungsausdruck. Anregung dazu fand und findet der Künstler durch neue wissenschaftliche Wertefelder und Modellvorstellungen, wie sie zum Beispiel bei der Chaos-Forschung entstehen. Seine Arbeiten erhalten sowohl in Deutschland als auch außerhalb der Landesgrenzen Beachtung und haben sich seit Jahren ihren Platz im öffentlichen Raum erobert – so unter anderem seine windkinetische Skulptur „Epigramme“, die 2005 vom Bremer Senat für den Campus  der Universität erworben wurde, oder seine kinetische Wandinstallation „Modifikation“, zu sehen im Institut für Organische Katalyse in Rostock.

Die Sonderausstellung im Katharinenkloster ist dort bis zum 28. Februar 2010 zu sehen. Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr. Weitere Informationen: Telefon 03831 / 28 79 16
 

 


Beeindruckende Giganten auf sechs Beinen

NaturErlebnisZentrum MÜRITZEUM zeigt faszinierende Sonderausstellung naturgetreuer Insektenmodelle

 

Maikäfermodell – exakt bis zum kleinsten Härchen nachgestaltet                            Foto: Julia Stoess


Das Museumsjahr 2010 beginnt im MÜRITZEUM mit einer ganz besonderen Ausstellung. Während es in der Natur noch recht winterlich ist, können die Besucher im „Haus der Sammlungen“ ab Februar heimische Insekten in bunter Vielfalt erleben. In der neuen Sonderausstellung „Giganten auf sechs Beinen“ geht es rund um die artenreiche Welt der Sechsbeiner. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die mehrfach preisgekrönten Arbeiten der Hamburger Diplom-Designerin Julia Stoess. Bei ihren Besuchen in Naturkundemuseen fiel ihr auf, dass Insekten im Vergleich zu anderen Tiergruppen in den Ausstellungen oft nur wenig Beachtung finden. Es entstand die Idee, stark vergrößerte Insektenmodelle zu bauen, wissenschaftlich exakt und auf höchstem Niveau. Neben ihrer Tätigkeit als Kostümbildnerin begann Julia Stoess, sich das erforderliche Knowhow anzueignen. Vor etwa fünf Jahren machte sie sich schließlich selbständig und widmet sich seitdem ganz dieser Aufgabe. Mittlerweile gehören 17 Naturkundemuseen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Finnland, aber auch die Pharma- und Werbeindustrie zu ihren Auftraggebern. Für ihre hervorragenden Arbeiten erhielt Julia Stoess auf der Weltmeisterschaft der Präparatoren 2008 in Salzburg die Silbermedaille in der Kategorie „Wissenschaftliche Modelle“, außerdem den Rene-Lanooy-Preis 2008 für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Präparationstechnik. Die Ausstellung im MÜRITZEUM zeigt acht Modelle verschiedener Insektenarten, unter anderem einen Maikäfer, eine Zikade und eine Mücke. Sie sind naturgetreu bis zum letzten Härchen und zur kleinsten Borste nachgestaltet. Die Modelle sind so stark vergrößert, dass man auch mit dem bloßen Auge erkennt, was sonst erst durch eine Lupe oder ein Mikroskop sichtbar würde: riesige Komplexaugen, mächtige Kieferzangen, beeindruckende Farben und Formen. Ein interessanter Film-Clip zeigt, wie diese Modelle entstehen. Passend zum Thema ist eine kleine Foto-Ausstellung zu sehen. Die interessanten Insektenaufnahmen stammen von dem Hamburger Biologen und Naturfotografen Axel Jahn. In einer Vitrine wird dazu anhand einiger Exponate ein Einblick in die Insektensammlung der Naturhistorischen Landessammlungen im MÜRITZEUM gegeben.

 

Einmalige Architektur beherbergt außergewöhnliche Ausstellungen zur Natur der Müritz-Region
                                                                                                                             Foto: MÜRITZEUM gGmbH

 

Weitere Informationen:
MÜRITZEUM gGmbH
Zur Steinmole 1, 17192 Waren (Müritz)
Telefon 03991 / 633 68-0, Fax 03991 / 633 68-10
info@mueritzeum.de, www.mueritzeum.de

 

 

Meereskunde hinter alten Klostermauern

Das MEERESMUSEUM Stralsund lockt mit mehreren Standorten 

 

Blick in das tropische Aquarium des Deutschen Meeresmuseums unter dem Klostergewölbe 

Seit Jahren ist das Deutsche Meeresmuseum in der Hansestadt Stralsund unschlagbarer Besuchermagnet im ehemaligen Dominikanerkloster St. Katharinen, welches seinen Besuchern in den Sommermonaten täglich von 10 bis 18 Uhr offen steht. Auf drei Ausstellungsebenen werden Meereskunde, Meeresbiologie, Fischerei sowie Flora und Fauna der Ostsee dargestellt. Besonders eindrucksvoll ist das 15 Meter lange Finnwal-Skelett im Chor der Klosterkirche. In den Aquarien tummeln sich Bewohner der Nord- und Ostsee, des Nordatlantiks sowie der tropischen Meere. So begeistern z.B. Ammenhaie, niedliche Seepferdchen, Seesterne und farbenprächtige Korallenfische. Publikumslieblinge sind die Meeresschildkröten, die in einem 350.000-Liter-Aquarium leben und durch eine ca. drei mal acht Meter große Scheibe beobachtet werden können. Das Museumsbistro „Tartaruga“ lädt nach dem Rundgang mit Blick auf Deutschlands größtes Meeresschildkrötenbecken zum Verweilen ein.

Weitere Informationen:
Meeresmuseum Stralsund, Katharinenberg 14-20
18439 Hansestadt Stralsund
Telefon 0 38 31/26 50-210, Fax 0 38 31/26 50-209
info(at)meeresmuseum.de, http://www.meeresmuseum.de/

 

 

Erlebnis für Naturliebhaber am Königsstuhl

Zwischen Eisberg und Multivisionskino die Schönheit
der Halbinsel Jasmund entdecken

 Auf der Zeitreise im Nationalpark Jasmund bei Sassnitz warten spannende Exponate und Einblicke in die Urgeschichte

Auf der Zeitreise im Nationalpark Jasmund bei Sassnitz warten spannende Exponate
und Einblicke in die Urgeschichte                                          Foto: Nationalpark-Zentrum Königsstuhl

 

Wer weiß schon, wie die Welt aus der Sicht eines Grashüpfers wirkt? Wie es unter der Erde oder in der Ostsee aussieht? Oder wie wäre es, nur einmal einen Eiszeitgletscher zu berühren? All das ist möglich im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl. Hier wird Natur auf besondere Weise erlebbar. Denn direkt am Königsstuhl, dem Wahrzeichen Rügens, hält das moderne Besucherzentrum für die ganze Familie ein spannendes Programm für alle Sinne bereit: eine einmalige, 2.000 Quadratmeter große Ausstellung, die mit der Kombination aus natürlichen Elementen und moderner Technik die Geheimnisse des Nationalparks Jasmund enthüllt. Auf dieser Zeitreise warten viele spannende Exponate zum Anfassen und Ausprobieren, die auch ungeahnte Einblicke in die Urgeschichte gewähren. Ob Abenteurer oder Forscher oder in der Stimmung für einen romantischen Streifzug durch die Lebensbereiche des Nationalparks, für jeden Besucher steht eine richtige Führung per Kopfhörer-System bereit. Zahlreiche Aquarien, ein echter Eisberg und viele andere Attraktionen  vermitteln auf unterhaltsame Weise die faszinierende Welt des Nationalparks Jasmund. Wie ein Seeadler über Buchenwälder schweben, die Brandung im Morgenrot erleben, bei klirrendem Frost oder im goldenen Herbst ... auf vier Leinwänden vermittelt die 180°-Projektion im Multivisionskino einen Eindruck der Schönheit des Nationalparks – zu jeder Tageszeit und in jeder Jahreszeit. Großformatige Fotos wechseln mit bewegten Bildern, untermalt von stimmungsvoller Musik. Die Darsteller – Kinder von der Insel Rügen – nehmen die Besucher an die Hand und führen sie durch diese zauberhafte Welt. Der „Flug“ über den Nationalpark Jasmund im Multivisionskino dauert 15 Minuten. Der schneckenförmige Kinosaal bietet etwa 70 Zuschauern Platz. Was wäre ein Erlebnis für Naturliebhaber ohne echte Natur? Auf 28.000 Quadratmetern Außengelände laden Sonnenterrassen,  ein Fossilienfeld und selbstverständlich der Königsstuhl zum Staunen und Genießen ein. Ganzjährig sind alle Spielgeräte für die Kinder nutzbar. Der Kletterwald bietet Kindern ab 4 Jahren die Möglichkeit, sich auszutoben. Für kleinere Kinder steht das Bodenbrüternest mit den Rieseneiern zur Verfügung. Eine Schaukel ergänzt das Bewegungsangebot für kleine und auch größere Besucher und die Riesen-Schnecke macht das Spielen mit Murmeln möglich. Das Forscherzelt steht den Besuchern in der Saison von Mai bis September zur Verfügung.

Weitere Informationen: Telefon 03 83 92/66 17 66, http://www.koenigsstuhl.com/

 

 

Eine Zeitreise mit den „Tränen der Götter“

Faszination des Bernsteins von der Entstehung bis zur Nutzung
im Selliner Bernstein-Museum

 

Besonders nach den Herbst- und Winterstürmen sieht man sie gebückt an Rügens Stränden – die Sammler, die im Spülsaum aus Algen, Holzresten und Muscheln nach Bernstein suchen. Bei bewegter See wird das „Gold des Meeres“ hoch gespült und mit dem Seetang an Land getragen. Mindestens eine Million Jahre muss das Harz unterschiedlicher Baumarten luftabgeschlossen lagern, bevor es zu Bernstein wird. Wie er entsteht, in welchen Formen er gefunden wird und wozu er außer der Schmuckherstellung noch verwendet wird, führt auf anschauliche Weise das Bernstein-Museum in Sellin vor. Wissenschaftlich fundiert und mit didaktischem Anspruch zeigt es den Weg des Bernsteins von der Entstehung über den Abbau bis zur Verarbeitung und industriellen Nutzung. Es präsentiert Roh-Bernstein aus aller Welt und allen Zeiten in seinen verschiedenen Farben und Formen sowie Bernstein mit Einschlüssen von Insekten, die einst mit einem Körperteil im klebrigen Harz hängen geblieben sind – den so genannten Inklusen. Pflanzenteile und kleine Lebewesen im „gläsernen Sarg“ sind heute Fenster in die Erdgeschichte. Aber auch die Entstehung einer Perle, Schmuck aus der ehemaligen Königsberger Schmuckmanufaktur, Objekte aus Pressbernstein und billige Gießharzimitate sind zu sehen. In Privatinitiative betreibt der Goldschmiedemeister Jürgen Kintzel sein Museum seit zehn Jahren. Während den Laien die Schönheit des leuchtenden Steins oder seine spektakuläre Größe fasziniert, interessieren den Sammler vor allem die erdgeschichtlichen Geheimnisse, die er birgt. Kintzel sammelt nicht nur den Baltischen Bernstein, der seinen Ursprung im reichen Harzvorkommen subtropischer Wälder hat, die vor 40 bis 50 Millionen Jahren den skandinavischen Raum bedeckten. Kanadische Vorkommen sind bis zu 400 Millionen Jahre alt und er präsentiert stolz eine Schachtel mit Fundstücken aus Saskatchewan in Kanada, die er soeben erhalten hat. Bernstein aus 24 Ländern hat er schon gesammelt und Jürgen Kintzels Museum zählt mittlerweile mehr als 12.000 Besucher im Jahr ‏– mit steigender Tendenz. Schautafeln und Vitrinen vermitteln fundiert und unterhaltsam Wissenswertes zum Bernstein, lebendig wird das präparierte Wissen jedoch durch die Einführungen von Kintzels Mitarbeitern. Zwanzig Minuten dauern die kenntnisreichen Vorträge in der Regel, bei besonderem Interesse kann sich auch schon einmal ein längeres Gespräch daraus entwickeln. Für Kinder wird ein Schatzkästlein bereit gehalten. Hier kann man außerdem echten Bernstein anfassen und mit von der See geschliffenem Glas vergleichen, ein verkohltes Stück beweist seine Brennbarkeit und ein alter Bleistiftrest stellt eine Eidechse dar, um zu demonstrieren, wie groß die faszinierenden Inklusen allerhöchstens sein können.

Das Bernstein-Museum in der Granitzer Straße 43 / Ecke Wilhelmstraße in Sellin ist montags bis freitags von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Weitere Informationen: Telefon 038303 / 8 72 79, www.bernsteinmuseum-sellin.de

 

 


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