Die Pinguine ziehen endlich aufs Dach
Putzige gefiederte Schwimmer ab Mitte Juli im OZEANEUM von Stralsund zu bestaunen
Im Juli ist es nun soweit: Pünktlich zum zweiten Geburtstag des OZEANEUMs am 11. Juli beziehen die gefiederten Schwimmer ihr neues Quartier. Bereits jetzt können kleine und große Besucher in der Ausstellung „Ein Meer für Kinder“ anhand einer Bilderserie den Weg eines Pinguins verfolgen, der sich vom Südpol in die Arktis verirrt hat und auf seiner Reise durch die verschiedenen Meeresgebiete den Weg zurück nach Hause sucht. Eine nicht ganz so lange Reise werden die Humboldt-Pinguine antreten, bevor sie die Dachterrasse des OZEANEUMs beziehen. Humboldt-Pinguine sind in den kalten und fischreichen Regionen des Humboldtstroms der Küsten Perus und Chiles beheimatet. Sie zählen zu den bedrohten Tierarten. Man schätzt, dass es weltweit nur noch etwa 10.000 Brutpaare gibt. In Mitteleuropa kann man die gefiederten Schwimmer, die unter Wasser eine Geschwindigkeit von bis zu 40 Kilometern pro Stunde erreichen, jedoch nur in Zoos bewundern. Fünf bis sechs Brutpaare werden aus verschiedenen deutschen Zoos ihre Reise in das OZEANEUM antreten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Innerhalb eines großzügigen Schwimmbereichs mit mehreren großen Sichtscheiben wird man die quirligen Tiere in ihrem Element betrachten können. Auf dem Landbereich des Geheges entstehen Felsen und Bruthöhlen, um den Pinguinen einen artgerechten Lebensraum zu schaffen. Dank eingebauter Videokameras wird es möglich sein, die Vögel während ihrer Brutzeit in den Höhlen zu beobachten. Doch bis der erste Pinguin auf der Dachterrasse des OZEANEUMs schlüpft, ist es noch ein weiter Weg. Auch der 6. Juli dreht sich teilweise um die Pinguine. Dann findet in Stralsund der 13. Umwelt- und Gesundheitsmarkt statt, der gleichzeitig der 18. Selbsthilfetag der Hansestadt Stralsund ist. In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto „Prima Klima für Stralsund“. Auch das OZEANEUM und das MEERESMUSEUM sind von 9 bis 15 Uhr mit dabei. Zwischen dem Alten Markt und der Wiese vor der Nikolai-Kirche wird es viel zu sehen, zu erleben und zu erfahren geben. Das Deutsche Meeresmuseum präsentiert sich mit Aktionsständen auf dem Alten Markt und unternimmt mit interessierten Teilnehmern eine „Reise“ von Pol zu Pol – von den Eisbären in ihrem bedrohten Lebensraum im Norden zu den Verwandten der zukünftigen Bewohner des OZEANEUMs, den Pinguinen, im Süden. Dieser Tag eignet sich auch besonders gut als Projekttag für Schulklassen.

Modell der neuen Pinguin-Anlage auf der Dachterasse Foto: Ozeaneum
MEERESMUSEUM:
Tägl. ab 10 Uhr: Acropora – Expedition ans Rote Meer, Sonderausstellung
Tägl. ab 10 Uhr: Unterwasserfotografie, Fotoausstellung von Uwe Lippek
Do, 2.9., 19 Uhr: Unterwegs im ewigen Eis, Vortrag mit Prof. Dr. Wolfgang Wägele
Sa, 4.9., ab 20 Uhr: Lange Nacht des offenen Denkmals mit Liedermacher Wolfgang Rieck
Do, 16.9., 19 Uhr: Die Meeresfauna des Sokotra-Archipels, Vortrag mit Dr. Friedhelm Krupp
Do, 30.9., 19 Uhr: Unterwegs mit Kranichen in Europa, Fotoshow mit Dieter Damschen
OZEANEUM:
Tägl. ab 9.30 Uhr: KymaWelle, Fotoausstellung von Peter-Paul Reinmuth
Sa + So, 18. + 19.9., jeweils 10-18 Uhr: Greenpeace-Aktionstage zum Thema Meeresschutz
Fr, 24.9., 15+ 18 Uhr: Greenpeace-Meeresexperte Dr. Christian Bussau im Gespräch
NAUTINEUM:
Tägl. ab 10 Uhr: Die Dory-Fischerei, Sonderausstellung
NATUREUM:
Tägl. ab 10 Uhr: Neptuns Handschrift – Zeichen des Meeres, Fotoausstellung
Öffnungszeiten im September 2010:
MEERESMUSEUM Stralsund: täglich 10:00 – 18:00 Uhr
OZEANEUM Stralsund: täglich 09:30 – 21:00 Uhr
NAUTINEUM Dänholm Stralsund: täglich 10:00 – 18:00 Uhr
NATUREUM Darßer Ort (Prerow): täglich 10:00 – 18:00 Uhr
Kloster lockt mit Karikaturen von Bofinger
„Von Kindern, Zwergen und anderen Größen“ zeigt Alfons Zitterbacke und viele andere Kinderbuchhelden

Die Illustrationen von Manfred Bofinger amüsieren spitzfindig-hintergründig Abbildung: KHM
Mit einer Sonderausstellung erinnert das Stralsunder Kulturhistorische Museum an den bekannten Grafiker und Cartoonisten Manfred Bofinger. Vom 10. Juli an lädt eine Auswahl von Arbeiten „Bofis“ im Kulturhistorischen Museum zum Vorbeischauen ein. Der gebürtige Berliner war nicht nur durch sein Wirken als Karikaturist beim „Eulenspiegel“ bekannt, sondern seine Bilder waren auch in der „Frösi“ und in vielen Kinderbüchern zu finden – wer es noch im Regal stehen hat, braucht nur einmal bei „Alfons Zitterbacke“ von Gerhard Holtz-Baumert nachzuschlagen. In seinen späten Jahren trat Manfred Bofinger auch selbst als Autor in Erscheinung. So erschien 1999 unter dem Titel „Der krumme Löffel, Miniaturen einer Kindheit“ ein Buch, in dem der 1941 geborene über seine Zeit im Nachkriegs-Berlin erzählte. Seine besonders intensive Beziehung zu Kindern spiegelte sich aber nicht nur in seinem grafisch-literarischen Schaffen wieder, ebenso wichtig waren ihm vielfältige Besuche in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken. Viele seiner Bücher bekamen hohe Anerkennungen, Bofi selbst erhielt neben dem Kunstpreis der DDR auch den Goethepreis der Stadt Berlin und die Rahel-Varnhagen-Medaille. Im Jahr 2004 verstarb der Künstler 64-jährig, nach dem er bereits über ein Jahr im Wachkoma gelegen hatte.
Die Stralsunder Ausstellung „Von Kindern, Zwergen und anderen Größen“ eröffnet am 9. Juli um 18 Uhr im Katharinenkloster und wird bis zum 5. September zu sehen sein.
Dokumentationszentrum Prora
Ausstellungen im ehemaligen KDF-Bad
Foto: Dokumentationszentrum Prora
Informationen unter:
www.dokumentationszentrum-prora.de
Besucheradresse Prora:
Objektstraße 1, Block 3/ Querriegel
18609 Prora
Fon 0049-38393-13991,
Fax 0049-38393-13934
info@prora.eu
Aufregende Weltmeere erleben in Stralsund
Mit kosten- und zeitlich günstigen Kombi-Tickets
drei Standorte des Meeresmuseums erkunden

Schwarzspitzenriffhaie und Meeresschildkröten
im Aquarium des MEERESMUSEUMs
Foto: Johannes-Maria Schlorke
Einmal tropische Meeresbewohner erleben, in die nördlichen Meere eintauchen und sich wie ein Meeresforscher fühlen? Kein Problem! Mit den drei Monate gültigen Kombi-Tickets kann man alle drei Stralsunder Standorte des Deutschen Meeresmuseums besuchen. Im OZEANEUM geht es in einem architektonisch spektakulären Neubau auf eine europaweit einmalige Unterwasserreise durch die nördlichen Meere. In den Aquarien leben Bewohner aus Ostsee, Nordsee, Nordatlantik und Polarmeer, u.a. Schwarmfische und Rochen im größten Becken mit 2,6 Mio. Litern Wasser. Die Ausstellungen thematisieren das Weltmeer als größten Lebensraum der Erde sowie die Erforschung und Nutzung der Meere. Außerdem sehen die Besucher Europas größte Ostsee-Ausstellung sowie die Schau „1:1 Riesen der Meere“ mit Wal-Nachbildungen in Originalgröße in Kooperation mit GREENPEACE, bspw. einen 26 Meter langen Blauwal. Für die jüngsten Besucher wurde das „Meer für Kinder“ konzipiert. Neu eröffnet wird im Sommer die Pinguin-Anlage auf der Dachterrasse des OZEANEUMs. Unter dem Klosterdach des ehemaligen Dominikanerklosters St. Katharinen befindet sich das Stralsunder MEERESMUSEUM mit spannenden Ausstellungen zu Meereskunde, Meeresbiologie, Fischerei sowie Flora und Fauna der Ostsee. Besonders beeindruckend sind hier das 15 Meter lange Skelett eines Finnwals, der präparierte Eisbär, die Japanische Riesenkrabbe und die Lederschildkröte. In den Aquarien mit Tieren des Mittelmeeres und der Tropen tummeln sich u.a. Ammenhaie, niedliche Seepferdchen, kleine „Nemos“ und bunte Korallenfische. Publikumslieblinge sind die riesigen Meeresschildkröten, die in einem 350.000-Liter-Aquarium leben und durch ein etwa drei mal acht Meter großes „Schaufenster“ beobachtet werden können – in Deutschlands größtem Schildkrötenbecken. Auf der kleinen Insel Dänholm zwischen Stralsund und Rügen findet man das NAUTINEUM mit imposanten Großexponaten der Fischerei und Meeresforschung. Kutter und ein historischer Fischerschuppen geben einen Einblick in die vorpommersche Küstenfischerei. In der architektonisch auffälligen 14 Meter hohen Bootshalle befindet sich neben kleineren Strandbooten das Museums-Zeesboot STR 9 unter voller Besegelung. Das weitläufige Freigelände lädt zu einem Spaziergang ein und der Abenteuerspielplatz zum Toben. Besonders spannend ist das Unterwasserlabor „Helgoland“, welches sogar von innen erkundet werden kann. Spätestens hier fühlt man sich dann wie ein „echter Meeresforscher“.
Alle weiteren Informationen:
Telefon 03831 / 26 50 210
www.meeresmuseum.de
Von den Tropen träumen ...
Sonderausstellung und die Bewohner der tropischen Aquarien
im Meeresmuseum Stralsund
Tropische Impressionen sind derzeit im MEERESMUSEUM Stralsund zu bewundern. Dort lädt die Sonderausstellung „ACROPORA – zwei Museumsexpeditionen ins Rote Meer“ ein. Vor dreißig Jahren wurden zwei für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Expeditionen des MEERESMUSEUMs abgeschlossen. Dabei konnten die sechs- bzw. fünfköpfigen Forschergruppen des Museums an 66 Tagen von morgens bis abends an den Riffen des Roten Meeres beobachten, erkunden, sammeln und fotografieren. Hauptergebnis der beiden Expeditionen ist ein naturgetreuer, fast fünf Meter hoher Riff-Ausschnitt als besonderer Anziehungspunkt im MEERESMUSEUM, der für den Schutz der bedrohten Korallenriffe sensibilisieren soll. Die aktuelle Sonderausstellung veranschaulicht mit originalen Ausrüstungsgegenständen der Expeditionen, informativen Tafeln und Filmmaterial den Verlauf, die Stationen, die Arbeiten unter Wasser sowie die Beobachtungs- und Sammelergebnisse dieser Reisen als wichtige Entwicklungsetappe des Deutschen Meeresmuseums. Auch die Aquarien des MEERESMUSEUMs entführen die Besucher in die Welt der Tropen und des Mittelmeeres. Gleich zu Beginn des Museumsrundgangs wecken vier tropische Becken die Neugier der Besucher und vermitteln u.a. Eindrücke von einem farbenfrohen Lagunenriff sowie Mangrovenwald. Der Großteil der Aquarien befindet sich jedoch im „Aquarienkeller“. Bei einer Wassertemperatur um die 18 °C fühlen sich hier u.a. geheimnisvolle Moränen, Langusten, Drachenköpfe und Brassen sichtlich wohl. Im größten Becken findet man sogar ein angedeutetes Schiffswrack inmitten einer Seegraswiese. Gleich nebenan tummeln sich Bewohner der Tropen bei durchschnittlich 25 °C Wassertemperatur. Hier fühlen sich diverse Korallenarten, Garnelen, Grundeln und Barsche ebenso heimisch wie Tiere mit außergewöhnlichen Namen: Schokoladen-Doktorfisch, Juwelen-Kammzähner oder Paletten-Leierfisch. Im 50.000-Liter-Haibecken leben Ammenhaie, Marderhaie und Braunbandbambushaie. In einem anderen Aquarium faszinieren giftige Meerestiere wie Rotfeuer- und Steinfisch. Außerdem begeistern Seepferdchen, ein Krake und die kleinen „Nemos“. Höhepunkt ist das 350.000-Liter-Becken der Meeresschildkröten. Durch ein 21 Zentimeter dickes und knapp 25 Quadratmeter großes „Schaufenster“ können die urzeitlich anmutenden Reptilien beobachtet werden. In die 36 Tropenaquarien des MEERESMUSEUMs kann man trockenen Fußes täglich ab 10 Uhr „abtauchen“.

Auch „Nemo“ tummelt sich in den tropischen Aquarien Foto: Johannes-Maria Schlorke
Weitere Informationen:
Telefon 03831 / 26 50-210, http://www.meeresmseum.de/
Telefon 03831 / 26 50-610, www.ozeaneum.de
Neue Ausstellungen im Garzer Arndt-Museum
Ernst Moritz Arndt „beim Wort genommen“
und „Sagenhaftes Charenza auf Rügen“

Das Arndt-Museum Garz vermittelt engagiert die Geschichte der Region
Regelmäßig präsentiert das Ernst-Moritz-Arndt Museum in Garz neue Ausstellungen zum Leben und Werk des 1869 auf Rügen geborenen Schriftstellers und Publizisten. Mit der Schau „Kontraste – über das Fort(leben) fliegender Blätter“ reagiert die Museumsleiterin Sylvia Knöpfel auf den Wunsch vieler Besucher, mehr darüber zu erfahren, was Arndt gesagt und geschrieben hat. Fremdenfeindliche Aussagen des weitgereisten Universitätsprofessors geben derzeit den Ausschlag, sein Werk und Wirken neu zu bewerten. Mit dem Ziel, Geschichte anhand der Biografie einer einflussreichen Persönlichkeit anschaulich zu machen, nimmt die aktuelle Ausstellung Ernst Moritz Arndt „beim Wort“ und stellt ihn anhand einer literarischen Werkschau vor. In einem chronologischen Gang durch die geistige Entwicklung des Mannes, der mit bedeutenden Vertretern der Romantik wie Philipp Otto Runge und Ludwig Kosegarten befreundet war – fragt die Ausstellung danach, wer Arndt war und was er uns heute noch zu sagen hat. Originaltexte von Ernst Moritz Arndt ermöglichen dem Besucher, sich ein eigenes Bild von der widersprüchlichen Figur zu machen. Ansprechend aufbereitete Textauszüge werden durch private Hinterlassenschaften ergänzt. Eine Besonderheit ist die Originalfassung eines Gedichts des vorpommerschen Dichters Carl Gottlieb Lappe (1773–1843), welches dieser einst in das Stammbuch eines Arndt-Onkels eintrug, in dem sich auch der junge Arndt verewigte. Der handschriftliche Text seines „Freundschaftsliedes“ wird hier erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die weitere Sonderausstellung „Sagenhaftes Charenza auf Rügen“ präsentiert literarische und wissenschaftliche Quellen zur sagenhaften Burg der Slawen, auf die Garz sich beruft und deren eindrucksvolle Reste gegenüber dem Museum noch zu besichtigen sind. Originalfunde aus der Region ergänzen als Leihgaben des Kulturhistorischen Museums Stralsund die Sonderausstellung. Aus dem Besitz des Arndt-Museums wird erstmals seit Jahrzehnten wieder der „Bischofsroggen“ gezeigt – das Maß, mit dem die Abgabe der Rügener Bauern an den Bischof von Roskilde bewertet wurde. Und ein fast einen Meter hoher „Bildstein“ wirft neue Fragen auf, denn bis jetzt ist unklar, was seine Bildlinien bedeuten. Für seine große Rügenkarte fertigte auch Friedrich von Hagenow Zeichnungen des Garzer Burgwalles an. Zusammen mit seiner Rügenkarte sind sie hier zu sehen.
Seit Mai ist das Arndt-Museum, An den Anlagen 1 in Garz dienstags bis sonnabends von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Informationen: Telefon 038304 / 1 22 12.
Die Faszination des Bernsteins in Sellin
Zeitreise mit „Tränen der Götter“ – Privates Bernstein-Museum
seit zehn Jahren erfolgreich
Gegenstände aus Bernstein, wie sie vor hundert Jahren alltäglich waren
Im Dezember 2009 konnte das Bernstein-Museum in Sellin sein zehnjähriges Jubiläum feiern. Nach der Wende war der Goldschmied Jürgen Kintzel der Einzige auf Rügen, der Bernstein anbot. Heute kann man Bernsteinschmuck überall dort kaufen, wo etwas los ist. Mit dem wachsenden Angebot mehrten sich auch die Fragen der Kunden: „Wie erkenne ich echten Bernstein?“, „Was ist das Besondere am Baltischen Bernstein?“, „Was ist Bernstein eigentlich?“ So entstand bei dem gestandenen Handwerker die ungewöhnliche Idee, im Ostseebad Sellin ein Privat-Museum für den Bernstein zu eröffnen. Von Anfang an war ihm dabei wichtig, die Ausstellung auf fachlich solide Füße zu stellen. Daher hat er schon früh den Kontakt zu Wissenschaftlern gesucht und ist selbst ein begeisterter Bernstein-Spezialist geworden.

Skarabäus – Wie kommt der Laubwaldbewohner in das Nadelbaumharz?
Als er kürzlich einen ungewöhnlichen Bernstein mit gleich zwei Inklusen erhielt, sandte er sie zum „Arbeitskreis Bernstein“ an der Universität Hamburg. Dass es sich bei den Einschlüssen im Jahrmillionen alten Baumharz um einen Flohkrebs und einen Skarabäus handelte, hatte er schon selbst herausgefunden – der Umstand, wie der Skarabäus, der sich eigentlich nur in Laubwäldern heimisch fühlte, gemeinsam mit dem Flohkrebs in das Nadelholzharz kam, konnte auch in Hamburg nicht beantwortet werden. Es sind diese Fragen, die Jürgen Kintzel interessieren und deren Antworten er gern an seine Besucher weitergeben möchte. Nur ein kleiner Teil des weltweit gefundenen Bernsteins eignet sich für die Schmuckherstellung. Jüngerer Bernstein ist oft zu weich für die Bearbeitung – verbirgt aber häufig spannende Geschichten über die Entwicklung der Erde und deren Bewohner. Bis zu 14.000 Besucher kommen jedes Jahr in das kleine Museum hinter Jürgen Kintzels Goldschmiedewerkstatt. Dort lernen sie bei einer Führung durch seine langjährige Mitarbeiterin Frau Eichstätt Rohbernstein aus aller Welt und allen Zeiten kennen. Aber auch die Entstehung einer Perle, Schmuck aus der ehemaligen Königsberger Schmuckmanufaktur, Objekte aus Pressbernstein und preiswerte Gießharzimitate sind im Bernstein-Museum zu sehen. Schautafeln und Vitrinen vermitteln fundiert und unterhaltsam Wissenswertes zum „Gold des Meeres“.
Das Selliner Bernstein-Museum in der Granitzer Straße 43 / Ecke Wilhelmstraße ist ganzjährig jeweils Montag bis Freitag von 10 bis12 und 14 bis 17 Uhr sowie Sonnabend von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Gruppen werden um telefonische Anmeldung unter 038303 / 8 72 79 gebeten. Weitere Informationen auch unter www.bernsteinmuseum-sellin.de.
Die Geschichte der Insel Rügen entdecken
Sammlungen von der Frühgeschichte bis zur Schwedenzeit
im Stadtmuseum Bergen auf dem Klosterhof

Eindrucksvolle Sammlung aus der
Stadt- und Inselgeschichte im ehemaligen Klostergebäude
Das Bergener Stadtmuseum im Klosterhof hinter der St. Marienkirche ist heute nicht mehr aus dem Rügener Kulturangebot wegzudenken. Hier können Besucher sich insbesondere einen Überblick zur Stadtgeschichte der Inselhauptstadt Bergen, aber ebenso zur Ur- und Frühgeschichte, Kulturgeschichte und Volkskunde der Insel Rügen verschaffen. Ein Hauptthema der Ausstellungen ist die Christianisierung der Rüganer im 12. Jahrhundert. Gäste erfahren viel Wissenswertes zu den slawischen Göttertempeln der vorchristlichen Zeit sowie zur Verehrung des viergesichtigen Svantevit auf Rügen. Mit Eroberung der Tempelburg Arkona durch die Dänen im Jahr 1168 wurden die hiesigen slawischen Tempelheiligtümer zerstört und die Inselbevölkerung im Zuge der neuen Feudalherrschaft zum christlichen Glauben bekehrt. Der Bau der Marienkirche und des dazugehörigen 1193 begründeten Zisterzienserklosters zementierte die Macht der Rügenfürsten im 12./13. Jahrhundert und bestimmte die Geschichte des Ortes Bergen bis zur Reformation. Der ehemalige Betsaal informiert anhand überlieferter Zeugnisse über die Klostergeschichte und das adlige Frauenstift. Erst 1613 – Bergen war längst zum Handelszentrum der Insel aufgestiegen – erkauften sich die Bergener Bürger von Pommernherzog Philipp Julius das Stadtrecht. 1648 wurde Rügen dem Königreich Schweden zugeteilt. Immer wieder hatte es unter den Kampfhandlungen der Anlieger des östlichen Ostseegebietes um die Vormacht über Sund und Belt als Zufahrt zur Ostsee zu leiden. Ein kleiner Ausstellungsbereich des Museums ist den besonderen Ereignissen während der Schwedenzeit bis 1815 gewidmet. Ebenso werden wichtige Persönlichkeiten Rügens vorgestellt und den Besucher des Stadtmuseums erwarten ständig wechselnde Sonderausstellungen und regelmäßige Vorträge zur Geschichte Rügens.

Das Stadtmuseum Bergen reiht sich in das Ensemble um St. Marien ein Fotos: Stadt Bergen
Das Stadtmuseum Bergen in der Billrothstraße 20a ist bis einschließlich April jeweils dienstags bis freitags von 11 bis 15 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr göffnet. Gruppenführungen finden nach telefonischer Vereinbarung statt.
Weitere Informationen:
Telefon 03838 / 25 22 26
museum@stadt-bergen-auf-ruegen.de
Das OZEANEUM - Deutschlands größter Museumsneubau
Die Reise in die Unterwasserwelt der nördlichen Meere in Stralsund
Am 12. Juli 2008 um 9 Uhr öffneten sich erstmals die Türen des OZEANEUMs in Stralsund für die Besucher. Mehrere Tausend, überwiegend Urlauber aus den nahe gelegenen Ferienregionen, kamen bereits an diesem Wochenende, um als Erste die neue Meereserlebniswelt zu besichtigen. Da der Besucher-Service gut aufgestellt war, bildeten sich dennoch keine langen Schlangen. Die große Ostseeausstellung und die dazugehörigen Aquarien zeigen, mit welcher Liebe zum Detail die Ausstellungen hier konzipiert wurden. Wale im Originalmaßstab, die entsprechenden Gesänge der Tiere und die Visualisierung der Wasseroberfläche an der Decke der 18 Meter hohen Ausstellungshalle „1:1 – Riesen der Meere“ erzeugen beim Besucher ein besonders eindrucksvolles Museumserlebnis. Museumsdirektor Dr. Harald Benke betonte bei der Eröffnung, dass „mit dem Neubau der Stiftung Deutsches Meeresmuseum der Sprung unter die Top 10 der Meeresmuseen in Europa, wenn nicht sogar der Welt geschafft wurde“. Er freut sich auf zahlreiche Besucher und warb um Verständnis dafür, dass bei diesem großen Projekt noch nicht alles auf den Punkt fertig gestellt werden konnte: „Ein Aquarium ist wie ein Garten, der erst im Laufe der Zeit immer schöner wird."
Roland Völcker
Die ganzjährigen Ausstellungen sind täglich von 9.30 bis 19 Uhr,
von Juni bis September sogar bis 21 Uhr zu besichtigen.
Weitere Informationen:
OZEANEUM Stralsund, Hafenstraße 11, 18439 Hansestadt Stralsund
Telefon 0 38 31/26 50 677, http://www.ozeaneum.de/
Museums-Oscar - „The Egg“ für OZEANEUM Stralsund
Zum besten Museum Europas für ein Jahr gewählt
Am 15. Mai wurde das OZEANEUM Stralsund im finnischen Tampere zu Europas Museum des Jahres gekürt. Der "European Museum of the Year Award" gilt als Museums-Oscar. Überglücklich nahm Museumsdirektor Dr. Harald Benke die Auszeichnung in Form der Skulptur "The Egg" des Bildhauers Henry Moore vom letztjährigen Preisträger, dem Salzburg Museum, entgegen. Benke bedankte sich bei der Jury und sprach sichtlich bewegt von einem krönenden Moment für das Deutsche Meeresmuseum.
Zu den bisherigen Gewinnern des seit 1977 jährlich vergebenen Preises zählen u.a. das Guggenheim Museum in Bilbao, das Dänische Nationalmuseum in Kopenhagen und das Victoria and Albert Museum in London. Letzter deutscher Preisträger war 2007 das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven. Zu den insgesamt 22 nominierten Museen zählten in diesem Jahr das Römermuseum in Xanten sowie viele Museen aus Süd- und Osteuropa.
Dr. Harald Benke, Direktor des Deutschen Meeresmuseums, präsentierte der Jury und den Mitgliedern des Forums die Besonderheiten des OZEANEUMs. Mit drei Reagenzgläsern gefüllt mit Meersalz und drei unterschiedlich großen Miesmuscheln erläuterte Benke den 160 Museumsfachleuten aus 22 Ländern, welchen Einfluss die unterschiedlichen Salzkonzentrationen in der Ostsee auf die Größe der Meerestiere haben. Das Salz wurde aus je einem Liter Wasser aus der Nordsee, aus der Ostsee vor Stralsund sowie vor Helsinki gewonnen. Eine 2009 für die Bewerbung um den Preis erstellte Foto-Präsentation zeigte die Inhalte der Ausstellungen und Aquarien sowie die spektakuläre Architektur von Behnisch Architekten.
Das OZEANEUM überzeugte mit seinen modernen Ausstellungen, in denen Objekte und multimediale Angebote die komplexen, wissenschaftlichen Inhalte so anschaulich vermitteln, dass ein großes Publikum für das Thema begeistert wird. Einzigartig ist die Kombination der Ausstellungen mit den teils riesigen Aquarien mit tausenden lebenden Tieren, auf der die Besucher eine europaweit einzigartige Unterwasserreise durch die nördlichen Meere unternehmen. Mit einer Million Besuchern in den ersten zwölf Monaten nach Eröffnung erzielte das OZEANEUM ein Ergebnis, dass europaweit für Aufsehen sorgte. Benke berichtete von der engen Zusammenarbeit mit Greenpeace und mit Forschungsinstituten aus dem Konsortium Deutsche Meeresforschung, dank derer neueste Erkenntnisse in aktuelle Ausstellungen einfließen.
OZEANEUM Stralsund
Hafenstraße 11, 18439 Stralsund
Tel.: +49 (0) 3831 / 2650 610
Fax: +49 (0) 3831 / 2650 609
www.ozeaneum.de
www.meeresmuseum.de

Vor dem Ozeaneum auf der Hafeninsel: Andreas Tnschus, stellv. Direktor, und DR. Harald Benke, Direktor des Deutschen Meeresmuseums, mit der Auszeichnung zum "European Museum of the Year Award 2010". Foto: Johannes-Maria Schlorke
Veranstaltungen für die ganze Familie
Familientage, Handwerker-Schauwerkstätten und Museumsmarkt in den Mönchguter Museen Göhren

Seemannsknotenschule mit Kapitän Frank Sakuth am Museumsschiff "Luise"
Foto: Mönchguter Museen
Gleich vier Museen im Ostseebad Göhren zeigen auf anschauliche Weise die Kultur und Lebensweise der Fischerbauern auf der Halbinsel Mönchgut: Heimatmuseum, Museumshof, Rookhus und Museumsschiff „Luise“. Mit einem vielfältigen Veranstaltungs-Programm bieten diese beliebten Besucherziele besonders für Familien mit Kindern eine sinnvolle und lehrreiche Abwechslung innerhalb des Kulturangebots der Insel Rügen.
Spätsommer in den Mönchguter Museen in Göhren
Sinnvolles und anschauliches Programm für die ganze Familie - großgeschrieben in den vier Museen
Vier Museen zeigen im Ostseebad Göhren auf anschauliche Weise die Kultur und Lebensweise der Fischerbauern auf der Halbinsel Mönchgut und bieten mit einem vielfältigen Programm besonders für Familien mit Kindern sinnvolle Abwechslung.
Die Familientage unter dem Motto „Die ganze Familie entdeckt das Museum“ starten am 6. und 20.9. um 11 Uhr auf dem Museumshof (freier Eintritt für Kinder von 6 bis 13 Jahren, ermäßigter Eintritt für Erwachsene).
Vormerken sollte man sich unbedingt folgende Veranstaltungen:
Teddywerkstatt auf dem Museumshof: mittwochs 1., 15., 22. und 29.9. von 10-16 Uhr.
Backtag auf dem Museumshof: donnerstags 2., 16. und 30.9. von 10-12 Uhr. Frisch gebackenes Brot und Kuchen aus dem Lehmbackofen.
Seemannsknoten-Schule am Museumsschiff „Luise“: dienstags 7. und 14.9. von 10-12 Uhr. Umgang mit Seilen und Tauen und „Knoten-Diplom“ erwerben.
Bereits zum 8. Mal findet der „Fischertag“ am Südstrand in Göhren statt.
Am 8. September dreht sich von 12-18 Uhr alles um Schifffahrt und Fischerei. Führungen über das 1906 erbaute Plattbodenschiff, Seemanns-Knotenschule, Interviews mit Fachleuten aus dem maritimen Bereich, das Info-Mobil von Scandlines, Live-Musik mit „De Mönchguter Fischköpp“, Schatzsuche, Piratenschminken und Ponyreiten für die Kleinen sind nur einige Programmpunkte.
Auch Aussteller und Händler mit originalen Rügenprodukten sind vor Ort.
Dazu gibt es Fisch- und Grillspezialitäten.
Kostenlose Führungen im Spätsommer:
Dienstags, 14 Uhr, im Heimatmuseum
Donnerstags, 14 Uhr, auf dem Museumshof
Mit Bus und Bahn in die Mönchguter Museen:
Mit MuseenBusse des RPNV, Linie 24 aus Bergen bzw. 20 aus Richtung Sassnitz und Binz direkt nach Göhren. Ermäßigter Eintritt in allen vier Mönchguter Museen bei Vorlage des tagesaktuellen Busfahrscheins.
Mit Fahrschein der Rügenschen Bäderbahn ebenfalls ermäßigter Eintritt in alle vier Mönchguter Museen.
Besonders empfehlenswert ist ein Besuch der aktuellen Sonderausstellung „650 Jahre Thiessow“ im Heimatmuseum, die den langen Weg von der Ersterwähnung des Ortes im Jahre 1360 bis heute beschreibt. In einem Reiseführer von 1893 konnten Besucher und „Touristen“ schon damals lesen: „… ein freundliches Lotsendorf, an der Südspitze Mönchguts gelegen und von einer Anhöhe überragt, an deren Fuß sich die sauberen Häuser malerisch gruppieren …“ In der Ortschronik von Thiessow, die Willy Dumrath 1963 abschloss, kann man u.a. zur Geschichte des Ostseebades lesen: „Am 22. Januar 1360 verkaufen die Brüder von BONOW die Halbinsel Zicker für 3180 sundische Mark an das Kloster Eldena. Damit wird das gesamte Gebiet südlich des – später so genannten – ‚Mönchgrabens’ der ‚Mönche Gut’.“ Der Name Thiessow ist seit 1360 als „Tisowe“, „Zyzow“ oder Titzow“ überliefert und bedeutet nach Ansicht von Sprachforschern „Eibenort“. Die Ausstellung, welche in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Thiessow entstand, gibt einen Überblick zur Ortsgeschichte und belegt diese mit Exponaten und historischen Fotos aus der Museumssammlung. Die Ausstellung kann täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.
Ein unterhaltsamer Begleiter durch die Museen ist ebenfalls die DVD „Mönchguter Geschichte entdecken und erleben“, die vom Team des regionalen Fernsehsenders rügencampus erstellt wurde. Neben den einzelnen Standorten der Museen im Ostseebad Göhren werden die Entwicklung der Mönchguter Kulturlandschaft, Anliegen und Arbeit des Fördervereins, museumspädagogische Aspekte und das Konzept „Lebendige Museen“ vorgestellt. Erhältlich ist der Film an der Museumskasse zu einem Preis von 10 Euro. Der Kauf dient außerdem einem guten Zweck: 5 Euro davon werden für die Unterstützung neuer Projekte und Vorhaben des Fördervereins zum Schutz, zur Pflege und weiteren Erhaltung der Mönchguter Museen aufgewendet.
Kostenlose Führungen werden jeweils um 14 Uhr dienstags im Heimatmuseum und mittwochs auf dem Museumshof angeboten (Eintritt wird erhoben). Für die Kleinen samt Familie startet auch 2010 wieder das knifflige Museums-Quiz mit vielen Fragen rund um die Ausstellungen, nach dessen Auflösung kleine Preise winken. Die Museumsmitarbeiter geben gern Auskunft dazu.
Alle weiteren Informationen und Voranmeldung in der Verwaltung der Museen im Ostseebad Göhren, Strandstraße 4, Telefon 038308 / 21 75 oder im Internet: www.moenchguter-museen-ruegen.de
Spiel und Spaß im Warener MÜRITZEUM
Aktionen zum Kinderumwelttag im Naturerlebniszentrum direkt am größten Binnensee Deutschlands

Im MÜRITZEUM, dem NaturErlebnisZentrum der Mecklenburgischen Seenplatte, können Gäste das größte Süßwasseraquarium Deutschlands für heimische Fische bestaunen. Aber was macht ein Taucher im größten Becken der Aquarienlandschaft? Ganz einfach: Im Aquarium wird geputzt! Einmal monatlich legt ein Taucher seinen Anzug an, um die sechs mal sechs Meter große Acrylscheibe von innen zu reinigen. Das ist regelmäßig notwendig, denn sonst würden die Gäste langfristig keine Fische mehr sehen, sondern eine veralgte Scheibe.
Faszinierend, unterhaltsam und informativ präsentiert das MÜRITZEUM in Waren (Müritz) die außergewöhnliche Naturregion rund um die Müritz – den größten deutschen Binnensee. Die Besucher blicken dabei unter die Wasserlinie und gehen dem Reich der Fische auf den Grund. Doch nicht nur die Unterwasserwelt in Deutschlands größter Aquarienlandschaft für heimische Fische gibt ihre Schätze preis. Im Heißluftballon erkunden die Besucher den Müritz-Nationalpark ebenfalls aus der Vogelperspektive, im Waldraum begegnen sie 1.000-jährigen Baumgiganten und gleich nebenan nehmen sie die Eiszeit unter die Lupe. Die interaktive Schau eignet sich im Übrigen für alle Altersgruppen. Aber nicht nur die Dauerausstellung ist immer wieder einmal den Besuch im MÜRITZEUM wert.

Kleine Besucher betrieben am Kinderumwelttag spannende Naturforschung

Außergewöhnliche Ausstellungen zur Natur der Müritz-Region am Herrensee mitten in Waren
Fotos: MÜRITZEUM gGmbH
Weitere Informationen:
MÜRITZEUM
Zur Steinmole 1, 17192 Waren (Müritz)
Telefon 03991 / 6 33 68-0, Fax 03991 / 6 33 68-10
info@Mueritzeum.de, www.Mueritzeum.de
Meereskunde hinter alten Klostermauern
Das MEERESMUSEUM Stralsund lockt mit mehreren Standorten

Blick in das tropische Aquarium des Deutschen Meeresmuseums unter dem Klostergewölbe
Seit Jahren ist das Deutsche Meeresmuseum in der Hansestadt Stralsund unschlagbarer Besuchermagnet im ehemaligen Dominikanerkloster St. Katharinen, welches seinen Besuchern in den Sommermonaten täglich von 10 bis 18 Uhr offen steht. Auf drei Ausstellungsebenen werden Meereskunde, Meeresbiologie, Fischerei sowie Flora und Fauna der Ostsee dargestellt. Besonders eindrucksvoll ist das 15 Meter lange Finnwal-Skelett im Chor der Klosterkirche. In den Aquarien tummeln sich Bewohner der Nord- und Ostsee, des Nordatlantiks sowie der tropischen Meere. So begeistern z.B. Ammenhaie, niedliche Seepferdchen, Seesterne und farbenprächtige Korallenfische. Publikumslieblinge sind die Meeresschildkröten, die in einem 350.000-Liter-Aquarium leben und durch eine ca. drei mal acht Meter große Scheibe beobachtet werden können. Das Museumsbistro „Tartaruga“ lädt nach dem Rundgang mit Blick auf Deutschlands größtes Meeresschildkrötenbecken zum Verweilen ein.
Weitere Informationen:
Meeresmuseum Stralsund, Katharinenberg 14-20
18439 Hansestadt Stralsund
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Erlebnis für Naturliebhaber am Königsstuhl
Zwischen Eisberg und Multivisionskino die Schönheit
der Halbinsel Jasmund entdecken

Auf der Zeitreise im Nationalpark Jasmund bei Sassnitz warten spannende Exponate
und Einblicke in die Urgeschichte Foto: Nationalpark-Zentrum Königsstuhl
Wer weiß schon, wie die Welt aus der Sicht eines Grashüpfers wirkt? Wie es unter der Erde oder in der Ostsee aussieht? Oder wie wäre es, nur einmal einen Eiszeitgletscher zu berühren? All das ist möglich im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl. Hier wird Natur auf besondere Weise erlebbar. Denn direkt am Königsstuhl, dem Wahrzeichen Rügens, hält das moderne Besucherzentrum für die ganze Familie ein spannendes Programm für alle Sinne bereit: eine einmalige, 2.000 Quadratmeter große Ausstellung, die mit der Kombination aus natürlichen Elementen und moderner Technik die Geheimnisse des Nationalparks Jasmund enthüllt. Auf dieser Zeitreise warten viele spannende Exponate zum Anfassen und Ausprobieren, die auch ungeahnte Einblicke in die Urgeschichte gewähren. Ob Abenteurer oder Forscher oder in der Stimmung für einen romantischen Streifzug durch die Lebensbereiche des Nationalparks, für jeden Besucher steht eine richtige Führung per Kopfhörer-System bereit. Zahlreiche Aquarien, ein echter Eisberg und viele andere Attraktionen vermitteln auf unterhaltsame Weise die faszinierende Welt des Nationalparks Jasmund. Wie ein Seeadler über Buchenwälder schweben, die Brandung im Morgenrot erleben, bei klirrendem Frost oder im goldenen Herbst ... auf vier Leinwänden vermittelt die 180°-Projektion im Multivisionskino einen Eindruck der Schönheit des Nationalparks – zu jeder Tageszeit und in jeder Jahreszeit. Großformatige Fotos wechseln mit bewegten Bildern, untermalt von stimmungsvoller Musik. Die Darsteller – Kinder von der Insel Rügen – nehmen die Besucher an die Hand und führen sie durch diese zauberhafte Welt. Der „Flug“ über den Nationalpark Jasmund im Multivisionskino dauert 15 Minuten. Der schneckenförmige Kinosaal bietet etwa 70 Zuschauern Platz. Was wäre ein Erlebnis für Naturliebhaber ohne echte Natur? Auf 28.000 Quadratmetern Außengelände laden Sonnenterrassen, ein Fossilienfeld und selbstverständlich der Königsstuhl zum Staunen und Genießen ein. Ganzjährig sind alle Spielgeräte für die Kinder nutzbar. Der Kletterwald bietet Kindern ab 4 Jahren die Möglichkeit, sich auszutoben. Für kleinere Kinder steht das Bodenbrüternest mit den Rieseneiern zur Verfügung. Eine Schaukel ergänzt das Bewegungsangebot für kleine und auch größere Besucher und die Riesen-Schnecke macht das Spielen mit Murmeln möglich. Das Forscherzelt steht den Besuchern in der Saison von Mai bis September zur Verfügung.
Weitere Informationen: Telefon 03 83 92/66 17 66, http://www.koenigsstuhl.com/
Eine Zeitreise mit den „Tränen der Götter“
Faszination des Bernsteins von der Entstehung bis zur Nutzung
im Selliner Bernstein-Museum
Besonders nach den Herbst- und Winterstürmen sieht man sie gebückt an Rügens Stränden – die Sammler, die im Spülsaum aus Algen, Holzresten und Muscheln nach Bernstein suchen. Bei bewegter See wird das „Gold des Meeres“ hoch gespült und mit dem Seetang an Land getragen. Mindestens eine Million Jahre muss das Harz unterschiedlicher Baumarten luftabgeschlossen lagern, bevor es zu Bernstein wird. Wie er entsteht, in welchen Formen er gefunden wird und wozu er außer der Schmuckherstellung noch verwendet wird, führt auf anschauliche Weise das Bernstein-Museum in Sellin vor. Wissenschaftlich fundiert und mit didaktischem Anspruch zeigt es den Weg des Bernsteins von der Entstehung über den Abbau bis zur Verarbeitung und industriellen Nutzung. Es präsentiert Roh-Bernstein aus aller Welt und allen Zeiten in seinen verschiedenen Farben und Formen sowie Bernstein mit Einschlüssen von Insekten, die einst mit einem Körperteil im klebrigen Harz hängen geblieben sind – den so genannten Inklusen. Pflanzenteile und kleine Lebewesen im „gläsernen Sarg“ sind heute Fenster in die Erdgeschichte. Aber auch die Entstehung einer Perle, Schmuck aus der ehemaligen Königsberger Schmuckmanufaktur, Objekte aus Pressbernstein und billige Gießharzimitate sind zu sehen. In Privatinitiative betreibt der Goldschmiedemeister Jürgen Kintzel sein Museum seit zehn Jahren. Während den Laien die Schönheit des leuchtenden Steins oder seine spektakuläre Größe fasziniert, interessieren den Sammler vor allem die erdgeschichtlichen Geheimnisse, die er birgt. Kintzel sammelt nicht nur den Baltischen Bernstein, der seinen Ursprung im reichen Harzvorkommen subtropischer Wälder hat, die vor 40 bis 50 Millionen Jahren den skandinavischen Raum bedeckten. Kanadische Vorkommen sind bis zu 400 Millionen Jahre alt und er präsentiert stolz eine Schachtel mit Fundstücken aus Saskatchewan in Kanada, die er soeben erhalten hat. Bernstein aus 24 Ländern hat er schon gesammelt und Jürgen Kintzels Museum zählt mittlerweile mehr als 12.000 Besucher im Jahr – mit steigender Tendenz. Schautafeln und Vitrinen vermitteln fundiert und unterhaltsam Wissenswertes zum Bernstein, lebendig wird das präparierte Wissen jedoch durch die Einführungen von Kintzels Mitarbeitern. Zwanzig Minuten dauern die kenntnisreichen Vorträge in der Regel, bei besonderem Inte
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