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Ausflugstipp: Putbus
Die von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus letzte planmäßig erbaute Residenzstadt und Modellstadt des Späten Klassizismus präsentiert sich als ein "italienischer Traum" mit Stuck, Säulen und Rosen. Zentrum ist der Circus, ein kreisrunder Platz mit einem 19 Meter hohen Obelisken im Zentrum um den sich 15 klassizistische Häuser gruppieren. Die weiße Stadt im grünen Herzen Rügens ist die Kulturhauptstadt der Insel

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Die Faszination des Bernsteins in Sellin

Zeitreise mit „Tränen der Götter“ – Privates Bernstein-Museum
seit zehn Jahren erfolgreich

 

Gegenstände aus Bernstein, wie sie vor hundert Jahren alltäglich waren

 

Im Dezember 2009 konnte das Bernstein-Museum in Sellin sein zehnjähriges Jubiläum feiern. Nach der Wende war der Goldschmied Jürgen Kintzel der Einzige auf Rügen, der Bernstein anbot. Heute kann man Bernsteinschmuck überall dort kaufen, wo etwas los ist. Mit dem wachsenden Angebot mehrten sich auch die Fragen der Kunden: „Wie erkenne ich echten Bernstein?“, „Was ist das Besondere am Baltischen Bernstein?“, „Was ist Bernstein eigentlich?“ So entstand bei dem gestandenen Handwerker die ungewöhnliche Idee, im Ostseebad Sellin ein Privat-Museum für den Bernstein zu eröffnen. Von Anfang an war ihm dabei wichtig, die Ausstellung auf fachlich solide Füße zu stellen. Daher hat er schon früh den Kontakt zu Wissenschaftlern gesucht und ist selbst ein begeisterter Bernstein-Spezialist geworden.

Skarabäus – Wie kommt der Laubwaldbewohner in das Nadelbaumharz?

 

Als er kürzlich einen ungewöhnlichen Bernstein mit gleich zwei Inklusen erhielt, sandte er sie zum „Arbeitskreis Bernstein“ an der Universität Hamburg. Dass es sich bei den Einschlüssen im Jahrmillionen alten Baumharz um einen Flohkrebs und einen Skarabäus handelte, hatte er schon selbst herausgefunden – der Umstand, wie der Skarabäus, der sich eigentlich nur in Laubwäldern heimisch fühlte, gemeinsam mit dem Flohkrebs in das Nadelholzharz kam, konnte auch in Hamburg nicht beantwortet werden. Es sind diese Fragen, die Jürgen Kintzel interessieren und deren Antworten er gern an seine Besucher weitergeben möchte. Nur ein kleiner Teil des weltweit gefundenen Bernsteins eignet sich für die Schmuckherstellung. Jüngerer Bernstein ist oft zu weich für die Bearbeitung – verbirgt aber häufig spannende Geschichten über die Entwicklung der Erde und deren Bewohner. Bis zu 14. 000 Besucher kommen jedes Jahr in das kleine Museum hinter Jürgen Kintzels Goldschmiedewerkstatt. Dort lernen sie bei einer Führung durch seine langjährige Mitarbeiterin Frau Eichstätt Rohbernstein aus aller Welt und allen Zeiten kennen. Aber auch die Entstehung einer Perle, Schmuck aus der ehemaligen Königsberger Schmuckmanufaktur, Objekte aus Pressbernstein und preiswerte Gießharzimitate sind im Bernstein-Museum zu sehen. Schautafeln und Vitrinen vermitteln fundiert und unterhaltsam Wissenswertes zum „Gold des Meeres“.

Das Selliner Bernstein-Museum in der Granitzer Straße 43 / Ecke Wilhelmstraße ist ganzjährig jeweils Montag bis Freitag von 10 bis12 und 14 bis 17 Uhr sowie Sonnabend von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Gruppen werden um telefonische Anmeldung unter 038303 / 8 72 79 gebeten. Weitere Informationen auch unter www.bernsteinmuseum-sellin.de.

 

 

Landesweites Festival im Jubiläumsjahr

20 Jahre Festspiele Mecklenburg-Vorpommern –
auch Jagdschloss Granitz Seebrücke Sellin dabei

 

Der Ausnahmetrompeter Gábor Boldoczki ist Preisträger in Residence 2010
                                           Foto: Bernd Lasdin

 

Mit weit über 100 Konzerten an mehr als 70 Spielstätten bietet das drittgrößte flächendeckende Musikfestival Deutschlands auch im 20. Jahr seines Bestehens vom 13. Juni bis zum 12. September wieder uneingeschränkten Musikgenuss inmitten der malerischen Landschaften Mecklenburg-Vorpommerns. Kirchen und Gutshäuser, Klöster und Schlösser, Parkanlagen und ehemalige Industriegebäude bilden die unverwechselbare Kulisse für intime Soloabende, gesellige Kammerkonzerte und tongewaltige Sinfoniekonzerte. Ein vorherrschendes Instrument wird 2010 die Trompete sein. Gábor Boldoczki, Ausnahmetrompeter und ECHO KLASSIK-Preisträger in der Sparte „Instrumentalist des Jahres“, wird als Preisträger in Residence der Festspiele für strahlenden Bläserklang sorgen und mit seinem Trompetenspiel die Saison maßgeblich mit gestalten. Mit dem Trompeter Guido Segers präsentiert Gábor Boldoczki eine große Open-Air-Trompetengala, während er in der Festspielscheune Ulrichshusen solistisch neben dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin auftritt, das an diesem Abend mit Schumanns Sinfonie Nr. 3 die musikalische Romantik entfacht. Auch das alljährliche Kammermusikfest der Preisträger, das sich vor allem durch die Vielseitigkeit des Programms auszeichnet, findet in diesem Jahr unter Gábor Boldoczkis Leitung statt. Zusammen mit dem Preisträger in Residence 2008 Daniel Müller-Schott und anderen Musikerkollegen wird er außerdem den „Karneval der Preisträger“ eröffnen. Unter diesem Titel findet im September das dritte Picknick-Pferde-Sinfoniekonzert auf dem Landgestüt Redefin statt, das zusammen mit einem Konzert in Ulrichshusen den Rahmen der Festlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern bildet. Dort erklingt unter anderem der berühmte „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns, bei dem Schauspieler Armin Mueller-Stahl als Rezitator auftritt. Dirigent des Abends ist Markus Poschner, der zusammen mit der NDR Radiophilharmonie das karnevalistische Treiben auf der Bühne anführt. Darüber hinaus geben sich auch dieses Jahr wieder internationale Spitzenorchester, -dirigenten und Musiker auf dem Landgestüt Redefin die Ehre: Den Anfang machen im Juni Kent Nagano und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin zusammen mit der Pianistin Mari Kodama sowie im Juli der Geiger Daniel Hope und das WDR Sinfonieorchester unter Semyon Bychkov. Auch der 30-Seelen Ort Ulrichshusen ist wieder Tummelplatz großer Weltstars der klassischen Musik. So gastieren u.a. das Rundfunk Sinfonieorchester Berlin einmal unter Kristijan Järvi und ein weiteres mal unter Gilbert Varga sowie das Kammerorchester Basel unter Giovanni Antonini in der Festspielscheune des idyllisch gelegenen Ortes. Ein weiterer Höhepunkte 2010 ist das Musikfest zu Ehren von Frédéric Chopins 200. Geburtstag auf Schloss Bothmer in Klütz, das die Norddeutsche Philharmonie Rostock unter Peter Leonard zusammen mit Preisträgern wie Denys Proshayev und Jonathan Gilad präsentiert.

 

 Konzerte der Jungen Elite auch wieder auf der Insel Rügen                                    Foto: Festspiele MV

 

Neben den Konzerten an Hauptspielorten wie Ulrichshusen, Redefin und Klütz, die im Spielplan der Festspiele bereits fest verankert sind und als Kulturstätten weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns Bekanntheit erlangt haben, definieren sich die Festspiele MV auch weiterhin über die zahlreichen Konzerte der Jungen Elite, den internationalen musikalischen Spitzennachwuchs, der an den verschiedensten Spielorten des Landes, bspw. auf der Insel Rügen, sein Können unter Beweis stellt. Dabei liegt es den Festspielen insbesondere am Herzen, neue Künstler und deren Potential zu entdecken sowie neue attraktive Spielstätten aufzuspüren. Der Zuhörer hat dadurch die Möglichkeit, an einem einmaligen, durch Künstler, Ort und Publikum geprägten Konzerterlebnis teilzunehmen, das unvergessliche Höhepunkte bereit hält.

Das ausführliche Programm der Saison, Karten für die Konzerte sowie alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 / 5 91 85 85 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

 

 

Aktuelle Ausstellung in The Coop GALERIE

Zeichnung, Objekt und Installation von Dorothea Goldschmidt - "My Playful Heart"

 

 

Dorothea Goldschmidt, Futureset, 2005, Inkmarker auf Papier, 89 x 42 cm

 

In ihrer nächsten Ausstellung ab 6. März stellt The Coop GALERIE die Hamburger Künstlerin Dorothea Goldschmidt vor. Dorothea Goldschmidts Werk zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Erscheinungsformen aus. Papierschnitte existieren neben Zeichnungen, Objekte neben Installationen. Unterschiedliche Techniken, die sie stets in handwerklich gekonnter Weise beherrscht, existieren dabei oft nebeneinander und ergänzen sich gegenseitig. Ihr Material entstammt dem privaten Bilderfundus ebenso wie der populären Konsumkultur. In großer Farbenpracht verarbeitet sie bewusst Motive aus Kitsch und Klischee, dabei umkreist sie stets das universale Thema der „Kindheit“. Die Künstlerin nimmt eine pseudo-naive Haltung ein und sucht nach den Ausprägungen des Infantilen in der Welt des Konsums. Dazu hat sie keine Scheu, auch Privates öffentlich zu machen und das subjektive Erleben nach universalen Mustern zu durchsuchen. Ihre prachtvollen Werke verführen den Betrachter und locken ihn hinein in eine Welt, die vom Ornament beherrscht wird. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl von Werken der vergangenen Jahre, darunter Objekte, Zeichnungen und Papierschnitte. Dorothea Goldschmidt hat an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg bei Franz Erhard Walther und Stanley Brouwn studiert. Sie erhielt unter anderem den Villa Romana Preis. Es erscheint ein Katalog mit einem Gespräch der Künstlerin und dem Kunstwissenschaftler Laszlo Gloser.

Die Ausstellung ist vom 6. März bis zum 5. April 2010 zu sehen. The Coop GALERIE in der Bahnhofstraße 51 in Bergen ist Mittwoch bis Sonnabend von 12 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Mobil 0151 / 56 12 06 40 geöffnet. Weitere Informationen auch unter Telefon 03838 / 20 38 38 und im Internet: www.the-coop-galerie.de

 

 

 Neue Ausstellung in der Galerie des Landkreises in Putbus

Objekt, Video, Lichtinstallation und Malerei leiten Jahresprogramm in Putbuser Orangerie ein

 

 

Unter der Regie des Landkreises zeigt die Orangerie 2010 sechs Ausstellungen           Foto: GRÜNKE

 

Bloß keine Postkarten“ heißt die aktuelle Ausstellung in der Galerie des Landkreises Rügen in der Orangerie Putbus. Die Ausstellung wurde auf Einladung des Kunstvereins Rügen von der Künstlerin Franziska Brandt (Halle/Berlin) kuratiert. Wohl jeder Rügenbesucher kennt die – oft verzweifelte – Suche nach unberührter Natur, nach Vollkommenheit und Glück. Auf einer Insel, die seit der Romantik ihre Landschaft auf besondere Weise mit mystischem Gehalt auflädt, ist eine Ausstellung zu diesem Thema besonders sinnvoll. Wer die Idylle sucht, der sucht oft ein verloren gegangenes Paradies, wobei schon die Idylle eine Projektion ohne Realität ist. „Fühlen Sie sich wie im Paradies!“ leuchtet als Verheißung das Sehnsuchtsziel in Reiseprospekten. Wer reist, nimmt das Ungewisse in Kauf, damit er sich von der Wirklichkeit der Gegenwart überzeugen kann. Letztlich geht es dabei immer um Natur, die Landschaft, die Weite, die Sorgenfreiheit, die Entspannung, das Abenteuer, die Erfahrung, das Fremde – und um den stolzen Bericht darüber gegenüber den Daheimgebliebenen. Zu der Ausstellung sind noch bis zum 12. April aktuelle Positionen von acht jungen Künstlern zu sehen, die in unterschiedlichen Medien, wie Objekt, Video, Lichtinstallation und Malerei, arbeiten.

Auch die folgende Schau wird vom Kunstverein Rügen realisiert. Unter dem Titel „Neun Monate und ein Tag“ präsentiert die Hamburger Künstlerin Inge Krause vom 18. April bis zum 30. Mai ihre Zeichnungen nach Tageszeitung. Weitere Informationen zu beiden Ausstellungen sind unter www.kunstvereinruegen.de zu finden. Als Projekt des Landkreises Rügen präsentiert „Monumente der Vergänglichkeit“ vom 13. Juni bis 4. Juli eine Fotodokumentation von Ellen Kock Arbeiten, die Künstler aus Skåne, Świnoujście, von Bornholm und Rügen während eines Workshops auf Rügen herstellen. „Stahlwerk“ heißt die Werkschau des Künstlers Bernard Misgajski, die von der KulturStiftung Rügen vom 11. Juli bis 29. August ausgerichtet wird. Gezeigt werden Stahlplastiken und Metallbilder. Vom 5. September bis 31. Oktober richtet der Landkreis Rügen dem Rügener Künstler Walter G. Goes eine Ausstellung zu dessen sechzigstem Geburtstag aus: „ZEITzeichen / ZEITzeugen“ zeigt Objektkunst des vielseitigen Künstlers aus den vergangenen 25 Jahren. Die letzte Ausstellung vom 7. November 2010 bis 9. Januar 2011 ehrt unter dem Titel „Sei Kunst im Getriebe!“ einen bedeutenden Vertreter der experimentellen Kunst der DDR: Robert Rehfeldt (1931–1993).

Die Galerie in der Alleestraße 35 ist bis Ende April dienstags bis samstags vom 10 bis 17 Uhr geöffnet. Das Ausstellungsprogramm wird gefördert vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Informationen: Telefon 038301 / 4 31, www.kunstvereinruegen.de

 

 

Edelsteine als sonnige Lebensbegleiter

Schmuckdesigner Nils Peters arbeitet in der Glaskuppel
des Peilturms am Kap Arkona

 

Während andere Inseleinwohner sich im Winter hinter dem Ofen verkriechen, geht der Schmuckdesigner Nils Peters auf Reisen. Es mag auch die Sehnsucht nach der Sonne sein, die ihn bei der Reiseplanung begleitet - schließlich nennt er seine Kreationen „Sonnenschmuck". Im vergangenen Winter reiste er wieder einmal um die Welt auf der Suche nach ungewöhnlichen Edelsteinen für seine Arbeit. Neben der Zusammenarbeit mit namhaften Steinhändlern in Idar-Oberstein besucht Nils Peters immer wieder die Fundorte der Edelsteine und wählt dort direkt aus. Aus Neuseeland brachte er grüne Jade mit, Opale aus Australien und Mexiko, Rubine und Mondsteine aus Sri Lanka. Schon viele Jahre ist der Schmuck- und Edelsteindesigner als selbständiger Künstler aktiv und seine Arbeit wurde mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet.

Kulturerlebnis im Atelier des Peilturm auf dem Flächendenkmal Kap Arkona

 

Seit 2003 arbeitet er in jedem Sommer im schönsten Atelier, dass sich ein Schmuckdesigner vorstellen kann - unter der Glaskuppel des Peilturms am Kap Arkona. Am Steilufer der Ostsee und direkt neben der ehemaligen Tempelburg des Svantevit gelegen, wird der strahlend helle Ort von Licht und Geschichte genährt. „Meine Materialien sind für mich Geschenke der Natur", sagt Nils Peters, „aus der Natur schöpfe ich meine Inspiration und die Einzigartigkeit besonderer Steine berührt mich mit ihrer geheimnisvollen Kraft auf besondere Weise." Seitdem er viele Monate im Jahr am Kap Arkona arbeitet, beschäftigt er sich intensiv mit Bernstein, dem „Gold des Meeres", und Möglichkeiten, diesen in Verbindung mit Edelsteinen aus aller Welt zu verarbeiten. Seine Schmuckstücke sind nicht nur wunderschön, sondern verbreiten Lebensfreude und sind Kraftspender für den Alltag. Besucher des Ateliers können dem Schmuckdesigner und seinen beiden Praktikanten bei der Arbeit zusehen. Eine exklusive Ausstellung präsentiert zudem die schönsten Stücke aus Nils Peters' variationsreicher Kollektion.

Weitere Informationen:
Telefon 0162 / 2 01 86 30,
www.sonnenschmuck.com

 

 

Hundertwasser-Ausstellung zu St. Jakobi


Einmalige Präsentation des grafischen Werks
in der Kulturkirche der Hansestadt Stralsund

 

Zehn Jahre stellt die Exposition wechselnde Exponate Hundertwassers aus

Für zehn Jahre zeigt die Kulturkirche St. Jakobi in Stralsund jeweils in der Saison von April bis Oktober die Ausstellung „Hundertwasser zu St. Jakobi". Mit über 100 jährlich wechselnden Originalgrafiken und ungefähr 30 Unikaten (Skizzen, Bearbeitungen, Andrucke) ist die Schau mit Exponaten des Österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser in diesem Umfang weltweit einzigartig. Neben der Präsentation des grafischen Werks geht es dem Kreisdiakonischen Werk Stralsund e.V. als Betreiber der Kulturkirche vor allem darum, Hundertwassers Wirken zum anderen Leben in der modernen Gesellschaft, zum Erhalt der Schöpfung und den Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Natur mit sparsamen Texten, vor allem aber Aktionen und Workshops mit Kindern und Besuchern nahe zu bringen. Darüber hinaus werden hierbei in einem Modellprojekt Arbeitsplätze für auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen mit hoher Öffentlichkeitswirksamkeit geschaffen. Die Ausstellung wird in der Saison von April bis Ende Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Der volle Eintrittspreis beträgt 7,50 Euro, Kinder bis 16 Jahre haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Für Schulklassen kostet der Eintritt 1,00 Euro pro Schüler. Studenten, Auszubildende und Schwerbehinderte mit entsprechenden Nachweisen bekommen ermäßigten Eintritt für 5,00 Euro pro Person.

Weitere Informationen:
Kulturkirche St. Jakobi
Jacobiturmstraße 28a
18439 Hansestadt Stralsund
Telefon 03831 / 30 96 96
jakobi.kultur@kdw-hst.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inmitten des Weltkulturerbes:
St. Jakobi in der historischen Stralsunder Altstadt                          Foto: Mike Kramer

 

 

Der Fotograf: „Das Feuer brennt noch ...“

Urstralsunder Harry Hardenberg zeigt im Katharinenkloster
Arbeiten aus drei Schaffensphasen


Harry Hardenberg möchte noch einige neue Fotografie-Projekte verwirklichen

 

Im August dieses Jahres feiert Harry Hardenberg einen halbrunden Geburtstag: Es ist der Fünfundsiebzigste. Ein guter Grund für den Urstralsunder, den „Versuch einer Werkschau“ zu wagen. Mit seinen Arbeiten war der diplomierte Fotografiker zwar schon öfter im Stralsunder Kulturhistorischen Museum zu Gast, doch in der am 7. März um 11 Uhr im Katharinenkloster eröffnenden Sonderausstellung bekommen die Besucher Ergebnisse aus mindestens drei seiner Schaffensperioden zu sehen. So wird neben einer Rückblende und Gegenwärtigem erstmals auch Hardenbergsche Gebrauchsgrafik gezeigt. Schaut man in die Vita von Harry Hardenberg, dann offenbart sich ein Lebensweg, der seit mehr als einem halben Jahrhundert durch die Liebe zur Fotografie geprägt wurde. Mancher Werftarbeiter wird sich vielleicht noch an den jungen Mann erinnern, der ihm des Öfteren mit Kamera und Stativ über den Weg lief. Was wäre die Werftzeitung ohne seine Bilder gewesen? Man kennt ihn als Pressefotograf ebenso wie aus unterschiedlichsten Buchprojekten über seine heimatliche Region. Seit 1984 freischaffend, war er 1990 Gründungsmitglied des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern und zwei Jahre später gehörte Hardenberg auch zu den Geburtshelfern des MV-Foto e.V. In die neunziger Jahre fallen sein Lehrauftrag an der Greifswalder Universität und ein vierwöchiger Studienaufenthalt in den USA. Und fragt man Harry Hardenberg nach der größten Herausforderung der jüngsten Zeit, zögert er nicht mit der Antwort: „Das Anfreunden mit der neuen Technik! Man muss sich offen halten für Technik, wie man seinen Blick offen hält für neue Bilder. Alles hat seine Zeit, so eben auch die Dunkelkammer.“

Weitere Informationen:
Telefon 03831 / 28 79 16

 



Aktuelle Kunst in The Coop GALERIE

Programm-Galerie in Bergen auf Rügen existiert seit vier Jahren
in der Bahnhofstraße

 

The Coop GALERIE zeigt aktuelle Kunst in Rügens Kreisstadt Bergen

 

Seit November 2006 präsentiert The Coop GALERIE in Bergen auf Rügen aktuelle Kunst. Die Programm-Galerie arbeitet ähnlich ambitioniert wie vergleichbare Galerien in Berlin, Hamburg oder Köln. Kunstkenner entscheiden sich meistens gezielt zu einem Besuch. Sie möchten eine bestimmte Position kennen lernen oder lassen sich von einer neuen Entdeckung begeistern. Acht Künstlerinnen und Künstler vertritt Susanne Burmester derzeit im Norden der Republik. Als Gastkünstler trat auch schon der Maler Markus Willeke auf. Er ist auch überregional bekannt und für seine Bilder gibt es bereits zahlreiche Sammler in Europa. Außerhalb der aktuellen Ausstellung hat die Galerie stets Werke aller vertretenen Künstler vorrätig, die bei Interesse gern gezeigt werden. Beispielsweise kann sie eine Auswahl abstrakter Pastellzeichnungen aus den sechziger Jahren des Rügener konkreten Künstlers Helmut Senf anbieten, auch Wandobjekte der Berliner Künstlerin Christel Fetzer, Skulpturen von Nándor Angstenberger und die ironischen Objekte Markus Lohmanns, der gebrauchte Möbelplatten per Sandstrahl mit Zeichnungen versieht. Um neue Künstler zu entdecken, reist die Galeristin durch Deutschland, besucht Ateliers und Ausstellungen. Erste Erfolge der Galerie-Arbeit sind die Teilnahme des Objektkünstlers Nándor Angstenberger an der großen Schau HELLWACH GEGENWÄRTIG im Marta Herford im letzten Jahr. Auch wurde die Galerie 2009 erstmalig zu einer internationalen Kunstmesse eingeladen. Preview Berlin – The Emerging Art Fair ist eine profilierte Satellitenmesse zum Art Forum Berlin. Hier können vor allem junge, aufstrebende Galerien mit engagiertem Programm teilnehmen.

The Coop GALERIE in der Bahnhofstraße 51 in Bergen ist Mittwoch bis Samstag von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Damit auch Gäste der Insel Rügen die aktuellen Ausstellungen besuchen können, öffnet die Galeristin ihre Räume auch oft und gern zusätzlich nach persönlicher Terminvereinbarung unter Telefon 03838 / 20 38 38 oder Mobil 0151 / 56 12 06 40 sowie über das Internet: http://www.the-coop-galerie.de/

Weitere Informationen über aktuelle Kunst in Mecklenburg-Vorpommern und auch auf Rügen unter: http://www.kunstorte-mv.de/

 

Kunst und andere Ausstellungen am Kap Arkona

Auch 2010 ist der Förderverein Kap Arkona e.V. wieder aktiv für Kultur im Norden Rügens

 

 Werke von Veronika Bruder und Nico Farrell in der Galerie im Künstlerhaus am Kap

 

Mehr als 8.000 Menschen wanderten zu Silvester ans Kap Arkona, um das Höhenfeuerwerk zu sehen. Schon eine Stunde vorher brannte das große Lagerfeuer und gut gelaunt trafen sich Rüganer mit Gästen der Insel, um das neue Jahr zu begrüßen. Während allein der ungewöhnliche Ort den gut einen Kilometer langen Fußmarsch vom Parkplatz in Putgarten bis zur nördlichsten Spitze Deutschland lohnt, setzt das jährliche Höhenfeuerwerk dem Erlebnis die Krone auf. Fast 16 Minuten lang und in einer beeindruckenden Dramaturgie erlebten die Besucher bei einsetzender Dämmerung das farbenprächtige Spektakel über der historisch bedeutenden Stätte an der tosenden See. Grund zum Feiern hatte auch der Förderverein Kap Arkona e.V. – konnte er doch im vergangenen Jahr wieder jede Menge kultureller Höhepunkte auf die Beine stellen. Seit vielen Jahren war das ehemalige Matrosenhaus direkt am Steilufer ein Ort für die Kunst gewesen, im vergangenen Jahr fand es endlich seine Bestimmung als Künstlerhaus am Kap. In der Galerie im Künstlerhaus finden wechselnde Ausstellungen mit Werken von Künstlern und Kunsthandwerkern aus der Region statt, regelmäßig werden aber auch Gäste eingeladen. Die aktuelle Schau präsentiert Malerei und Schmuck. Der Schmuckdesigner Nico Farrell und die Malerin Veronika Bruder stellen ihre Werke sonst in der Werkstattgalerie „New Creations“ an der „Kunstmeile Binz“ aus – jetzt haben Kap Arkona-Besucher Gelegenheit, sie an diesem bedeutenden Ort zu sehen. Expressiv, abstrakt und emotional sind die Gemälde von Veronika Bruder – sie zeigen Menschen, Gefühle und Landschaften. Die Schmuckstücke von Nico Farrell gewinnen ihren individuellen Charakter aus dem Zusammenspiel von einfachen Formen, präziser handwerklicher Anfertigung und dem Spiel mit der Oberflächenstruktur des Metalls. Täglich von 12 bis 15 Uhr kann die Ausstellung unter dem Titel „Kommen und Gehen – Kultur, Form, Farbe“ in den Wintermonaten besichtigt werden. Dort findet man stets auch schöne Dinge, die als exklusives Souvenir mit in die Heimat genommen werden können. Außerdem erwartet der quadratische Leuchtturm aus rotem Backstein seine Besucher. Hier erfährt man etwas über das Schaffen des Baumeisters Karl Friedrich Schinkel (1781–1841), der als Architekt des Königs zu den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit gehörte und vor allem das Stadtbild Berlin mit seinen klassizistischen Bauten geprägt hat. Auch andere „Leuchttürme an der deutschen Ostseeküste“ werden hier vorgestellt und „Leuchtfeuer und Seezeichen“ kann man ebenfalls kennen lernen. Der Schinkelturm ist täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Ein besonderes Erlebnis am Kap Arkona sind die ehemaligen Marineführungsbunker der Volksmarine der DDR. Diese wurden noch wenige Jahre vor der Wende gebaut und sind heute Denkmal. Zu jeder vollen Stunde findet eine Führung statt. Dabei werden auch die aktuellen Ausstellungen „Wendemanöver deutscher Geschichte“ und „6. Flottille Dranske/ Bug“ präsentiert. Die letzte Führung beginnt jeweils um 15 Uhr, Eintrittskarten sind zehn Minuten vor Beginn in der Nebelsignalstation erhältlich. Gruppen werden um Anmeldung unter der Telefonnummer 038391 / 40 00 gebeten.

Die Winteröffnungszeiten am Kap Arkona:
Schinkelturm täglich 11 bis 16 Uhr, Galerie im Künstlerhaus täglich 12 bis 15 Uhr, Marineführungsbunker täglich von 12 bis 15 Uhr; Peilturm, Burgwall und Nebelsignalstation befinden sich in der Winterpause.

Weitere Informationen über die Aktivitäten des Fördervereins Kap Arkona e.V. unter Telefon 038391/43 46 60, im Internet: www.foerderverein-kap-arkona.de oder per E-Mail: info(at)foerderverein-kap-arkone.de

 

Die Türme von Kap Arkona auf der Halbinsel Wittow im winterlichen Zwiegespräch 

 

 

Die Ideenschmiede läuft auf Hochtouren

Förderverein engagiert sich seit 1993 für Kunst und Kultur
am Kap Arkona

 

Ohne den Förderverein Kap Arkona e.V. wäre der Besuch am spektakulären Nordkap Deutschlands übrigens nur halb so interessant. Erst durch die kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen wird der historische und landschaftlich herausragende Ort zu einem echten Erlebnis. Die Ideenschmiede des gemeinnützigen Fördervereins Kap Arkona e.V. ist schon seit 1993 in Betrieb und arbeitet unermüdlich für die Beförderung von Kunst und Kultur am Kap. Neugierig machte die ehemalige Marinesignalstation, die im Volksmund auch „Matrosenheim“ genannt wurde, schon früher. Immer wieder wurde Kunst gezeigt, manches Jahr arbeiteten Künstler aus den Ostseeländern im Hof an großformatigen Skulpturen und feierten abends ihre Feste am Steilufer. Jetzt nennt sich das Haus Künstlerhaus am Kap und ist mit Galerie und Werkstätten mit echtem Leben erfüllt. Wer einmal in dieser besonderen Atmosphäre am Nordkap Deutschlands und nur mit der offenen See vor Augen arbeiten möchte, der ist herzlich eingeladen. Das Programm der Galerie wird von der Keramikerin Antje Grotelueschen kuratiert. Nachdem sie spannende Gruppenausstellungen zu verschiedenen Themen organisiert hat, darf man auch zukünftig mit Ausstellungen rechnen, die einen erneuten Besuch an diesem schönen Ort am Steilufer lohnenswert machen. Es werden stets Werke der unterschiedlichsten Künstler und Kunsthandwerker gezeigt und auch zum Verkauf angeboten. Die ehemaligen Bunkeranlagen mit sehenswerten Ausstellungen zur Militärgeschichte wurden ebenfalls weiter ausgebaut. Ab 11 Uhr zu jeder vollen Stunde bieten Kenner der Materie Führungen durch den Marineführungsbunker an. Dabei wird auch die Ausstellung zur "Geschichte der 6. Flottille Dranske/Bug und der Volksmarine der DDR" gezeigt. Die ehemalige Nebelsignalstation setzt das Schlusslicht im Konzert der attraktiven Ausflugsziele am Kap, jedoch nur in räumlicher Sicht. Hier lernt man in einem bedeutenden Industriedenkmal etwas über die "Geschichte der Seenotrettung an der deutschen Ostseeküste". Täglich zeigt außerdem der Schinkelturm, der auch für sich schon einen Besuch lohnt, die Ausstellungen „Schinkels Schaffen“, „Leuchttürme an der deutschen Ostseeküste“ und „Leuchtfeuer und Seezeichen“. Eine ganz besondere Verknüpfung von Natur, Kultur und Geschichte ist auch die alljährliche Schau des Internationalen Ausstellungszentrums: "ZeitenSprünge - Kunst begegnet Archäologie" mit Werken von Künstlern und Kunsthandwerkern aus M-V im Peilturm.   

Weitere Informationen über die Aktivitäten des Fördervereins Kap Arkona e.V. unter Telefon 038391/43 46 60, im Internet: www.foerderverein-kap-arkona.de oder per E-Mail: info(at)foerderverein-kap-arkone.de

 

 

Beeindruckende Giganten auf sechs Beinen

NaturErlebnisZentrum MÜRITZEUM zeigt faszinierende Sonderausstellung naturgetreuer Insektenmodelle

 

Maikäfermodell – exakt bis zum kleinsten Härchen nachgestaltet                            Foto: Julia Stoess


Das Museumsjahr 2010 beginnt im MÜRITZEUM mit einer ganz besonderen Ausstellung. Während es in der Natur noch recht winterlich ist, können die Besucher im „Haus der Sammlungen“ ab Februar heimische Insekten in bunter Vielfalt erleben. In der neuen Sonderausstellung „Giganten auf sechs Beinen“ geht es rund um die artenreiche Welt der Sechsbeiner. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die mehrfach preisgekrönten Arbeiten der Hamburger Diplom-Designerin Julia Stoess. Bei ihren Besuchen in Naturkundemuseen fiel ihr auf, dass Insekten im Vergleich zu anderen Tiergruppen in den Ausstellungen oft nur wenig Beachtung finden. Es entstand die Idee, stark vergrößerte Insektenmodelle zu bauen, wissenschaftlich exakt und auf höchstem Niveau. Neben ihrer Tätigkeit als Kostümbildnerin begann Julia Stoess, sich das erforderliche Knowhow anzueignen. Vor etwa fünf Jahren machte sie sich schließlich selbständig und widmet sich seitdem ganz dieser Aufgabe. Mittlerweile gehören 17 Naturkundemuseen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Finnland, aber auch die Pharma- und Werbeindustrie zu ihren Auftraggebern. Für ihre hervorragenden Arbeiten erhielt Julia Stoess auf der Weltmeisterschaft der Präparatoren 2008 in Salzburg die Silbermedaille in der Kategorie „Wissenschaftliche Modelle“, außerdem den Rene-Lanooy-Preis 2008 für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Präparationstechnik. Die Ausstellung im MÜRITZEUM zeigt acht Modelle verschiedener Insektenarten, unter anderem einen Maikäfer, eine Zikade und eine Mücke. Sie sind naturgetreu bis zum letzten Härchen und zur kleinsten Borste nachgestaltet. Die Modelle sind so stark vergrößert, dass man auch mit dem bloßen Auge erkennt, was sonst erst durch eine Lupe oder ein Mikroskop sichtbar würde: riesige Komplexaugen, mächtige Kieferzangen, beeindruckende Farben und Formen. Ein interessanter Film-Clip zeigt, wie diese Modelle entstehen. Passend zum Thema ist eine kleine Foto-Ausstellung zu sehen. Die interessanten Insektenaufnahmen stammen von dem Hamburger Biologen und Naturfotografen Axel Jahn. In einer Vitrine wird dazu anhand einiger Exponate ein Einblick in die Insektensammlung der Naturhistorischen Landessammlungen im MÜRITZEUM gegeben.

 

 Einmalige Architektur beherbergt außergewöhnliche Ausstellungen zur Natur der Müritz-Region
                                                                                                Foto: MÜRITZEUM gGmbH

 

Weitere Informationen:
MÜRITZEUM gGmbH
Zur Steinmole 1, 17192 Waren (Müritz)
Telefon 03991 / 633 68-0, Fax 03991 / 633 68-10
info@mueritzeum.de, www.mueritzeum.de

 

 

 

MARGARETENSTRASSE –
Kunst und Kunsthandwerk in Binz

Die Kunstmeile in der Margaretenstraße
ist ein Tipp für Binz-Besucher, die das Besondere suchen

 

Bei "tonicum" an der Kunstmeile Binz gibt es auch schöne Gartenkeramik

 

Etwas abseits vom Trubel der Binzer Hauptstraße liegt in unmittelbarer Nähe der Strandpromenade die Margaretenstraße. Auf einer kleinen Kunstmeile reihen sich dort Galerien, Werkstätten und feine Läden mit einem exklusiven Angebot an Kunst und Kunsthandwerk aneinander. „Inselgeflüster“ nennt der Fotograf Robert Denier das sanfte Geräusch der Wellen und des Windes in den Halmen des Strandgrases – und so heißt auch sein schönes Buch. Er überrascht zudem mit Malerei und monatlich neuen Panorama-Fotografien von der Insel Rügen. Kathrin Grünke war mit ihrer „Narrenkreamik“ die erste. Mit ihrem auffällig und individuell gestalteten Haus Karoline bildet sie auch heute noch ein Zentrum der Kunstmeile. Als bedeutende Vertreterin der deutschen Fayence-Kunst hat sie schon verschiedene Aufträge für große Porzellanhersteller ausgeführt. In ihrer Werkstattgalerie präsentiert sie unikate Fayencen, u.a. zu den Themen „Traumgärten“, „Zirkuswelten“, „Narren“ und „Chimären“. In der Galerie New Creations findet man die neuesten Kreationen des Künstlerpaares Nico Farrell und Veronika Bruder: Handgeschmiedeten Schmuck aus der Werkstatt von Nico Farrell, Bilder in Acryltechnik und individuell gestaltete Halsketten von Veronika Bruder. New Creations II heißt die Werkstatt von Nico Farrell. Außerdem werden Accessoires wie handgewebte Seidenschals, handgenähte Ledertaschen, Hüte, Seifen aus natürlichen Ölen und vieles mehr angeboten. Wer die Räume der Galerie Jahreszeiten von Karen Utermann betritt, erlebt eine farbenfrohe Fantasiewelt verschiedener Materialien und unterschiedlicher Techniken. Bei tonicum gibt es Steinzeug und Porzellan von Lydia Budnick und Annette Pomp. In den Farben des Meeres schimmert das blaue tonicum-Mosaik auf weißglasiertem Steinzeug und leuchtendem Limoges-Porzellan. In der Galerie-Werkstatt wird vor Ort gedreht, gemalt und gebrannt. Schon seit 1998 gibt es die Glasbläserei in Binz. Ein breites Sortiment von handwerklichen Stücken kann vor Ort besichtigt und erworben werden, außerdem ist es möglich, den Glasbläsern bei ihrem Schaffen über die Schulter zu schauen.

Wer sich für Fotografie, bildende Kunst, Keramik und Goldschmiedekunst interessiert, wird hier in der Binzer Margaretenstraße mit Sicherheit fündig. Auch das Strandcafé oder die Espresso Bar laden zum Verweilen ein.

 

Schmuck von Nico Farrell in der Galerie New Creations

Kathrin Grünke – Narrenkeramik;
Annette Pomp & Lydia Budnick – Tonicum;
Robert Denier & Andreas Schiller – Galerie Inselgeflüster;
Veronika Bruder – Galerie New Creations;
Karen Utermann – Galerie Jahreszeiten;
Nico Farrell & Veronika Bruder – Goldschmiede New Creations;
Glasbläserei Malente; Matthias Gerlach – Espressobar

Informationen zu den Galerien und Werkstätten:
www.ferienwohnung-putbus.de/Kunstmeile_Binz

 

  


Futuristisch unterwegs zwischen Land und Meer

Ulrich Müthers Rettungsturm in Binz wartet immer noch
auf die Zukunft

 

Im Osteebad Binz gibt die Bäderarchitektur den Ton an – oder zumindest das, was so aussieht wie diese. Das Kleinteilige, Verspielte, Ornamenthafte bildet die Kulisse für einen Badeurlaub, der nicht das Echte sucht, sondern eine Sommerfrische aus zweiter Hand. Dass die holzverzierten Veranden schon damals nur für den Saisonbetrieb gebaut waren und keinesfalls Jahrhunderte überdauern könnten, interessiert einen Binzbesucher heute kaum. Was auch in hundert Jahren noch Bedeutung haben wird, weil es schon zu seiner Bauzeit zukunftsweisend war, das finden Architekturbegeisterte aus aller Welt am Binzer Strand. Selten wirkte der Rettungsturm von Ulrich Mütherentworfen von Dietrich Otto und 1982 erbaut – so futuristisch wie heute, wo alles rückwärts schaut.

 

Am Binzer Strandaufgang 6 steht der Rettungsturm von Ulrich Müther                               Foto: GRÜNKE

 

Aus Ferrozement in einer Spritzbetontechnik gefertigt, die der Ingenieur Müther maßgeblich weiterentwickelt hat, ist dieser fremdartige Schalenbau wirklich für die Ewigkeit gebaut. Sein Zwilling von 1975 mußte in den frühen neunziger Jahren dem Neubau der Seebrücke weichen. Von Kennern der Materie wird Müther, der 1934 auf Rügen geboren wurde und 2007 auch hier verstorben ist, zu den weltweit fünf wichtigsten Pionieren der Leichtbauweise gezählt. Berühmt wurde er vor allem mit seinen Hyparschalen – doppelt gekrümmten Schalenbauten, die zugleich ästhetisch, futuristisch und funktional waren. So wie Müther die Konstruktionen einsetzte, konnten ungewohnte Formen entstehen und riesige Flächen sicher überspannt werden. Als Ende der Neunziger das „Ahornblatt“ in Berlin abgerissen wurde, erlangte Müther Berühmtheit. Das englischsprachige Lifestyle-Magazin „Wallpaper“ machte den Anfang, die „Deutsche Bauzeitung“, „Brandeins“, „Monopol“ und viele weitere folgten in der anerkennenden Ehrung dieses ungewöhnlichen Rügener Baumeisters. Heute steht der Rettungsturm am Strandaufgang 6 für Trauungen zur Verfügung. Mit dünner Haut und großer Stabilität – das schützende Ei mit erhebendem Blick auf die Ostsee – markiert das weiße, rundum verglaste Gebäude den Ort des Übergangs von Land zu Meer. Wer dem nachspüren und ihn als Symbol für eine glückliche Beziehung nehmen möchte, der sollte dem Impuls folgen und mit der Standesbeamtin Angelika Meyer unter Telefon 03 83 93 / 3 74 28 Kontakt aufnehmen. Die Kurverwaltung des Ostseebades Binz bietet außerdem einen kompletten Hochzeitsservice inklusive Limousine und romantischem Picknick mit brennenden Fackeln am Strand an.

Der Kunstverein Rügen hat 2008 einen Katalog zu Ulrich Müthers Rügener Bauten herausgegeben. Weitere Informationen dazu unter Telefon 03 83 01 / 88 97 04 oder im Internet: www.kunstvereinruegen.de

 

 

Ein Refugium für die Konkrete Kunst

Besuch in Helmut Senfs Studiogalerie und Skulpturengarten
in Sassnitz

 

Zur Premiere der neuen Reihe „Offene Gärten in Mecklenburg-Vorpommern“ öffneten sich auch die Tore des Gartens von Irmgard Senf in Sassnitz auf Rügen. Zahlreiche Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, den klar strukturierten Garten der Garten- und Landschaftsgestalterin zu besuchen. Botanische Besonderheiten aus aller Welt wachsen hier auf kleinem Raum harmonisch nebeneinander. Während sich die einen nach den deutschen Namen so schöner Gewächse wie der Catalpa erkundigten, erfreuten sich andere an den leuchtend-farbigen Stahlplastiken, die rund um das Einfamilienhaus im Sassnitzer Gerhart-Hauptmann-Ring platziert waren. Wer Humor genug besitzt, alte Senfschilder zu sammeln, der muss künstlerisches Format besitzen. Freunde und Kollegen des Künstlers Helmut Senf freuen sich stets auf Besuche in seiner kleinen Studiogalerie. Senf, Jahrgang 1933, gehört zu den namhaften Vertretern der Konkreten Kunst in Deutschland. Seine Malerei wird auf überregional bedeutenden Ausstellungen präsentiert, auch der Kunstverein Rügen stellte sein Werk in einer Soloschau vor. Regelmäßig ist der Künstler, der von Galerien in Bielefeld und Berlin vertreten wird, zur Großen Kunstschau in München eingeladen, zuletzt zierte eines seiner Werke das Plakat zur 17. Landesweiten Kunstschau des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern in der Kunsthalle Rostock. Seine Stahlplastiken finden sich auf öffentlichen Plätzen in ganz Deutschland. Ein kraftvolles Zeichen setzt der ehemalige Erfurter mit seiner Arbeit seit Anfang August endlich auch auf Rügen – im Grün des neugestalteten Kurparks des Ostseebades Baabe an der See.

 

Helmut Senf mit dem Vorbild zur Skulptur im Kurpark Baabe

 

Konkrete Kunst, das ist mittlerweile ein Klassiker und dennoch, inmitten der gefälligen Bildchenmalerei am touristischen Ort Rügen, ein exotischer Anblick. Die abstrakten Kompositionen, die keine Geschichte erzählen und nicht an das Gefühl appellieren, arbeiten mit der reinen Gegenwart von Linie, Fläche, Farbe und Volumen. Wie kraftvoll ausgewogen zwischen stabilen und instabilen Momenten dies sein kann, dass kann man anhand der Werke Helmut Senfs kennenlernen. Kunstkenner aus ganz Deutschland begeistern sich an dem Refugium der Familie und der Vielfalt der  anspruchsvollen Exponate aus allen Schaffensphasen. Nicht alle stehen zum Verkauf, aber Helmut Senf gehört zu denjenigen, die keine Scheu haben, ihr Wissen weiterzugeben. So findet man sich auch einmal in der kleinen Werkstatt des Künstlers und darf erfahren, wie eine Emailarbeit entsteht oder blättert durch frühe Studien oder späte Aktzeichnungen. Helmut Senf ist Spezialist für das Emaillieren, wobei seine besondere Liebe dem Industrieemail gilt. In dieser Technik historischer Werbeschilder entstehen seine abstrakten Werke in leuchtenden Farben, die auch für den Außenraum geeignet sind und so manch


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