Sara Pfrommer
Rügener Passagen der Sara Pfrommer
Junge Künstlerin hat auf Rügen drei neue Videoarbeiten erstellt
Vier Wochen lang hat Sara Pfrommer (*1980) in Bergen auf Rügen gearbeitet und dabei die Galerie von Susanne Burmester in der Bahnhofstraße 51 als Atelier genutzt. Auf Ausflügen in die Umgebung hat sie filmisches Material erstellt und durch Recherchen im Internet ergänzt. Die Kormorankolonie am Nonnensee und der nächtliche Wald auf dem Rugard, waren ebenso Stationen ihres Arbeitsprozesses, wie der Galerieraum. Wie in ihren bisherigen Arbeiten, setzt die Künstlerin sich selber stets in Beziehung zu der Videokamera, die ihr Hauptwerkzeug darstellt. In improvisierten Studios, die sie gerne an unspektakuläre Orte oder an wenig markanten Naturplätzen einrichtet, untersucht sie das Verhältnis zwischen Mensch und Apparat. Dabei interessiert sie besonders die Frage danach, wie die Machtverhältnisse sich darstellen: wer ist Herrscher des Blicks? Wie verändert der fotografische Apparat das Bild und gelingt es, diesen aus Künstlersicht zu manipulieren. Drei Werke entstanden so auf Rügen uns sind noch bis zum 16. Juli in der Ausstellung „Passage" bei Susanne Burmester zu sehen. Der melancholische Ton eines stark verlangsamten Fledermausgeschreis erfüllt den Raum. Auf einem Monitor kann man die grafische Darstellung des Tons verfolgen. In einem Video dreht sich Sara Pfrommer mit einem Fernrohr aus Pappe in der Hand so gleichmäßig wie eine mechanische Puppe um sich selber. An einem Seil über der Schulter zieht sie im Bergener Rugard kreisend ihre Videokamera hinter sich her. So wie sie selber nach links aus dem Bild hinausgleitet, möchte man ihr folgen. Der Betrachter befindet sich in der Position des Blicks der Kamera und fühlt sich als Betrachtender zugleich verfolgt von dieser. Eher banale, gefundene Landschaftsfotografien aus ihrer schwäbischen Heimat hat sie mit einem metallenen Gegenstand überarbeitet, wie um Spiegelungen zu erzeugen. So erhalten die Fotografien eine neue Tiefe, zusätzliche Bedeutung. Nachdem die Galerie anschließend zwei Wochen geschlossen bleibt, eröffnet sie am 30. Juli von 17 bis 20 Uhr die Ausstellung mit Malerei von Gunilla Jähnichen. Ihre Bilder verknüpfen auf unkonventionelle Weise surrealistische Bildideen mit der „Pittura Metafisica“ und modernen Manga und Comicdarstellungen. Sie befinden sich u.a. in den Sammlungen von Julia Stoschek und Sør Rusche. 2010 hat die Kunsthalle Gießen ihr eine umfassende Werkschau eingerichtet. Susanne Burmester Galerie (vormals The Coop Galerie) ist Mittwoch bis Samstag von 12 bis 17 Uhr geöffnet.
Sara Pfrommer vor ihrer Videoarbeit „Wald“ Foto: Susanne Burmester Galerie
Weitere Informationen unter www.susanneburmester.de.
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