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Ausflugstipp: Putbus
Die von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus letzte planmäßig erbaute Residenzstadt und Modellstadt des Späten Klassizismus präsentiert sich als ein "italienischer Traum" mit Stuck, Säulen und Rosen. Zentrum ist der Circus, ein kreisrunder Platz mit einem 19 Meter hohen Obelisken im Zentrum um den sich 15 klassizistische Häuser gruppieren. Die weiße Stadt im grünen Herzen Rügens ist die Kulturhauptstadt der Insel

Hans Hoge

 

Spannungsfeld - Kultur und öffentlicher Raum

Bildhauer Hans Hoge wirkte in den Sommermonaten auf seiner Heimatinsel Rügen

 

Eine berührte Landschaft an Rügens Ostküste zwischen Sassnitz und Prora. Menschenhand hat hier seit Jahrzehnten, ja seit dem Ausbau von maritimer Infrastruktur in preussischer Zeit die Natur zurückgedrängt und nach ihren wünschen geformt - Gebäude errichtet, Schienen verlegt, Erdreich bewegt. Heute findet das Auge die moderne Architektur des Sassnitzer Fährhafens, Firmengelände mit aufgeworfenen Sandbergen, Industrieruinen und Rohrleitungen die sich in vielfältigen Farbschattierungen durchs Land ziehen vor. Und zwischen all dieser versehrten Landschaft vermag das aufmerksame Auge ein rotes, vielleicht drei Meter oder etwas mehr aus der Landschaft ragendes Objekt zu entdecken. An einem anderen Ort wäre es ob seiner Größe und Farbe nicht zu übersehen, hier jedoch will es beinahe gefunden werden. Auf den ersten Blick verrät es nicht seine Materialität.  Gegossener Beton über einem Eisenskelett - in einer Technik gearbeitet, wie sie der berühmte Sohn Rügens Ulrich Müther für seine Betonschalenbauten anwendete. Schöpfer dieses tierartigen Objektes, manchen an einen Vogel erinnernd, ist der Künstler Hans Hoge. Er hat die Betonschalentechnik direkt bei Müther gelernt. Der Autor der  Betonskulptur am Fährhafen Sassnitz, zwischen Kränen, der Ostsee und Hafen- und Industrieanlage, ist auf Rügen aufgewachsen und stammt aus einer Künstlerfamilie, die selbst auf Rügen nicht unbekannt sind. Nicht gern wird der bescheidene, fast schüchtern wirkende Hans Hoge nach der konkreten Bedeutung seine schwergewichtigen Werke gefragt und noch weniger sollte man eine konkrete Antwort hoffen, die einem das Selbstschauen und -entdecken abnimmt. Dies ist keine künstlerische Eitelkeit, sondern begründet sich aus seinem Arbeitsansatz. So arbeitet, der an der Düsseldorf Akademie ausgebildete Bildhauer, für und im öffentlichen Raum. Weitere Objekte hat er vor allem im Umkreis von Düsseldorf an industriell gestalteten und den Wirtschaftsinteressen unterworfenen Räumen konzipiert. Seine Absicht ist es die Räume nicht als gestalterisch verschenkt zu betrachten, sondern  das Potenzial und Spannungsfeld zu nutzen um es mit Kultur zusammenzubringen. Seit acht Jahren nun befindet sich die rotocker-farbige Skulptur im Sassnitzer Fährhafen in einem Umfeld was nicht statisch und unveränderlich ist, ob und wie lange die Skulptur dort noch bleibt ist nicht klar. Derzeit arbeitet Hans Hoge gerade an einer weiteren dem Mukraner Objekt verwandten Skulptur. Noch ist erst das Skelett fertiggestellt, zu erkennen sind jedoch schon die übereinandergestellten unterschiedlich großen bauchigen Segmente, wie sie auch an vielen anderen seiner Modelle oder als große Objekte im Raum ausgeführten Werke zum Beispiel in Düsseldorf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild links: Das Skelett zu einer neuen Betonskulptur, an der Hans Hoge auf Rügen arbeitet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder oben rechts und darunter:
Die Skulptur am Sassnitzer Fährhafen eröffnet dem Betrachter je nach Blickwickel immer wieder neue Seiten und Sichtweisen

Fotos: Jens Frank

 

Weitere  Informationen:
www.ag-bild-bau.de


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