Tierpark Stralsund
In Stralsund lebt das größte Löwenrudel im Nordosten Deutschlands
Fotos: Tierpark Stralsund
Das unbeständige, nasse Wetter bescherte dem Tierpark im Jahr 2011 einen Besucherrekord. Bereits Mitte Dezember konnten über 110.000 Besucher verzeichnet werden. Damit hat der Zoo erstmals seit Mitte der 1990-er Jahre die "100.000-Besucher-Grenze" wieder deutlich überschritten.
Angesichts der demographischen Entwicklung in der Region und der beständig wachsenden Konkurrenz auf dem Freizeitsektor sind die Belegschaft und der Förderverein des Tierparks stolz auf dieses Resultat. Neben der Steigerung der Attraktivität des Zoos durch diverse Neu- und Umbauten - als Beispiel ist die Eröffnung der "Neuen Mahnkeschen Mühle" zu nennen - ist es das starke Engagement der Belegschaft und die Unterstützung durch den Förderverein, die zu dieser guten Resonanz führt.
Die zahlreichen Veranstaltungen, wie die Osteraktionen, der Kindertag, die Schafschur zum 1. Mai, das Tierparkfest, die "Lange Zoonacht", der Pferdetag, Halloween, Spezialführungen, Kindergeburtstage, Projekttage und das "Erste Stralsunder Mühlenfest" sowie der gemeinsam mit der Musikschule Stralsund durchgeführte "Tag der Musik" wurden von den Stralsundern und Urlaubern gut angenommen. Eine besondere Anziehungskraft hat auch in diesem Jahr die Tiershow ausgeübt. Jeweils Mittwochs und Sonntags um 14:30 stellten sich regelmäßig große Besuchergruppen ein um daran teilzunehmen und mitunter im Anschluss noch einen Ritt auf dem Kamel oder einem Pony zu wagen.
"Die Kücken werden im Herbst gezählt" lautet eine alte Bauernweisheit. Und so findet auch im Tierpark Stralsund zum Jahresende eine Tierinventur statt.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 911 Tiere in 135 Arten gezählt. Als Besonderheit sind die 66 Haustierrassen, die in Stralsund gepflegt werden, zu nennen.
Unter dem zahlreichen Nachwuchs des Jahres sind je zwei Singschwäne und Truthahngeier, nach langer Pause wieder ein Känguru, Streifenskunks und ein Zwergmuntjak zu nennen. Seltenheitswert hat eine Zwillingsgeburt bei den Bisons. Beide Jungtiere wurden von der Mutter problemlos aufgezogen.
Auf der anderen Seite sind unter den Zootieren auch Todesfälle zu beklagen. Darunter ein Polarwolf und eine Trampeltierstute. Beide Tiere starben altersbedingt. Probleme gab es beim Bestand der Weißbüscheläffchen im Südamerikahaus. Hier verendeten im Jahresverlauf zwei ältere und ein jüngeres Tier an einer bei dieser Art sehr häufig auftretenden, aber noch nicht vollständig aufgeklärten Stoffwechselerkrankung.
Eine Wisentkuh musste notgeschlachtet werden, sie litt seit längerer Zeit an massiven Verwachsungen in der Bauchhöhle. Der verbliebene Wisentbulle wird in nächster Zeit in den Tierpark Wismar umziehen, so dass dieses Gehege für eine Vergrößerung des Nachbargeheges zur Verfügung steht.
Neuzugänge erhielt der Tierpark u.a. aus dem Zoo und dem Tierpark Berlin (Schwarzohrpinseläffchen und südafrikanische Karakale). Zwei Blaue Ohrfasanen wurden aus einer privaten Haltung übernommen und als Findling stellte sich ein afrikanischer Schildrabe ein. Besonders zu erwähnen sind zwei Dunkelrote Aras, die auf Wunsch einer alten Dame, die nicht genannt werden möchte, erworben wurden. Die Stralsunderin spendete für diesen Zweck 2.000 Euro.
Natürlich wurden auch in Stralsund geborene Tiere an andere Zoos oder, wenn es sich um Haustiere handelt auch an Privatpersonen, abgegeben. So zog ein junger Bisonbulle in den Berliner Zoo um und zwei Weiße Esel leben jetzt in Tschechien.
Wichtigste Baumaßnahme in diesem Jahr war die Fertigstellung der "Neuen Mahnkeschen Mühle". Gemeinsam mit dem wunderschönen "Müllergarten" wurde sie sehr schnell zu einem Anziehungspunkt. Daneben konnten zahlreiche kleinere Umbauten realisiert werden, erwähnt sei hier die in der Regie der Zootierpfleger umgestaltete Karakalanlage (Karakale sind südafrikanische
Kleinkatzen) und die neue Anlage für Wasserschweine. Einige alte Käfiganlagen wurden in diesem Jahr demontiert, um für spätere Neubauten Platz zu machen.
Der Tierpark dankt auf diesem Wege den unzähligen Freunden des Tierparks, die durch ehrenamtliches Engagement, Geld- und Sachspenden, Tierpatenschaften, durch ihre Mitgliedschaft im Förderverein oder durch Rat , Tat und guten Willen die Arbeit des Zoos maßgeblich unterstützen.
Besucht werden kann der Zoo an jedem Tag des Jahres und ist im Winterhalbjahr an allen Tagen von 9 bis 16 Uhr geöffnet.
Frei fliegende Aras sind die Stars der Tiershow
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