Theater Putbus
Der Grüffelo
Erfolgreiches Bilderbuch als Puppenstück für Kinder ab drei
von Birgit Schuster
Die kleine Maus ist unterwegs im Wald und all die gefährlichen Tiere scheinen es heute besonders gut mit ihr zu meinen. Der Fuchs verspricht Götterspeise, die Eule bittet zum Tee und die Schlange lädt zum Fest. Doch die kleine Maus hat immer eine wichtigere Verabredung, nämlich mit ihrem großen und viel gefährlicheren Freund, dem Grüffelo. Wenn die Maus von ihm erzählt, ziehen sich die schmeichlerischen Gastgeber beeindruckt zurück. Der Grüffelo ist ein sehr wertvoller erdachter Freund – bis er dann plötzlich wirklich auftaucht und sagt, sein Lieblingsschmaus sei Butterbrot mit kleiner Maus. Die kleine Maus aber weiß eine clevere Antwort und kann so auch den gefürchteten Grüffelo das Fürchten lehren.
„Der Grüffelo“ ist eine liebevolle Bilderbuchgeschichte der Autorin Julia Donaldson und des Illustrators Axel Scheffler, die seit ihrer Veröffentlichung 1999 in Großbritannien schon in mehr als zwanzig Ländern Kinder- und Elternherzen erobert hat. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und ihre Verfilmung war 2010 sogar für den Oscar nominiert. Die wunderbare Geschichte vom Grüffelo zeigt, dass man mit Fantasie und Köpfchen so manche gefährliche Situation meistern und auch ganz klein ganz groß sein kann. 
Die kleine Maus begegnet dem furchterregenden Grüffelo tatsächlich
Foto: Theater Vorpommern
Vorstellung Sonntag, 9. April,
15 Uhr
Weitere Informationen:
www.theater-vorpommern.de
Expedition zu beiden Seiten des Mondes
Die Berliner MEDIA LUNA spielen Tangos von Carlos Gardel bis Astor Piazzolla
Der Tango hat viele eigenständige Ausdrucksformen hervorgebracht – Tanz, Musikrichtung, Dichtung und Gesang. Seit September 2009 gehört er sogar zu den Meisterwerken des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit, zum Kulturerbe der UNESCO. Auch das Trio MEDIA LUNA aus Berlin hat sich ihm verschrieben und sucht nicht nur die dunkle, sehnsuchtsvolle, tragische Seite des Tango-Halbmondes, sondern auch seine humorvolle, manchmal sogar glückliche, von der Sonne beschienene. Musikalisch ermöglicht eine kleine Besetzung dabei viel Spielraum für ein sensibles Miteinander, in dem auch die drei Musiker spontan ihrer inneren Bewegung folgen können. Dadurch wird ein sehr lebendiger Ausdruck möglich, der mit viel Dynamik und Agogik ein starkes Spannungsfeld zwischen differenzierten, einfühlsamen Passagen und kraftvollem, energiereichem Spiel erzeugt. Tangos haben und sind Geschichten.
MEDIA LUNA erzählen sie.
Peter Reil (Bandoneon) beschäftigt sich seit 1978 mit Tango und Bandoneon, dem Instrument des Tango. Bei Aufenthalten in Paris und Buenos Aires spielte und lernte er bei Rodolfo Medero, Juan Jose Mosalini, Nestor Marconi und Coco Nelegatti und ist nun selbst eine zentrale Figur der europäischen Tangoszene.
Klaus Axenkopf (Kontrabass) studierte Kontrabass-Jazz und -Klassik an der Musikhochschule Graz. Seit 1994 gehört er u.a. mit dem Weltmusiktrio „Hora Colora“, den Jazzbands „Imagination“ und „Even 5“, der „BerlinBigband“, dem „Salonorchester Berlin“ und den „Eurostars“ auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa, Theater „Tribüne“.
Petra Liesenfeld (Gesang) schreibt seit 1980 eigene Stücke zwischen Lied und Jazz, ist ausgebildet im Jazz- sowie im klassischen Gesang und befasste sich mit Theorie, Rhythmus, Komposition und Improvisation. 1999 komponierte sie Filmmusik für den ORB, erteilt selbst Unterricht in Jazzgesang und leitet den Chor der Berliner Lebenshilfe DIE SIRENEN AUS MITTE. Außerdem organisiert sie seit 1996 die Konzertreihe TURMMUSIK im Wasserturm Kreuzberg und das Jazzfestival JAZZ UND MEEHR auf der Insel Hiddensee seit 2003.
Vorstellung Freitag, 13. April, 19.30 Uhr.
Weitere Informationen:
medialuna.cket.net
Tangomusik ist wie ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann
Foto: MEDIA LUNA
Trude träumt von Afrika
Das Beste aus den ersten 17 Jahren auf den Putbuser Inselbühnenbrettern
Mit Percussion und Comedy vom Feinsten macht „Trude“ ihren Traum von Afrika lebendig. Wer sie kennt ist wahrscheinlich schon süchtig – wer sie noch nicht kennt, sollte das dringend ändern!
Diese einzigartigen Hanseatinnen haben ihre Kochtöpfe gegen Trommeln ausgetauscht und ihre Blockflöten gegen Kalebassen und schwelgen nun bis zum Siedepunkt in westafrikanischen Rhythmen, dass die falschen Perlen fliegen.
Ausgefeilte Rhythmik, mehrstimmige Gesänge, spannende Arrangements – und immer für eine Überraschung gut. Die Wurzeln und Leidenschaften dieser verwegenen Damen bahnen sich immer wieder ihren Weg, sei es als hinreißendes „pas de deux“ aus Schwanensee oder als exquisites Snaredrum-Solo aus der Vergangenheit bei der Heilsarmee.
Doch mehr wird noch nicht verraten, nur so viel: Es ist unmöglich, dabei still zu sitzen, und undenkbar, nicht von dieser Stimmung angesteckt zu werden! Das werte Publikum kann sich von den pulsierenden Rhythmen Westafrikas berauschen lassen.
Vorstellung Freitag, 20. April, 19.30 Uhr.
Weitere Informationen:
www.trudetraeumtvonafrika.de
Schrill, schräg und perlenverziert – die musikalischen Damen von „Trude“
Foto: Trude träumt von Afrika GbR
Duo Gerassimez gastiert auf Rügen
Jungstars Nicolai und Alexej Gerassimez faszinieren durch hohes Musiktalent
Die Brüder Nicolai (Klavier) und Alexej (Klavier, Schlagzeug, Komposition) Gerassimez musizieren schon seit ihrer frühen Kindheit zusammen. Sie studierten an den besten Musikhochschulen von Köln, Hannover, Berlin, München und Rostock. Zahlreiche internationale Meisterkurse schlossen sich jeweils an, Solokonzerte und Recitals begleiteten ihren musikalischen Werdegang in den renommiertesten Musikzentren Europas bzw. Japans und auf den wichtigsten internationalen klassischen Musikfestivals. Durch das Mitwirken im Landes- bzw. Bundesjugendorchester sowie die spätere Zusammenarbeit mit anerkannten Philharmonikern und Symphonikern aus Essen, Berlin, Bonn, Bochum und Münster verfügen sie ebenfalls über langjährige Orchestererfahrungen. Als Duo gewannen sie schon zahlreiche Preise, u.a. den „Nordmetall-Preis“ für das beste Ensemble bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und den Preis des deutschen Musikwettbewerbs. Außerdem wurden sie in ihrer Heimatstadt mit dem Kulturpreis „Essens Beste” und dem „Aalto Bühnenpreis“ ausgezeichnet. Beide spielen auch regelmäßig Rundfunkaufnahmen ein. Die Presse zollt den Brüdern Gerassimez höchsten Respekt vor so viel musikalischem Talent: „Schon beim ersten Stück fiel das dynamische, glänzend aufeinander abgestimmte Zusammenspiel auf.“ (Rheinische Post) „Fernab alter Hörgewohnheiten begeistern die Gerassimez-Brüder mit Klavier und Percussion.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) „Erst nach zwei Zugaben entließ die Hörergemeinde ihre beiden jungen Stars.“ (HNA)
Vorstellung Sonnabend, 28. April, 19.30 Uhr.
Weitere Informationen:
www.gerassimez.codeus.net
Ein grandioser Hörgenuss ist mit dem Duo Gerassimez garantiert
Foto: Monika Lawrenz / Martin Funck
Monat Mai 2012
Spannend: Mord im Pfarrhaus
Berliner Kriminal Theater gastiert mit einer Komödie der Queen of Crime
Als Pfarrer Clement aus St. Mary Mead scherzhaft einen Mord am ewig nörgelnden Colonel Protheroe in Erwägung zieht, ahnt er nicht, dass es jemand damit tödlich ernst meint. Ausgerechnet bei einem Besuch im Pfarrhaus, als sich der Colonel über Unterschlagungen von Kirchengeldern beim Pfarrer beschweren will, wird er umgebracht. Zwar gesteht Fotograf Lawrence Redding kurze Zeit später die Tat, doch wirken seine Angaben unglaubwürdig. Es wird noch verwirrender: Anne Protheroe, die Frau des Colonel und Geliebte des Fotografen, legt ebenfalls ein Geständnis ab. So hat es Inspektor Slack bald mit nicht weniger als sieben Verdächtigen zu tun, darunter auch die vorlaute Tochter des Toten, die junge Pfarrersgattin, der Neffe von Clement und nicht zuletzt der Pfarrer selbst. Zum Glück jedoch war Miss Marple in der Nähe des Tatortes und hat allerhand gesehen ...
Miss Marple ist neben Hercule Poirot die zweite Lichtgestalt des Detektivromans aus der Feder Agatha Christies. Sie ließ Miss Marple in insgesamt 12 Romanen und mehreren Kurzgeschichten ihre Untersuchungen führen. Ihren ersten Auftritt hatte sie 1930 in „Mord im Pfarrhaus“ ("The Murder at the Vicarage") und obwohl Miss Marple bereits zu diesem Zeitpunkt ziemlich betagt war, ließ Christie bis 1979 noch elf weitere Romane ("Miss Marple's Final Cases") mit ihr folgen. Die schrullige alte Dame entsprach eigentlich nie richtig dem Bild des typischen Detektivs, wird oft von ihren Gegenübern unterschätzt. Dennoch triumphiert sie immer dort, wo die Polizei mit ihren Methoden scheitert. Agatha Christie selbst sagte einmal über Miss Marple, sie habe immer nur das Schlechteste von ihren Mitmenschen erwartet – und mit ihren düsteren Voraussagen recht behalten. Die meiste Zeit verbringt Miss Marple, wenn sie nicht gerade mit Handarbeiten oder Teetrinken beschäftigt ist, damit, sich über winzige Details eines Mordfalls den Kopf zu zerbrechen, die für keinen Polizisten von Bedeutung zu sein scheinen. Ihre Fälle löst sie folglich nicht mit der Lupe in der Hand, sondern mit Hilfe ihres Instinkts und ihrer Menschenkenntnis. Miss Marple sagte selbst einmal treffend: "Human nature is the same everywhere." („Die Natur des Menschen ist überall gleich.“).
Vorstellung am Freitag,
den 4. Mai um 19.30 Uhr.
Weitere Informationen:
www.kriminaltheater.de
Miss Marple überdenkt kleinste mörderische Details während der Handarbeit
Foto: Berliner Kriminal Theater
Schelmisch: Hase und Igel
Bekanntes Märchen der Gebrüder Grimm in humorvoller Version von Peter Ensikat
Der hochmütige Mussjö Hase bekommt in der ewig nörgelnden Frau Igel eine ernstzunehmende Gegnerin, als er es wagt, ihren Igelmann „ein Krummbein“ zu nennen. Er ist zwar „eine unnütze Schlafborste“ oder „ein borstiger Tagedieb“ – aber so darf nur sie ihn nennen. Und sie ist „sein Herzstachelchen“. Als der französisch radebrechende Hase sich auch noch den Rübenacker unter die gepflegten Nägel reißen will, kommt es zum ungleichen Wettlauf. „Schöne Beine nutzen eben gar nichts ohne Verstand!“, posaunt dazu der alles kommentierende, sensationslüsternde Rabe. Die lustige Schelmengeschichte wird im Inseltheater Putbus vom Mecklenburgischen Landestheater Parchim präsentiert.
Vorstellung am Sonntag,
den 6. Mai um 15 Uhr.
Weitere Informationen:
www.mlt-parchim.de
Auch mit dem etwas schwerfälligen Herrn Igel hat Frau Igel ihre liebe Not
Foto: Mecklenburgisches Landestheater Parchim
Andalusisch: Flamenco-Impressionen
Berlinerinnen Nora und Theresa Lantez berauschen mit feurig-spanischen Rhythmen
Ein Feuerwerk der Seele mit den beiden Flamencotänzerinnen Theresa und Nora Lantez wird im Mai im Putbuser Theater gestartet. Die begleitende Gruppe von Musikern sorgt dabei für einen gleichfalls leidenschaftlichen akkustischen Rahmen.
Der Flamenco bezeichnet eine Gruppe von Liedern und Tänzen aus Andalusien. Traditionell gilt er als spanische Musik, unterliegt jedoch den Einflüssen verschiedener Kulturen. Seine musikalische Praxis besteht aus Gesang (cante), Instrumentalspiel (toque), v.a. der Gitarre (guitarra flamenca), und Tanz (baile). Charakteristisch für die Flamencomusik sind seine metrischen Grundmuster (compás) sowie häufige modale Wendungen in Melodik und Harmonik.
Nora Lantez – Moderatorin, Entertainerin und Flamencotänzerin – wurde in Heidelberg geboren und wuchs in Berlin auf. Sie erhielt eine Soloausbildung in spanischem Tanz an der staatlichen Ballettschule Berlin. Auftritte im Friedrichstadtpalast, ICC, Hilton und an der Komischen Oper Berlin als Gastsolistin, ihre Interpretation der „Carmen“, Arbeiten bei Film, Fernsehen sowie am Landestheater Wittenberg etc. machten sie bundesweit bekannt. Internationale Anerkennung erlangte Nora Lantez bei Gastspielen auf schon vier Kontinenten. Außerdem lehrt sie als Gastdozentin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Ihre Tanzpartnerin, die Hauptstädterin Theresa Lantez, absolviert derzeit ein Studium der Choreographie an derselben.

Vorstellung am Freitag,
den 11. Mai um 19.30 Uhr.
Weitere Informationen:
www.flamenco-impressionen.de
Il Flamenco – spanisch-andalusischer Tanz voller Feuer und Leidenschaft
Foto: Compagnia Nora Lantez
Warten mit Humor: Endspiel
Schauspiel in einem Akt von Samuel Beckett in Inszenierung von Matthias Nagatis
In einem leeren, düsteren Raum leben die wahrscheinlich letzten vier Menschen. Hamm ist blind und an den Rollstuhl gefesselt, seine Eltern Nagg und Nell vegetieren ohne Beine in Mülltonnen dahin. Der einzige, der noch ein wenig sehen und mühsam gehen kann, ist der Diener Clov. Doch weggehen kann er nicht. „Ich weigere mich nie. Warum?“ Nur Clov kann noch zum Speiseschrank gehen, und nur Hamm weiß, wie er aufgeht. Draußen ist nichts. Was bleibt, sind bruchstückhafte Erinnerungen und – das Warten auf das Ende.
Samuel Beckett (1906-1989) zählt zweifellos zu den bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Für sein Gesamtwerk, das neben zahlreichen Dramen auch Erzählungen, Romane, Hörspiele, Fernsehspiele und Gedichte umfasst, wurde ihm 1969 der Nobelpreis für Literatur verliehen. In seinen Theaterstücken zeigt Beckett häufig Menschen in einem Endzustand. Das Leben ist absurd geworden, es gibt keine Entwicklung, kein Ziel und keinen Ausweg.
Allein das Spiel kann den Schmerz der menschlichen Existenz betäuben. „Also ... ich bin wieder dran ... Jetzt spiele ich.“ (Hamm). Mit einer einfachen, aber überaus bildhaften und bei allem Elend dennoch humorvollen Sprache vermag Beckett es, den Zuschauer ganz tief zu rühren und aufzurütteln. Sein „Endspiel“ (1957) hatte es anfangs auf der Bühne schwer; sowohl die Uraufführung in London als auch die Deutsche Erstaufführung in Berlin brachten wenig Erfolg. Erst Becketts eigene Inszenierung 1968 am Berliner Schiller-Theater bewies mit mehr als 150 Vorstellungen dessen Qualität.

Vorstellung am Sonntag,
den 13. Mai um 19.30 Uhr.
Weitere Informationen:
www.theater-vorpommern.de
Die Zeit verrinnt … kein Leben, kein Weg, kein Ziel – kein Ausweg
Foto: Theater Vorpommern
nach oben

