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Stralsund

 

Wildes Freibad wird gepflegtes Strandbad

Imagepflege: In der Hansestadt Stralsund bald wieder plantschen in natürlicher Brandung möglich

 

Rostige Spundwände, Treppenzugänge, die spätestens durch das Eis des letzten Winters den „Rest“ abbekommen haben und grasiger Untergrund am Ufer und im Wasser - das machte das Bade"vergnügen" der letzten Jahre im traditionellen Freibad in Stralsund aus. Die hartgesottenen Vor-dem-Frühstück- und Zum-Abend-Bader nahmen's im Hinblick auf Abhärtung oder das Training für's nächste Sundschwimmen wie es war und ließen sich nicht vom maroden Charme nicht Schrecken. Aber von belebter Badekultur konnte keine Rede mehr sein.

Uferschutz hin oder her, echtes Strandfeeling, das vermisst Stralsund seit dem Bau der eisernen Befestigung nun um die 30 Jahre: In der Brandung Kleckerburgen bauen, plantschen und vor allem ins Wasser laufen um sich übermütig in die Fluten zu werfen, dem standen Spundwände und Treppenzugänge im Weg.

Nun, es war möglicherweise der Außenblick des "neuen" Bürgermeisters notwendig, vielleicht aber auch ein passender Fördertopf, um endlich dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Seit Winterende arbeitet man in Stralsund fieberhaft daran, aus dem ehemals beliebten und zuletzt unschön übergrünten Freibad eine Badestelle zu machen, die mit dem Begriff Strand wieder zu tun hat. Und wäre nicht der frühe und lange Winter dazwischen gekommen, könnte die warme Frühjahrssonne bereits im neuen Sand aus der Prorer Wiek genossen werden. Was noch nicht ist, wird werden. Für das dritte Juniwochenende ist eine große Strandbad-Eröffnung geplant. Dann dürfen offiziell alle testen, wie man auch in Stralsund wieder ohne Barriere badet. Der Aufspülsand für 45 cm tiefes Ostseestrand-Wohlfühlen ist da, wenn auch noch matschig, schützende Buhnenpfähle sind gesetzt und ein Toilettenhaus und der barrierefreie Zugang sind gebaut. Noch ist letzteres eine knallrote "Container-Burg", der nur noch das weiße Strahlensymbol fehlt, um das Stadtwappen als Hoheitszeichen auch am neuen Strandbad zu setzen. Doch soll es, mit Holz verkleidet, sich angenehm in das Strandbadbild einfügen. Warten wir noch eine kleine Weile (un)geduldig, bis Stralsund wieder ohne Augenzudrücken Seebad ist. Ob auf dem Ortsschild unter Hansestadt noch Platz für das Wort Seebad ist?

Noch sieht es nach viel Arbeit aus und wagemutigen Buhnenfeldtestern kann schon mal der Fuß im frisch aufgespülten Sand stecken bleiben.                                                              Foto: Jens Frank

 


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