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Ausflugstipp: Putbus
Die von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus letzte planmäßig erbaute Residenzstadt und Modellstadt des Späten Klassizismus präsentiert sich als ein "italienischer Traum" mit Stuck, Säulen und Rosen. Zentrum ist der Circus, ein kreisrunder Platz mit einem 19 Meter hohen Obelisken im Zentrum um den sich 15 klassizistische Häuser gruppieren. Die weiße Stadt im grünen Herzen Rügens ist die Kulturhauptstadt der Insel

Putbus

 

Bärlauch blüht im und um den Marstall

Fürstlicher Pferdestall fertig saniert und nun größter Veranstaltungssaal der Insel

 

Die eine Seite strahlend weiß wie das gesamte fürstliche Bau-Ensemble in Putbus, die andere zeigt sich in vielfarbig rotem Backstein. Seite Mitte März ist es nun vollendet, das jahrelange Mammutsanierungsprojekt Marstall Putbus. Auch der Innenraum wurde nun rechtzeitig zum ersten Rügener Festspielfrühling in diesem März ganz klassisch in rot und weiß ein Veranstaltungssaal geschaffen, wie er auf Rügen einzigartig in seiner Größe ist. So steht der über Jahre fertig sanierte Marstall der klassizistischen Planstadt Fürst Maltes von Putbus aus dem 19. Jahrhundert im grünen Landschaftspark und erstrahlt innen wie außen im Glanz seiner besten Tage. Erbaut zwischen 1821 und 1824 beherbergte das langgestreckte Gebäude zwischen Schwanenteich, Kastanienallee und ehemaligem Schloss einst die edlen Pferde des anspruchsvollen fürstlichen Schöngeistes.

Trauriger Zustand des Marstalls 1992 zu Beginn der Sanierungsarbeiten

 

Nach einer bewegten Geschichte befand sich der Baukörper zur Wende in einem bejammernswerten Zustand. Das einstige Weiß der Fassaden war einem unansehnlichen schmutzigen Gelb gewichen, die Fenster teilweise zerbrochen und das Dach undicht und marode. Im Innern hatte man die Wände mit einem fraglich schönen Marmoreffektputz versehen. Und so wurden in einem ersten Bauabschnitt zunächst einmal die Bausicherung des Denkmals und die Außensanierung notwendig.
2008 setzte dann der 2. Bauabschnitt ein, um den Marstall zu einem kulturellen Veranstaltungszentrum auszubauen, eine Ergänzung zum sehenswert restaurierten  fürstlichen Theater und der sanierten Orangerie, die heute nicht die südländischen Pflanzen, sondern in den Händen der Kulturstiftung des Landkreises Rügen Blüten der Kunst und Kultur beherbergt. Neben aufwendigen bautechnischen Handgriffen zum Beispiel am Dachstuhl oder am Kopfbau wurde moderne Veranstaltungstechnik, Sanitäranlagen, eine Außenterrasse mit Blick auf den idyllischen Schannenteich und die Ruhe des Putbusser Parks für die im westlichen Gebäudeteil untergebrachte Gastronomie untergebracht – alles rücksichtsvoll und das Denkmal schützend. Einzig der große Saal nach Osten hin harrte noch lange Zeit der Dinge. Im vergangenen Herbst begann nun fast schon in einer Hau-Ruck-Aktion der letzte Bauabschnitt und Fußboden und Wände, Decke, Fenster rund Türen erhielten Schliff, Form und Wohlgestalt. Kostenpunkt der Gesamtsanierung Gerade offiziell vom Sanierungsträger der BIG-Städtebau GmbH mit Sitz in Stralsund an die Stadt Putbus übergeben, eröffnete das Fauré-Quartett, dass in den letzten Märztagen auf der Insel für frühlingshaft-musikalische Furore sorgte, ihren Festspielfrühling Rügen in Putbus und auch mit mehreren Veranstaltungen im Marstall. Dieser ist nun ausgestattet mit einer mobilen Trennwand der größte Veranstaltungssaal Rügens und kann bis zu 600 Personen aufnehmen, die unter den leuchtenden Bärlauchblüten an der Decke verschiedenste Events vom großen Dinner, über Konzerte bis zu Tanzveranstaltungen, Schauspiel oder Ausstellungen erleben können. Es haben sich nun nach dem ersten Festspielfrühling, der hoffentlich im kommenden Jahr eine Fortsetzung und natürlich auch in Putbus finden wird, schon die nächsten Veranstaltungen angekündigt. Mit vielen Ideen tritt in Zukunft Jan Neumann als Veranstalter im Putbusser Marstall und als Nachbar der Marstall Gastronomie von Andreas Prüfe auf um zum Beispiel am 23. Juni alle Rügener zum Mittsommernachtsball und Live-Musik und am 4. August zu einer Neuauflage des Göhrener Fiesta del Sol mit Latino-Jass-Klängen zu laden.
Der Saal ist sehenswert und bringt viel Potenzial mit sich für den Kulturstandort Putbus undinsgesamt für Rügen. Warten wir also ab, was wir Ihnen in unseren Veranstaltungshinweisen in Zukunft über den Marstall ankündigen und Berichten können. Auch Ihre Ideen und Hinweise würden uns interessieren, wir tragen alles Hinweisdienliches weiter, damit nicht nur der Putbusser Park erblüht in es seinem frühjährlichen wohlschmeckenden Bärlauchteppich sondern auch die Kultur wie einst zu fürstlichen Zeiten oder schöner.



Wenige Handgriffe genügen und aus dem großen Saal wird ein Veranstaltungsraum für bis zu 600 Personen
 

 

 

Neueröffnung des Rosencafés Putbus

Ende April erwacht eine Perle der "Weißen Stadt" zu neuem Leben

 

Mit großer Spannung erwarten nicht nur die Insulaner die Neueröffnung des Rosencafés zu Putbus. Nach mehrjährigem Dornröschenschlaf haben die Cuxhavener Inhaber Marlis und Gerd Raulff das baufällige Objekt im Frühjahr 2011 erworben und seitdem aufwändig saniert und restauriert.
Das Rosencafé wurde 1828/29 ursprünglich für den Gärtner des Fürsten von Malte zu Putbus nach Plänen des Berliner Architekten Steinmeyer erbaut. Recht schnell sollte das Gartenhaus jedoch auch prominente Gäste aufnehmen, z. B. Otto Graf von Bismarck, der hier seinen Entwurf für die Verfassung des Norddeutschen Bundes (die so genannten Putbuser Diktate) schrieb, Fürstin Löwenstein und Frau von Brockhusen, Tochter Paul Hindenburgs. Nach 1945 wurden hier zunächst Evakuierte untergebracht, dann wurde das Gebäude an eine Weberei vermietet. Ab 1957/58 befand sich darin die beliebte Konsumgaststätte „Rosencafe“. Nach der Wende kam das Haus in wechselnden Privatbesitz und verfiel zusehends.

Bald im Schick der alten Tage – das Rosencafé am Park von Putbus                         Foto: Archivfoto

 

Mit Neueröffnung des Rosencafés wird sich die Gastronomieszene in Putbus weiter beleben. Im Angebotsfokus steht ein umfangreiches Kaffee- und Kuchenangebot aus der hauseigenen Konditorei. Alle Torten und Kuchen werden außerdem zum Außer-Haus-Verkauf angeboten. Auch Hochzeits- und Geburtstagstorten können ganz nach Ihren individuellen Wünschen angefertigt werden. Verantwortlich für deren Herstellung sowie die Leitung des Objekts ist Konditormeister Jan Ketel. Darüber hinaus wird die Lokalität zur Mittags- und Abendzeit kalte und warme Gerichte offerieren. Von der überdachten Terrasse mit seinen ca. 70 Plätzen hat man eine herrliche Aussicht in den Rosengarten. Neben dem Tagesgeschäft, welches täglich ab 11 Uhr seinen Betrieb aufnimmt, besteht die Möglichkeit, Räumlichkeiten für Veranstaltungen (Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Firmenevents) zu mieten. Die Kapazität der insgesamt vier Räumlichkeiten reicht dabei von 12 bis ca. 50 Personen. Gerne können alle Details zu Ihrer Veranstaltungsanfrage persönlichen mit Herrn Ketel besprochen werden (dieser Satz ist optional – gut wenn er noch reinpasst, ansonsten bitte komplett löschen). Nicht zuletzt ist eine Zusammenarbeit bei musikalischen Veranstaltungen mit der Stadtinformation Putbus in Planung.
Familie Raulff und das junge Team des Rosencafés Putbus freuen sich auf die Eröffnung und zahlreiche Gäste.

Der neue Wintergarten mit Blick in den Park                                                     Foto: Jan Ketel

 

Ab Mitte April erreichen Sie das Rosencafé unter folgender Adresse:

Rosencafé Putbus
Bahnhofstraße 1 (am Circus)
18581 Putbus
Tel.: 038301/887290
Fax: 038201/887277
info@rosencafé-putbus.de

 

 

Wir stellen die Putbuser Frage - Circus zu verkaufen?

Prinzen mit Ideen gesucht, die eine Stadt vor Ablauf von märchenhaften 100 Jahren erwecken.

 

Wir zeigen Ihnen die Goldstücke von Putbus gerne auch einmal von ihrer Kehrseite. IT-Standort, Poliklinik oder welches Konzept wird hier in Zukunft Fuß fassen. Der wichtige Standortfaktor Parkplätze ist jedenfalls kein Problem. Jetzt fehlt es nur an einer zukunftsfähigen Idee und fähigen Händen bei der Umsetzung.

 

Putbus, die von Fürst Wilhelm Malte zu Putbus vor 201 Jahren gegründete Residenzstadt im Inselsüden und Sichtweite zum Greifswalder Bodden, schläft sie einen Dornröschenschlaf? Es wird doch nicht an den Rosen liegen. Derer sind viele da und haben mit dem hiesigen Rosendoktor auch einen umsichtigen Hüter. Das wäre aber doch wohl zu einfach gesagt, denn Menschen mit Ideen und Initiativen gab und gibt es hier viele. Und doch bietet die Stadt ein eigenartiges Bild. Die weißen historischen Gebäude um Marktplatz, Circus und Alleestraße herum, die ein so fantastisches baugeschichtlich bedeutsames Ensemble bilden, wie man es vor allem auf den Circus bezogen erst wieder im englischen Bath so vollständig ausgeführt und erhalten vorfindet, üben nicht die gleiche anziehende Wirkung auf Gäste wie Rügens Ostseebäder aus. Hierhin rollen in der Saison keine Autoschlangen und findet man auch im Sommer noch immer einen Parkplatz. Eher wenige Übernachtungsgäste finden nach Putbus und die Stadt gilt nicht gerade als Mekka an Hotel- und Gastronomiestandort. Natürlich ist für manch einen auch gerade diese friedliche Verschlafenheit reizvoll. Dennoch, warum stehen in Putbus historische Gebäude in erster Lage leer, ist aus verschiedenen Projekten und Investitionen nichts zukunftsträchtiges geworden? Jüngst erst sind die regionalen Zeitungen gefüllt gewesen mit Meldungen über drohende Insolvenz des hiesigen hochgelobten IT-Standortes. Wieder ein fehlgeschlagener Plan oder noch ein zu rettendes Konzept? Andernorts boomt der Immoblienmarkt mit geschichtsträchtiger Baumasse, obwohl zusätzliche und schwer kalkulierbare Kosten durch denkmalgerechte Bauweise anstehen. Man mag nicht glauben, dass auch über 20 Jahre nach der Wende in diesem Städtchen, das sich selbst als Kulturhauptstadt Rügens versteht und das auf Grund seines Bestand doch eigentlich von ganz alleine florieren müsste, kein sich selbst tragendes Konzept Fuß fasst. Woran liegt es? Meinungen und Spekulationen darüber kursieren viele. Liegt es doch einfach daran, dass Putbus weder Freizeitpark, noch spaßiges Freizeitbad oder Museum mit europäischem Maßstab hat, um Gäste und neue Einwohner anzuziehen? Müsste es doch jeden kulturell, historisch und/oder ästhetisch Interessierten ganz von allein dazu drängen, in der ehemaligen Residenzstadt zu logieren. Gibt es nicht auch viele historische Vereine, die sich nichts schöneres Vorstellen können, als zu ihren Vereinstreffen in Kostümen des 19. Jahrhunderts durch den Putbuser Park und um den Circus zu lustwandeln, auf historischen Bällen mit ihren Roben zu glänzen und klassischen Konzerten im Park zu lauschen. Veranstaltungen mit ganz ähnlichem Charakter hat auch schon in Putbus gegeben. Hört man sich um, gibt es Ideen, die Gäste mit der historischen Kleinbahn oder Droschken in die Stadt zu kutschieren und ihnen samt überziehbarer historisierender Kleider eine Zeitreise in die Vergangenheit zu schenken. In Putbus muss niemand Kulissen aus Pappmaschee hinstellen. Hier kann man auch auf Rückseiten und hinter die Fassaden schauen und wird echte Geschichte finden. Andere Versuche gingen dahin, in Putbus Kunst und Kreative zu bündeln: "Kunst im Leerstand" - wir berichteten darüber - oder wechselnde Ausstellungen der Kulturstiftung Rügen in der Orangerie. Auch ganz pragmatische Stimmen sind zu vernehmen. Warum nicht die leerstehenden Gebäude in Privathand geben und hier durch Kaufpreis und bei Länder- und Bundes-Sanierungsprogrammen Unterstützung geben? Frei nach dem Motto: Ein Besitzer mit Herzblut wird schon Sorge tragen, sein Gebäude zu erhalten. Auch die zunächst ungewöhnliche Idee einer Poliklinik im Circus 14, einem seit kurzem in der Insolvenz stehenden Gebäude, das bereits komplett saniert und mit hauseigenem Parkplatz ausgestattet ist, kam uns zu Ohren. Wird doch nicht nur die Bevölkerung, auch die ortsansässigen Ärzte immer älter. Ließen sich da nicht junge Ärzte aus der Medizinerschmiede Greifswald motivieren und gar ein Außenstandort der Universität (Luftlinie keine 30 km) entwickeln? Im Redaktionsbüro hörten wir auch von begeisterten Gäste gemeinsam mit Mitstreitern eine Art private Seniorenresidenz für den Lebensabend auszubauen. An Ideen unterschiedlichster Couleur scheint kein Mangel, nur an erfolgreicher Umsetzung. Klar, dass bei der allgemein angespannten öffentlichen Haushaltslage umfassende Investitionen aus städtischer Tasche utopisch sind. Doch ist es unbegreiflich, dass es keine ernstzunehmenden Investoren geben soll, für die das Potenzial von Putbus augenscheinlich ist. Sollten Sie liebe Leser Ideen haben, die noch nicht bedacht worden sind, teilen Sie sie diese gerne mit.

Auch das Gebäude Circus 11 ist von der Insolvenz betroffen. Was ist hier in Zukunft denkbar: Hotel, Bürogebäude, Wohnraum mit historischem Flair ... Auch der Circus 11 ist schlüssiges Element des harmonischen Circus-Ensembles, obwohl kein Gebäude in seiner architektonischen Gliederung identisch ist mit einem anderen.

Fotos: Jens Frank

 


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