Bergen
Fotografisch Brücken geschlagen
Auf Bildern Bergen und Palanga begegnen auf der Fähr zwischen Rügen und Litauen
Allerorten gehen Städte Städtepartnerschaften ein. Selbige werden begründet zum Austausch und zur Unterstützung, um gegenseitiges Verständnis wachsen zu lassen und Vernetzung aufzubauen, müssen aber durch Menschen am Leben erhalten werden.
Bergen auf Rügen, ist durch Kirche und Klosteranlage, zentrale Insellage und Hügeltopografie attraktiv und dennoch wird es in der Selbst- und Fremdwahrnehmung den Stempel einer Verwaltungsstadt nicht los.
Nun entstand im Frühjahr 2011 zum über 500 km-Luftlinie entfernten litauischen Palanga ein neues Städtebündnis. Dieser Partnerschaft Odem einzuhauchen, geschah in Windeseile, über Sprach- und Kulturbarrieren hinweg durch ein Fotoprojekt des litauischen Künstlers Adas Sendrauskas. Funke war dessen kleine Fotoausstellung im Bergener Rugardturm. Er entzündete die Idee zu einem Bergen-Fotobuch, das in weniger als zwei Monaten intensiver Arbeitszeit entstand und das wir Ihnen in der letzten Ausgabe vorstellten. Es zeigt Bergen wie es so noch nicht auf Papier gebannt wurde, mit Kunst und Kindern, Architektur und Arbeit, Licht und Leben. Die Ideenköpfe dieser Projekte sind längst Freunde geworden und haben bereits das nächste Puzzleteil der VerBindung geschaffen. Wichtiges Vverkehrsmittel zwischen Rügen und Litauen ist die Fähre Sassnitz-Klaipeda, von Urlaubern, Geschäftsreisenden und dem Transitverkehr frequentiert. Adas Sendrauskas ersann die Bordwände als Projektionsfläche für die zweites Dimension zum Bergener Fotobuch – Aufnahmen von Palanga und Bergen. Die Reederei „DFDS Seaways“ war schnell überzeugen und bereits seit 12. September können sich Fahrgäste bei der Überfahrt auf beide Städte einstimmen.
Welche Projekte werden diesen nun folgen, um die Partnerschaft auszubauen? Schüleraustausche, Sprachprojekte, Städtereisen und gemeinsame Wirtschaftsprojekte – Ideenebenen gäbe es viele.
Adas Sendrauskas ist auch bei der Ausstellungseröffnung auf der MS VILNIUS SEAWAYS als Fotograf unterwegs – im Hintergrund einige der Fotografien Foto: Jens Frank
Auf den Spuren vergangener Zeiten in Bergen
Klosterhofgeschichte: Nonnenkloster, adliges Frauenstift,
Museum und Schauwerkstätten in ehemaligen Stiftsgebäuden
Die Luftaufnahme zeigt das besondere, historisch gewachsene Bauensemble des Bergener Kirchen-
und Klosterhofes Foto: Dieter Lindemann
In unmittelbarer Nähe zum Bergener Markt, auf der weithin sichtbaren Anhöhe, befinden sich die historisch bedeutsame Kirche St. Marien mit dem Klosterareal.
Nach seiner Bekehrung zu Christentum ließ der slawische Fürst Jaromar I. (1168–1217) in der Nähe der alten, seit dem 10. Jahrhundert bestehenden slawischen Rügenburg „Rugard“ im Jahre 1180 die Kirche erbauen. Der damit einhergehende Plan eines Residenzbaus wurde nie ausgeführt, sondern hier stattdessen 1193 ein Zisterzienser-Nonnenkloster gegründet. Die Kirche zählt zu einem der frühsten Backsteinbauten im nordischen Raum. Im Jahr 2004 wurde die Marienkirche in die „Europäische Route der Backsteingotik“ und im Februar 2005 in das Denkmalpflegeprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler" aufgenommen. Außerdem hat sie ein ganz besonderes Kuriosum zu bieten: Das Zifferblatt auf der Nordseite des Kirchturms zeigt 61 Minuten an.
In indirekter Folge der Reformation wurde aus dem Nonnenkloster ein weltliches Fräuleinstift. 1732 bis 1736 erbaute man die neuen Stiftshäuser südöstlich des alten Kreuzganghofes. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde das Stift aufgelöst und seit 1947 nutzte man die ehemaligen Stiftsgebäude zu Wohnzwecken. 1998 begannen umfangreiche Sanierungen der Wohngebäude, Stallungen (heute Schauwerkstätten), Freianlagen und Klostermauern sowie die Umgestaltung des Kreuzganggevierts. Im Jahr 2005 konnte die Stadt Bergen auf Rügen das sanierte Klosterhof-Ensemble der Öffentlichkeit übergeben.
Das Stadtmuseum, mit einer eindrucksvollen Sammlung aus der wechselvollen Geschichte des Klosters und der Stadt Bergen auf Rügen, befindet sich in einem der zwei Stiftgebäude und ist das einzige Museum auf Rügen, welches sich der Geschichte der gesamten Insel annimmt. Noch bis zum 25. Juni ist die Sonderausstellung „Archäologische Kostbarkeiten aus der Frühgeschichte Rügens“ zu sehen. Sie zeigt Funde der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin Rügens, Heide Großnick, aus der Sammlung des Archäologischen Landesmuseums M-V.
Als Oase im Herzen der Stadt, zentral und doch verborgen, gibt der Klosterhof Einblick in vergangene Zeiten und ist kulturelle Begegnungsstätte für Einwohner und Touristen. Auch wenn gerade keine Veranstaltungen stattfinden, lohnt sich der Bummel durch die Klosteranlage. Auf dem Areal finden sich Schauwerkstätten, in denen man Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen aber auch Ergebnisse der Arbeit erwerben kann. Das Angebot wird in einem gemütlichen Ambiente präsentiert, in dem auch der Duft von frischgebackenem Kuchen oder Sanddornheißgetränken zum Verweilen einlädt.
Weitere Informationen:
Museum der Stadt Bergen auf Rügen
Billrothstr. 20a
Telefon 03838/252226
museum@stadt-bergen-auf-ruegen.de
www.stadt-bergen-auf-ruegen.de
geöffnet Dienstag bis Samstag
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