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Ausflugstipp: Putbus
Die von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus letzte planmäßig erbaute Residenzstadt und Modellstadt des Späten Klassizismus präsentiert sich als ein "italienischer Traum" mit Stuck, Säulen und Rosen. Zentrum ist der Circus, ein kreisrunder Platz mit einem 19 Meter hohen Obelisken im Zentrum um den sich 15 klassizistische Häuser gruppieren. Die weiße Stadt im grünen Herzen Rügens ist die Kulturhauptstadt der Insel

Kap Arkona

 

Ferngesehnt und ausgeflogen zum Kap Arkona

Mit Stift und Kamera für Sie festgehalten von
Annett Geldschläger und Jens Frank

 

Es könnte Ihnen so gehen wie Matthias Hörmeyer und Sie finden etwas, was Sie nicht erwarten.
Der machte in Binz im April fünf Tage Rügen-Urlaub mit seiner Frau und fuhr eben auch mal einen Tag hoch zum Kap. Ein bisschen Aussicht genießen, Windland schnuppern, Gotlandschafen bei der Steilhangpflege zu sehen, Leuchtturmstufen rauf und runter steigen, Kreidemännchen, Rügenhof-Keramik oder -Kerzen für die Lieben mitnehmen und durch Zufall ein – nein DAS EINE – rügen aktuell-Jubiläumsexemplar aus der Auslage greifen, in der sich die goldene ABOkarte wiederfindet, mit der sich aktuell und monatlich die Rügen-News zu Hause lesen lassen – unerwartet und gefreut!
Die Goldkarte ist gefunden. Sie müssten am Kap also etwas anderes entdecken. Wie wärs mit feinem Geist von Kunst und Caféhaus-Gefühl im Helene-Weigel-Haus, einer echten Putgartener Oase, Klaus Enderschen Fotografien und Sinnbüchlein [Ihnen vielleicht noch bekannt als Fotograf nackter Ostseeschönheiten für „Magazin“ oder „Eulenspiegel“ in den 60ern bis 80ern]. Vielleicht stolpern Sie auch über EllenNa, die sich einfach in die Kubus-Form verliebt hat und am liebsten Ihre Kunstsicht auf, mit und rumdum selbigen ausdrückt.

Wem das alles nicht mundet, dem schmecken vielleicht die Hornfischtage oder die Rügenprodukte mit Sanddorn und anderen Rügenspezialitäten vom und am Kap mit denen der Gemeinde Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann und seine Kap-Mitstreiter Sie verführen wollen [Termine nachzulesen in unserem Veranstaltungskalender].
Kosten Sie doch eine Brise Kap in Ihrem nächsten Rügen-Urlaub und schreiben uns, was Sie gefunden haben. Darauf freut sich Ihre Annett Geldschläger.

 

 

PS: Wir bedanken uns bei Ihnen mit einer kostenlosen Jubiläums-Sonderausgabe rügen aktuell frei Haus.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neues vom Kap Arkona

Von Pfennigsuchern, süßen Früchten, Kegelrobben, steilen Küsten und Kunst


Führungen über das Flächendenkmal am Kap Arkona mit Hinweisen zur Steilküste, ihren Eigenheiten und Gefahren                                                                                    Foto: Ernst Heinemann

 

Natürliche Beweidung des Naturschutzgebiets
Bereits seit Dezember 2011 weiden die ersten 50 Gotlandschafe auf dem Flächendenkmal Kap Arkona. Insgesamt sollen es bis zum Sommer 2012 150 Tiere werden. Schafbeweidung bietet viele Vorteile, sind doch die weidenden Vierbeiner ohne großen Aufwand auch auf kleinen Bereichen einsetzbar und besonders „geländegängig“ an Steilhängen.
Wildfruchtpark
Der Rügener Wildfruchtpark Kap Arkona bietet Früchte und Beeren zum selber Pflücken. Im Kräutergarten und auf der Sanddornplantage gedeihen verschiedenste Früchte und Beeren. Neben der Sanddornbeere, die Landestypisch für die Region ist, wachsen hier auch Äpfel, Kirschen, Brombeeren und Quitten. Diese sollen auf einer mehrere Hektar großen Fläche angebaut werden und Einheimische und Touristen zum Pflücken einladen.  Bereits jetzt werden aus dem Wildfruchtpark regionale Produkte hergestellt, auf dem historischen Gutshof vermarktet und sind über das Internet zu beziehen.
Kegelrobbenansiedlung
Seehunde und Kegelrobben hatten noch um 1900 ständige Wurf- und Liegeplätze an der Mecklenburg-Vorpommerischen Küste. Gezielte Jagd auf die Tiere führte bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts dazu, dass sie fast verschwunden waren. Zwischen 1886 und 1927 wurden laut Berichten in der Ostsee über 350.000 Tiere getötet und  bis Anfang der 1980er Jahre hatte sich der Bestand bis auf 2.500 Tiere reduziert. Erst seit den 80er Jahren erholt er sich beständig und lag im Jahr 2007 wieder bei 22.000 Tieren. In den vergangenen Jahren kam es immer häufiger zu Sichtung von Kegelrobben und Seehunden am Kap Arkona und dem dazugehörigen Nordstrand. Für die Zukunft sollen die Wurf- und Liegeplätze der Tiere am Kap optimiert werden. Gegenwärtig ist die Ansiedlung durch eine Aufzucht-Station in der Diskussion. Und so gilt es auch den Menschen den richtigen Umgang mit den Tieren beizubringen und diese für das Thema zu sensibilisieren.
Naturlehrpfad
Entlang des Naturschutzgebietes entsteht ein neuer Naturlehrpfad, der sowohl mit geführten Touren als auch in Eigenregie erkundet werden kann. Schilder klären  Besuchern über Flora, Fauna und Geologie in einzelnen Bereichen und Vorkommen des Flächendenkmal auf. Dazu gibt es Erläuterungen über die Kreideküste und Informationen zum gefahrlosen Verhalten an der Küste.
Ausstellungen und Galerien
Am 1. Mai 2012 öffnet auch der Peilturm wieder seine Türen für eine Schmucktraumreise durch die Vier Jahreszeiten des Sonnenschmucks von Nils Peters. Auch die Edelsteinhändler aus dem Jahr 2011 unterstützen wieder die diesjährige  Ausstellung als Partner und so können wieder Opale und Brillanten, Rubine und Saphire, kombiniert mit dem Gold der Ostsee, dem Bernstein, sowie den Fundstücken der Herbstspaziergänge. Letztere werden die neue Kollektion "Rügens Schätze" bilden.
Im Alten Hotel
Ausstellung „Rügensche Steilküste – faszinierend, schön“ mit Bildern, Exponaten, Dokumenten und Installationen zur Jahr Millionen alten Geschichte der Rügener Steilküste, Feuersteinbänder und Kreidezeitfossilien- durch Geologie der Endmoränen, Landschaft und der Kreidefelsen auf Rügen, dazu wissenschaftliche Darstellungen und Informationen zur urwüchsigen Schönheit und den Gefahren der Rügener Steilküste gegeben. Die Ausstellung wird im Auftrag der Gemeinde Putgarten vom Förderverein Kap Arkona e.V. und dem Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie Mecklenburg Vorpommern (LUNG) gestaltet.
Galerie Mehrsehen
Am Kap Arkona, dort wo der Weg zum Nordkap führt, befindet sich die Galerie Mehrsehen. Hier werden in „Spuren der Zeit“ Fotografien von EllenNa und mit Zeit für Spuren fotografisch dokumentiert die Land-Art-Projekte von StefanNo gezeigt und verkauft. Die Galerie Mehrsehen öffnet ab Ostern wieder täglich von 11 – 16 Uhr. In der Ton Insel nebenan stellt Antje Grotelueschen ihre Ton Exponate aus.


 

 

 

 

 

 

Kunst in der Landschaft zu den Füßen der Leuchttürme

Ob mit Beinkraft oder elektrounterstützt, mit dem Rad lassen sich Kap und Umland wunderbar erkunden

Fotos: Jens Frank / Tourismuszentrale Rügen

Gastfreundliches Kap Arkona begrüßt mit Humor und Charme

 

Veranstaltungen April 2012

 
1.4., 13 Uhr
Sonderführung durch dem Bürgermeister Ernst Heinemann über das Flächendenkmal Kap Arkona, Treffpunkt: Schinkelturm

6.-8.4., 11-17 Uhr
Ostern auf dem Rügenhof Kap Arkona

6.4., ab 17 Uhr
Fischbüffett im Gutshaus mit Dorsch, Hering in allen Variaten, Lachs und Räucherfisch, dazu Pell- und Bratkartoffeln, Verkostung von selbstgemachten Likören

7.4., 11-14 Uhr
Osterspaziergang mit Bürgermeister im Naturschutzgebiet am Kap, Treffpunkt: vor dem Gutshaus

8.4., ab 10 Uhr
Vorführung in der Steinschleiferei (Feuersteine schneiden, schleifen polieren, Bernstein waschen);
11 Uhr Ostereiersuchen und Kräutergartenführung; 19 Uhr Diavortrag im Gutshaus über Geschichte und Gegenwart des Kaps (Besinnliches & Vergnügliches erzählt von Bürgermeister)

7./8.4., 15 Uhr
Kräutergartenführung mit der Kräuterhexe für Groß & Klein, jede Familie kann sich einen Kräutertopf mitnehmen

14./15.4., 11-17 Uhr
Hering satt und lütten Schluck im Gutshaus auf dem Rügenhof (Fangfrischer Hering gebraten, eingelegt und geräuchert, Hering satt mit frischen Bratkartoffeln);
12-14 Uhr
Pfefferhering selbst gemacht u. mitgenommen, Verkostung original Rügener Liköre, Schauvorführung in der Filzerei, Rügener Kunstwerkstatt, Korbflechterei, Kerzenzieherei, Steinwerkstatt und das Rügener Kreidemännchen kreieren

28.4./1.5., 11-17 Uhr
Kräutergarten & Co (Pflanzenverkauf und Markt auf dem Rügenhof)

30.4./1.5., 11-17 Uhr
Hornfischtage auf dem Rügenhof


Auf dem Rügenhof ist das Handwerk zu Hause

 

 

Kap Arkona – Naturschönheit und Naturgewalt

Gemeinde Putgarten informiert über das geologisches Gefahrenpotenzial an der  Steilküste

Die Sicherheitsabsperrungen am Steilufer vom Kap Arkona beginnen derzeit bereits am Strand des
kleine Ortes Vitt 

 
Das Kap lädt zu träumen ein. Sehnsüchtig wirft man hier den Blick gen Norden und Osten und er fällt oben auf dem berühmten Steilufer stehend auf die noch unverstellte Linie am Horizont. Nur der Verstand weiß, dort hinten sind irgendwo Schweden, Bornholm, Polen und noch weiter in der Ferne Estland und seine Nachbarländer.
Dieser Sehnsuchtsort an dem der Fotoapparat strapaziert oder Pinsel und Stift gezückt werden, an dem Urlauber auf der Suche nach besonders beeindruckenden Postkarten für die Lieben zu Hause sind, ist mit seiner Steilküste und seinem verlockenden Feuersteinstrand zum einen eine Naturschönheit und zum anderen auch eine Naturgewalt. Und die tragischen Ereignisse zwischen Weihnachten und Neujahr, die dass Kap deutschlandweit über Druckerpressen und Datenleitungen jagte, haben es traurig bekannter gemacht.
Die Gemeinde Putgarten sieht sich nach diesem jüngsten und gewaltigen Kreideabbruch am Steilufer von Kap Arkona und dem Tod der 10jährigen Katharina, in der Pflicht noch mehr zu informieren über die Gefahren, die das Naturwunderwerk Steilküste, dass die bildenden Künstler bereits vor 200 Jahren faszinierte, birgt.
Dennoch ist das Kap nicht allein mit dieser Problematik. Das zeigen weitere Abbrüche und Rutschungen in den letzten Wochen auch an anderen Ufern der Rügener und Hiddenseer Küste. Das Problem ist der Niederschlagsreichtum der die Region bereits seit Beginn des vergangenen Sommer betrifft und so sehen die Experten die Wahrscheinlichkeit weiterer Abbrüche als hoch an.
Um nun die Schönheit dieser einzigartigen aber starken Veränderungen unterworfenen Landschaft gefahrlos genießen zu können, möchte die Gemeinde Putgarten durch Öffentlichmachung der geologischen Zusammenhänge mehr Verständnis und Bewusstsein bei Urlaubern und Einheimischen erreichen. Hierzu bietet das Kap auch ziehlt erläuternde Wanderungen an.

              Fließen                               Gleiten                                    Fallen

Abb. 1: Beispiele für Massenbewegungen (Dikau et al. 1996)

 

Abb. 2: Geologisches Profil, das die Sedimente und Lagerungsverhältnisse am Kap Arkona im Bereich zwischen Jaromasburg und Gellort (nach Schulz 1988) zeigt. (Kr – Kreide, M1, M3 – Geschiebemergel,
I1 – Schmelzwassersande, T – Tone).
Abbildungen: Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern

 

Die malerische Steilküsten-Landschaft der Insel Rügen entwickelte sich im Laufe der zurückliegenden ca. 20.000 Jahre. Das mehrere hundert Meter mächtige skandinavische Inlandeis überfuhr während der Weichsel-Vereisung die Rügener Schreibkreide und unterschiedliche Eiszeitablagerungen, darunter mit Findlingen durchsetztes Moränenmaterial (Geschiebemergel) sowie Schmelzwassersande und -kiese. Dabei wurden die gesamte Schichtenfolge gestaucht, verfaltet und steil gestellt.
Dieses „geologische Erbe“ wird seit einigen Tausend Jahren von den Meereskräften der Ostsee freigelegt und erodiert. Die Kenntnis der komplizierten geologischen Verhältnisse und der Küstenzerfallsprozesse erlaubt es, bestehende Geogefahren richtig einzuschätzen und Vorsorge zu treffen. Zu den größten Geogefahren an Mecklenburg-Vorpommerns Steilküsten gehören neben Sturmfluten vor allem Massenschwerebewegungen, darunter Abbrüche und Rutschungen. Sie entstehen an Hängen, wenn die abschiebenden Kräfte (z.B. Eigengewicht) größer sind als die rückhaltenden (z.B. innere Reibung des Bodenmaterials). Änderung der Hangneigung, Verwitterung, Erhöhung des Wasseranteils in den Gesteinsschichten sowie Veränderung der Vegetationsbedeckung können das Gefahrenpotenzial in kürzerer Zeit beträchtlich erhöhen. Besonders (aber nicht nur!) sind es die niederschlagsreichen Monate, zumeist gegen Ende des Winters, die Massenschwerebewegungen an hiesigen Steilküsten auslösen. Dabei erfolgen die Bewegungen als Fließen, Gleiten, Kippen oder Fallen bzw. stellen eine „Mischung“ dieser Bewegungsformen dar (s. Abb. 1). Das war auch bei dem tragischen Ereignis am 26. Dezember 2011 der Fall, als sich eine ca. 3.000 m3 umfassende Rutschmasse am Kliff unterhalb der Nebelsignalstation in Bewegung setzte.

Geologie der Steilküste am Kap Arkona
Der Bereich am Kap Arkona im östlichen Teil der Halbinsel Wittow bildet geologisch eine Stauchmoräne mit gestörter Lagerung. Das Kliff ist bis zu 40m hoch. Infolge des Stauchungsdrucks des aus nordöstlicher Richtung vorrückenden skandinavischen Inlandeises kam es zur Abscherung, Faltung und Aufschuppung von Kreide- und sogenannten Pleistozänsedimenten.
Am Kliff stehen vorwiegend Sedimentgesteine der Rügener Schreibkreide (ca. 70 Mio. Jahre alt) an. Darüber lagert ein älterer Geschiebemergel (M1), der vermutlich zwei Eisvorstöße der Saale-Vereisung repräsentiert. Er wird von den I1-Zwischensedimenten überlagert, die Schmelzwasser-Sande und Tone umfassen. Durch den Pommerschen Gletscher-Vorstoß während der Weichsel-Vereisung kam es zur Stauchung der Sedimente. Im Hangende der gestörten Abfolge lagert der stark sandige, teilweise kiesig ausgebildete obere (jüngere) Geschiebemergel (M3; s. Abb. 2).
Da die Schichten flach nach Nordosten zur Ostsee hin einfallen, läuft auch versickerndes Regenwasser in diese Richtung hin ab. Dadurch kommt es vor allem nach Starkregenereignissen zu einer starken Durchfeuchtung der Schichten und zu Schichtwasseraustritten am Kliff, die man dort dann sehen kann. Auf Grund dieser Wassersättigung, der Versteilung des Klifffußes durch Meereskräfte und der Lagerungsverhältnisse kann es zu gefährlichen Rutschungen unterschiedlicher Größenordnung kommen.

In der Abendsonne: Still bezeugen Lüftungsrohe die Existenz der unterirdischen Marinebunkerwelt am Kap
Fotos: Jens Frank

 

Vorsorge
Die aktiven Steilküsten des Landes unterliegen seit Jahrtausenden der Erosion und Abtragung auch durch Rutschungen und Abbrüche. Diese natürlichen Prozesse des Küstenrückschritts lassen sich zwar temporär durch ingenieurtechnische Baumaßnahmen verlangsamen, aber langfristig nicht verhindern. Bebauungen im Bereich aktiver Kliffs sind daher aus geotechnischer Sicht als problematisch zu bezeichnen. Die wird vom Landeswasser-Gesetz und Landesbodenschutz-Gesetz bei Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben in Steilküstennähe berücksichtigt.
Bei Steilküstenwanderungen sind unbedingt die örtlichen Warnhinweise zu beachten bzw. zu befolgen (Warnschilder, Absperrungen)! Die Gefahrenhinweiskarte (GHK 10) „Massenbewegungen auf Jasmund/Rügen“ (2011) informiert ausführlich zum Thema (www.lung.mv-regierung.de).

Aus diesem Grund empfehlen sich die geführten Wanderungen über das Flächendenkmal  Arkona. Neben der Besichtigun des Schinkelturms, des Marineführungsbunkers und seinen Ausstellungen sowie der Galerie im KünstlerHaus erfährt man hier viel Wissenswertes über die Steilküste mit vielen Hinweisen zum Verhalten an der Steilküste. Die Führungen finden im Februar und März jedne Samstag um 14 Uhr statt.

(Fachliche Erläuterungen vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern)

Die Leuchttürme am Kap Arkona unter einer eisigen "Puderzuckerschicht"
Foto: Tourismusgesellschaft Kap Arkona mbH

 

 


 

 

Kulinarische Schatzkisten aus der Region im Rügenladen /
Farbenfrohe Mode aus Naturstoffen - schön warm in der Winterzeit

Erwandern – unter dieser Landschaft liegt ein System aus Bunkern der Militärgeschichte Kap Arkonas /
Eiszeitliche Hinterlassenschaften – Findlinge zu Füssen des Steilufers am Kap
Fotos: Jens Frank

Open-Air-Kunst kann man über all am Kap erleben
Foto: Jens Frank

Das Flächendenkmal Kap Arkona

 

Die Türme am Kap sind Sehnsuchtsorte mit Geschichte
Fotos: Jens Frank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterhalb der Leuchttürme findet jeden Sommer der "Kultursommer" statt

 


Über die schmiedeeiserne Treppe besteigen Besucher den Schinkelturm
Fotos: Heinemann/Rügen aktuell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die wendische Jaromarsburg am Kap Arkona

Burgwall des sagenumwobenes Heiligtums der Ranen an Deutschlands Nordkap noch sichtbar

 

 

Zeitgenössische Darstellung des viergesichtigen Gottes Svantovit am Burgwall
Foto: Tourismusgesellschaft Kap Arkona mbH

 

Rügens nördlichste Halbinsel Wittow besitzt ihren Namen „Windland“ nicht von ungefähr: Der Wind ist dort ständiger Begleiter, die raue See reißt besonders an der Küste Kap Arkonas und trägt diese regelmäßig ab, immer wieder stürzen Teile des Hochuferkliffs ins Meer. Davon betroffen ist auch die ehemalige Burganlage der Ranen – heutzutage sind nur noch Reste des Burgwalls zu besichtigen. Die wendischen Einwanderer schützten damit die Tempelburg Arkona, die als Kultstätte ihr Allerheiligstes barg, gegen feindliche Übergriffe. Der slawische Stamm dominierte Rügen nach der Zerstörung Rethras – einem slawischen Zentralheiligtum in Mecklenburg, vermutlich am Tollensesee – im Jahr 1068 übernahm die ranische Tempelanlage von Arkona dessen Bedeutung als religiöses Zentrum der Slawen im südlichen Ostseeraum. Bis zu ihrer Eroberung und völligen Zerstörung am 15. Juni 1168 durch den dänischen König Waldemar I. und seinen engen Vertrauten Bischof Absalon galt die Jaromarsburg als uneinnehmbar, deren Name sich vom Ranenfürst Jaromar I. ableitet, der nach Rügens Unterwerfung durch Dänemark zu deren Vasallen wurde. Vom 6. bis 12. Jahrhundert war sie von drei Seiten durch die Steilküste und von der Landseite her durch einen Burgwall geschützt. Die Burganlage bestand aus zwei hintereinander liegenden 13 Meter hohen Wällen, welche  zusätzlich befestigt wurden. Der Tempel und die Befestigung waren aus Holz gefertigt und dehnten sich ursprünglich 300 Meter in Nord-Süd- sowie 350 Meter in Ost-West-Richtung aus. Dem dänischen Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus zufolge umgaben den quadratischen, säulengetragenen Tempel zwei Einhegungen, deren äußere ein purpurnes Dach trug. Im seinem Inneren stand eine vier Meter hohe, aus einem Eichenstamm gehauene Svantovit-Statue mit vier Köpfen. Über diese berichtet er: „In der Rechten hielt die Figur ein Trinkhorn, aus verschiedenen Metallen gebildet. Das hat der Priester jedes Jahr mit Met gefüllt und weissagt aus dem, was im Laufe des Jahres verschwunden ist, auf die kommende Ernte." Im Rahmen des Svantovit-Kults bzw. Svantovit-Orakels wurden zahlreiche Geschenke und Opfergaben sowohl aus der gesamten slawischen als auch der benachbarten nichtslawischen Welt dargebracht. Nur der Priester durfte dies innerhalb des Tempels tun – und dort nicht einmal atmen, um ihn nicht zu verunreinigen. Die derzeitige Fläche innerhalb des Walls stellt wahrscheinlich nur noch ein Drittel der ursprünglichen Ausdehnung dar. Aus diesem Grund finden seit einigen Jahren archäologische Notgrabungen statt, durch die der Standort des Svantovit-Tempels bestimmt wurde, von dem man lange annahm, dass er durch die Uferabbrüche verloren gegangen wäre: eine rechteckige Fläche, völlig frei von Fundstücken, um diese herum jedoch umso mehr Funde, welche auf Opfergaben und zerstörte Waffenteile hindeuten. Außerdem vermutet man, dass die zum Tempel gehörigen Siedlungen sich dort befanden, wo heute die Fischerdörfer Vitt und Putgarten („Am Fuße der Burg“) liegen.


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