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Nicht an einem Tag erbaut
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut
In Stadt und Umland, Ostseebad und Open-Air-Standort wurde und wird gebaut und entwickelt
Passend zum Frühling sprießen auch die gedanklichen und wirklichen "Baustellen" der Stadt- und Ortsplaner aus dem Boden. Alljährlich können regelmäßige Gäste Rügens und Stralsunds sich davon überzeugen, das die Region nicht nur mit gutem Bestand etwas zu bieten hat, sondern können auch immer wieder Neues oder Wiederhergestelltes entdecken. Das bedeutet immer mal wieder auch Behinderung durch Baustellen, die je nach Projektgröße und -länge und Strenge des Winters von den Kommunen nicht immer in der Nebensaison bewältigt werden können. So ist die Hansestadt Stralsund ihr massives Parkplatzproblem angegangen und vollendet gerade ihren Gürtel aus Parkhäusern und Tiefgaragen um den Altstadtring. Am Fährwall nahe des Stadthafen kann wohl bald eröffnet werden und unter dem sogenannten Quartier 17, ganz im Zentrum der Altstadt, ist die Baugrube für eine Tiefgarage längst ausgehoben. Hier, wo Sie in den vergangenen drei Jahren wechselweise Stadtarchäologen wühlen, Unkraut wuchern und Baufahrzeuge rumoren sahen, scheint es jetzt wirklich voranzugehen. Dagegen bleiben Einheimische, Gäste und ansässige Unternehmer noch eine Weile verschont von der Sanierung des Alten Marktes in Stralsund. Die muss die Stadt aufgrund begleitender denkmalpflegerischer Maßnahmen noch einmal ein wenig finanziell prüfen. Wohin führt der Weg: Die neue Rügenbrücke verläuft in luftiger Höhe über dem Dänholm. Die Zufahrt vom alten Rügendamm zu nördlichem und großen Dänholm ist nach Ansicht der Städtebauer alles andere als günstig gelöst.
Womit sicher wieder zu rechnen sein wird, dass sind nicht nur Staus auf der Rügenbrücke und zum Mönchgut an Anreisetagen, sondern auch an Regentagen nach und innerorts von Stralsund. Viele zieht es besonders an grauen Tagen zu Ozeaneum, Altstadtflair und Shopping und da erwarten Sie neue und alte Straßenbaustellen. Zwar ist der Frankendamm als erste Zufahrt von Rügen kommend nach langer Bauzeit nun weitestgehend vollendet, doch schließt sich seit vergangenem Monat der Umbau der vorgelagerten Werftkreuzung zu einem Kreisverkehr bis ins nächste Frühjahr an. Glück für alle geplagten Stoßdämpfer - ebenfalls seit März wird auch der an der Südseite der Stadt entlang führende Frankenwall gebaut, Schwierig für den Verkehrsfluss im die begehrte Innenstadt. Dazu noch die Bauarbeiten in der Seestraße. Nun ein bisschen vorgewarnt, lassen Sie sich aber bitte nicht vom Besuch in Stralsund abschrecken. Vielleicht greifen Sie auf Park + Ride zurück, wieder hat sich viel getan in der Stadt, was es zu entdecken gilt. Und das nächste Großprojekt der Stadt steht schon in Aussicht. Die historisch bedeutsame Insel Dänholm mit ehemals militärischer Nutzung, vor der Stadt, so sehen es die Stadtplaner, soll entwickelt werden. Derzeit sind hier Verwaltungen, Wohnviertel, Segelhafen, Gewerbe, Hotellerie, Museen und ein wilder "Schildersalat" ohne richtiges Konzept angesiedelt. Um ein solches entwickeln zu können, wählten die Städtebauplaner nicht den Stuttgarter Weg über die Bürgerköpfe hinweg, sondern luden alle Interessierten zu einem Workshop der Ideensammlung ein zu dem sich Anfang März auch etwas 100 Bürger und Verwaltungsmitarbeiter einfanden. Vielfältige Ideen wurden gesammelt: sinnvolle Ausschilderung, Liegewiesen, Terrassen, Ausflugslokal mit Altstadtblick, Open-Air-Bühne, Zughalt am Dänholm, sogar Freizeitparkgedanken waren dabei. Dafür aber keine 5-Sterne-Wohnidylle oder ein "verramschter" Dänholm. Während hier noch etliches Wasser bis zur Konzepterstellung, Finanzierung und letztlich bis zum Baubeginn den Sund entlang fließen wird, ist der erste Abschnitt der Umgestaltung der Binzer Promenade wohl bis Anfang Mai abgeschlossen. Denkmalgeschütztes Pflaster, neue Strandaufgänge, Granitplatten, eine breitere Wegführung, neues Licht und mehr Bepflanzung gehören zur Umsetzung. Immer wieder findet man sanierte, öffentliche Räume im nachhinein quasi "brav und totsaniert", Rabatten und Pflastersteine, Mülleimer und Bänke, Spielplätze beliebig austauschbar mit anderen Orten. Wird die Promenade den ihr gebührenden individuellen Touch bekommen bzw. erhalten€ Während wir gespannt abwarten müssen, wie es sich bald in Binz flanieren lässt, können in Stralsund sicher noch Ideen mit eingebracht werden.
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