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„Facelifting" für eine alte Dame
„Facelifting" für eine alte Dame
Ab 23. Dezember 2011
wieder freie Fahrt über die Rügendammbrücke
Staubwolken über der Brücke, rumpelnd in den Sund rollende Steinbrocken, flackerndes Schweißlicht, was auch in den Abendstunden von der Brücke leuchtet - das gehört auf der alten Rügendammbrücke nun der Vergangenheit an. Eineinhalb Jahre war die Durchfahrt zwischen Dänholm und Rügen gesperrt. Ab dem 23. Dezember ist sie für den Straßenverkehr wieder freigegeben. Noch gut in Erinnerung ist vielen der drei Jahre dauernde Bau der neuen Strelasund-Querung. Erst diese ermöglichte überhaupt die dringend notwendige Sanierung der alten Rügendammbrücke zwischen dem Dänholm und Rügen. Längst überfällig geworden war sie, denn an verschiedenen Punkten ächzte es im alten Stahl der über 75 Jahre alten Dame. Der Stahlbeton der Fahrbahnplatte Risse hatte, durch die Regenwasser mit Korrosionsfolgen sickerte. Am Geh- und Radweg neigten sich nicht erst seit gestern die Geländer verdächtig nach außen, weil der Hang am Damm durch Witterung immer wieder nachrutschte. Und die Fahrbahn war nicht nur wegen der eingefahren Fahrspuren nicht mehr optimal. Ein Knick in der Höhenlage der Straße auf der Rügener Dammseite verursachte ungünstige Kraftübertragungen, wenn ein Schwerlasttransporter die Straße passierte.
Seit Mai 2010 wurde die Fahrbahnplatte aus Stahlbeton durch eine neue Stahlplatte ersetzt. Die Schwierigkeit bestand darin, den alten nicht schweißbaren Stahl, der einst noch genietet wurden, mit den neuen Stahlteilen zu verbinden. Dazu waren, wie Ralf Sendrowski, Leiter des Straßenbauamtes Stralsund, anmerkt, 10.000e Pass-Schrauben und ein enormer Zeitaufwand notwendig. Torsten Döring, Bauleiter der für den Stahlbau verantwortlichen Firma aus Nordhausen, verriet, dass 900 Tonnen neuer Brückenstahl in vorgefertigten Baugruppen aus Nordhausen in 47 Einzeltransporten nach Stralsund geschafft wurden. Mindestens 40 Jhre soll die neue Fahrbahnplatte nun halten. Neben der Brückensanierung machten auch die Dammsanierung und die Verbreiterung des Dammfußes mit Wasserbausteinen einen erheblichen Anteil an der Bauzeit und der Bausumme von circa 12 Millionen Euro aus. Nun ist der neue Asphalt auf Gehweg und Straße getrocknet, neue Geländer am Gehweg gewährleisten wieder Sicherheit und der erwähnte Knick in der Fahrbahnneigung wurde „entknickt“.
Rügen aktuell wünscht wieder allzeit gute Fahrt auf der alten Rügendammbrücke.
Fotos: Jens Frank
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