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Die Inselhauptstadt – Stadt auf dem Berge
‚Gora’ („Berg“) nannte man ursprünglich eine Siedlung, die 1232 erstmals urkundlich erwähnt wurde – ein Hinweis auf den slawischen Stamm der Ranen. Ab 1314 sprach man von ‚villa montis’, später wurde daraus ‚Berghe’. Eine Sehenswürdigkeit der Stadt ist zweifellos ihre höchste Erhebung, der Rugard mit dem E.-M.-Arndt-Aussichtsturm von 1877. Bereits seit dem 9. Jahrhundert residierten zeitweilig die Rügenschen Fürsten u.a. in der Burg auf dem Rugard. Reste der Wallanlage sind noch gut sichtbar. Im Jahr 1168 eroberten die Dänen das heidnische Heiligtum auf Kap Arkona. Markantestes Symbol für diese im 12. Jahrhundert einsetzende Christianisierung ist unumstritten die St. Marienkirche zu Bergen. Nach der christlichen Weihe der Erde begann Fürst Jaromar I. den Bau einer Pfalz und der Palastkirche. Daraus wurde jedoch ein Kloster. Es kamen zwölf Roskilder Benediktinernonnen nach Bergen. Diese traten später dem Orden der Zisterzienser bei. 1325 starb das Rügensche Herrschergeschlecht aus. Rügen wurde in neun durch Gardvögte gelenkte Verwaltungsbezirke eingeteilt. Der Landvogt als oberster weltlicher Verwalter und Richter residierte in Bergen. Die alte Landvogtei sowie der „Stapel“ mit dem Rechtsstein können noch besichtigt werden. Bergens Entwicklung wurde seit jeher durch Handwerk und Handel bestimmt. Von den wirtschaftlichen Erfolgen der Handwerkszünfte zeugen ihre typischen Häuser, deren Fassadengestaltung und Lastenaufzüge zum Teil noch erhalten sind. Gemäß der Erbfolge übernahm das Herrscherhaus Pommern-Wolgast nach den Rügenfürsten die Hoheit über die Insel und am 19. Juni 1613 erhielten die Bergener Bürger ihre „städtische Gerechtsamkeit“. Aber auch Not erlitten die Bergener immer wieder: durch ständige Feuersbrünste, in Folge hindurch ziehender Heeresabteilungen im Dreißigjährigen Krieg oder die Pest, welche die Hälfte der Bevölkerung dahinraffte. Von 1648 bis zum Wiener Kongress 1815 stand Rügen unter schwedischer Herrschaft, welches die Provinz Pommern danach an Preußen abtrat. Bergen war bis ins 19. Jahrhundert Hafenstadt und leistete sich sogar einen hölzernen Roland.
HISTORISCHE STADTFÜHRUNG MIT „VILLA MONTIS“
Magister Historicus und Kürschnermeister Uwe Hinz lädt alle Interessierten ein, mit ihm auf den Spuren der über 1000-jährigen Geschichte von Gora bis Bergen zu wandeln. Er begleitet die Teilnehmer durch vier Quartiere Bergens, wo die Kirche St. Marien, das ehemalige Kloster St. Bonifatius und das "kleine Schloss" zu erleben sind. Man hört vom Wirken der Rügenschen Fürsten, von Freud und Leid der Bergener Bürger durch die Jahrhunderte, erfährt etwas über die diskreten Gesellschaften Bergens und lernt Persönlichkeiten der Stadt wie Johann Jacob Grümbke, C.A.Theodor Billroth oder Hans G.L. Delbrück kennen.
Treffpunkt ist jeweils mittwochs um 10.30 Uhr der Platz „Güldener Brinken“ an der oberen Bahnhofstraße und der Billroth-Eiche. Nach Absprache führt Magister Hinz Gruppen ab sechs Personen auch gern zu anderen Tagen und Zeiten. Weiterhin bietet „villa montis“ Lesungen und Bildvorträge sowie auch individuelle Führungen durch die Rügensche Heimat an.
Anmeldung u. weitere Informationen:
Firma Hinz –
Kürschnermeister Uwe Hinz
Bahnhofstraße 65
(Passage am Brinken)
18528 Bergen auf Rügen
Telefon 03838 / 25 28 08
o. 30 84 85, Fax 2 27 10
firma-hinz@web.de
www.firma-hinz.de
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